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14.10.2011

22:52 Uhr

Angriff auf TV-Senderchef

Darstellung Gottes ruft in Tunis heftige Proteste hervor

Die Ausstrahlung des preisgekrönten Films „Persepolis“, in dem Gott als alter, bärtiger Mann dargestellt wird, hat am Freitag heftige Proteste in der tunesischen Hauptstadt Tunis ausgelöst.

Protest gegen die filmische Darstellung Gottes: Demonstranten lieferten sich in Tunesien Straßenschlachten mit der Polizei. AFP

Protest gegen die filmische Darstellung Gottes: Demonstranten lieferten sich in Tunesien Straßenschlachten mit der Polizei.

TunisDie Demonstranten zeigten sich entrüstet über den tunesischen Privatsender Nessma TV, der den Film aus dem Jahr 2007 vergangene Woche gezeigt hatte. Hunderte Angreifer attackierten das Haus von Senderchef Nabil Karoui.

Die Proteste entwickelten sich zunächst am Ausgang einer Moschee im Anschluss an das Freitagsgebet. Als der Protestzug mit tausenden Demonstranten, darunter Salafisten, sich auf den Sitz der Regierung zubewegte, schritt die Polizei ein und setzte gegen die Demonstranten Tränengas ein.

Die Demonstranten forderten die Schließung des Senders und griffen später das Haus von Nessma-TV-Chef Karoui an. Wie der Sender am Abend berichtete, beteiligte sich eine „Gruppe von hundert Männern“ an dem Angriff auf das Wohnhaus und warfen Molotowcocktails. Etwa 20 von ihnen sei es gelungen, ins Haus einzudringen, wo sich zu diesem Zeitpunkt noch die Frau und Kinder Karouis aufhielten. Der Senderchef selbst sei nicht zu Hause gewesen. Der Familie sei es „in letzte Minute“ gelungen, sich in Sicherheit zu bringen. Die Angreifer hätten das Haus verwüstet und Feuer gelegt.

Der Sender verurteilte den Angriff und die „Anstiftung durch einige Imame“ zu Angriffen auf Mitarbeiter des Senders. Für salafistische Muslime ist es eine Gotteslästerung, wenn dieser im Bilde dargestellt wird. Die Ausstrahlung von „Persepolis“ wurde in vielen tunesischen Moscheen im Freitagsgebet angesprochen. Der Film wurde von der Jury der Internationalen Filmfestspiele im südfranzösischen Cannes mit einem Spezialpreis bedacht.

Von

afp

Kommentare (7)

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Hallstein

15.10.2011, 00:10 Uhr

Sehr, sehr wahrscheinlich wird mein Kommentar nicht veröffentlicht werden. Dennoch. Mit was für primitiven Gestalten haben wir es hier zu tun. Das sind alles entweder kranke, behandlungsbedürftigte Psychopathen. Oder inzestgeschädigte, dauerhaft wegzusperrende Debile. Oder schlichtweg Tiere.

DAS muß man sich mal vorstellen!!! Es wird ein künstlerisch wertvoller Film gezeigt (man muß ihn nicht teilen!) - und gleich darauf überfallt eine Horde die Familie des Regisseurs.

Schlussbemerkung an SIE, DEN ZENSOR hier, sofern gelöscht wird: Wenn Sie physisches Gold (min. 1 kg) und Silber (min. 50 kg) Ihr Eigen nennen können, dann werden Sie die kommenden Zeiten kommod überleben können. Wenn nicht - Pech gehabt.

Alphawoelfchen

15.10.2011, 02:39 Uhr

Vom Zivilisation, Gewissensfreiheit, Religionsfreiheit und Menschenrechten im Sinne unserer gelebten christlich-abendländischen Werte sind die arabischen Länder dank Jahrhunderte währender islamischer Indoktrination Lichtjahre entfernt.
Auf solche Szenen, auf die Verteufelung aller westlichen Freizügigkeiten sowie auf die Verfolgung von Juden, Ungläubigen und Christen in den nun "befreiten" und "demokratischen" Ländern Tunesien, Ägypten, Irak, Pakistan und Afghanistan - weitere werden folgen - müssen wir uns halt einstellen. Das ist ausgelebte, islamische Monokultur, zu der unsere Nato-Partner auch noch kräftig beigetragen haben bzw. weiter beitragen. Fortschrittlich denkende Politiker (ich denke da z. B. an Kemal Atatürk) sind leider seit der Übernahme des Irans durch Khomeini in der islamischen Welt "ausgestorben" (worden).
Ähnliches wird uns hierzulande durch weitere unbeschräkte Alimentierung und Einwanderung arabischer und türkischer Fachkräfte auch noch blühen.

Account gelöscht!

15.10.2011, 02:56 Uhr

Krnk, einfach nur krank.Stellen Sie sich nur mal hypothetisch vor, solch eine primitiv reagierende Gesellschaft würde plötzlich Außerirdische sehen und dabei endlich DEUTLICHST bemerken, dass sie nicht die alleinige "Krönung der Schöpfung" sind.
Hier im Westen ists mit der hoch löblichen Toleranz / Wertschätzung anderer nicht mal so weit, dass man es auf Dauer ertragen könnte. Aber das dort schlägt so einiges. Typisch Mensch.

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