Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.06.2015

14:45 Uhr

Animierte Grafik

Video illustriert die Opferzahlen des Zweiten Weltkriegs

VonSteffen Daniel Meyer

Ein Filmemacher hat die Opferzahlen des Zweiten Weltkriegs visualisiert und ein Video online gestellt. Mittlerweile hat der Film mehr als drei Millionen Klicks – und macht das Unvorstellbare vorstellbar.

PhiladelphiaDie Musik hört auf, die Schritte im Hintergrund werden leiser, und der Turm von roten Männchen wächst und wächst. Jedes dieser Männchen steht für 1000 gestorbene Soldaten der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg. Erst als das 8700. Männchen erscheint und damit die Zahl von 8,7 Millionen Toten markiert, wächst der Turm nicht mehr. Daneben steht eine weitere, kleinere Säule aus gelben Männchen: die Verluste von Nazi-Deutschland. 5,1 Millionen.

Die Zahlen hat man vielleicht gehört, aber in dem neuen Grafik-Projekt von Filmemacher Neil Halloran aus Philadelphia entfalten sie eine ganz besondere Wirkung: In einem 18 Minuten langen Video mit dem Titel „The Fallen of World War II“ („Die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs“) visualisiert Halloran die Opferzahlen zwischen 1938 und 1945 und vergleicht sie mit anderen Kriegen und Konflikten. Nach Angaben des Filmemachers hat der Clip auf der Plattform Vimeo mittlerweile über drei Millionen Klicks.

Halloran arbeitete zuerst an einer Dokumentation über die Luftschläge der US-Armee vom Zweiten Weltkrieg bis heute. Dabei wollte er aber auch die Opferzahlen des Krieges einfangen. „Ich wurde in den Zweiten Weltkrieg hineingesogen, weil die Zahlen so riesig waren und ich nicht davon wegkam“, sagte Halloran gegenüber der Washington Post. „Es sollte nur eine kleine Zeitleiste werden, aber sie wurde immer größer.“

Das Projekt ging am „Memorial Day“ am 25. Mai online, dem Feiertag, an dem die USA ihrer toten Soldaten gedenken. Laut einer Pressemitteilung knackte das Video am 3. Juni die Millionen-Grenze. Die meisten Zugriffe seien von Empfehlungen auf sozialen Netzwerken gekommen. „Für das Marketing wurde weniger als 500 Dollar ausgegeben“, so die Mitteilung.

Nutzer können auf der Projektseite www.fallen.io ein „Ticket“ kaufen, um die Idee zu unterstützen. Bis zum 3. Juni kamen nach Angaben von Halloran 8.620 Dollar zusammen - im Schnitt wurde 6,19 Dollar gespendet. Außerdem kann man sich auf der Website eine interaktive Version des Videos ansehen: Bei Minute 7:24 kann man nachvollziehen, welche Schlachten in welchem Monat stattgefunden haben. Und bei Minute 16:22 lassen sich die Opferzahlen aus Konflikten nach 1945 mit denen aus dem Zweiten Weltkrieg vergleichen.

Gegenüber der Washington Post erklärte Halloran, er würde aus dem Projekt gerne eine Serie machen. Andere Episoden würden sich dann Themen wie Drohnen-Angriffen oder Friedensbemühungen in Übersee widmen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×