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Anschlag auf BVB-Bus

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Dank gilt den Ermittlern

Der Tatverdächtige im Fall des Angriffs auf den BVB-Mannschaftsbus ist bereits seit mehreren Tagen im Fokus der Ermittler gewesen. Nach einem ersten Hinweis in der vergangenen Woche sei der Verdächtige intensiv beobachtet und ausgeleuchtet worden, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Freitag in Berlin. De Maizière hat zudem die Bekennerschreiben nach dem Anschlag auf den BVB-Bus als „besonders perfide Art, mit der Angst der Bevölkerung zu spielen“ verurteilt. Wenn sich der Verdacht der Ermittler bestätige, habe der Täter versucht, sich als Terrorist auszugeben, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Das zeige, dass es richtig sei, in alle Richtungen zu ermitteln und nicht zu früh Schlussfolgerungen zu ziehen.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte: „Der Ermittlungserfolg ist für mich einerseits beruhigend. Andererseits erschreckt mich, wenn sich der Tatverdacht erhärtet, die besonders verwerfliche kriminelle Energie, mit der der Täter zu Werke ging - Geldgewinn auf Kosten einer Vielzahl von Menschenleben.“ Das sei perfide und abstoßend.

Börsen ABC

Termingeschäft

Ein Termingeschäft ist ein Geschäft, das erst zu einem bei Vertragsabschluss festgelegten zukünftigen Zeitpunkt erfüllt werden muss. Zum Beispiel muss eine bestimmte Ware oder ein Finanzinstrument vom Verkäufer erst in drei Monaten geliefert und vom Käufer vollständig bezahlt werden. Unterschieden werden unbedingte und bedingte Termingeschäfte: Bei einem unbedingten Termingeschäft geht der Käufer die Verpflichtung ein, eine bestimmte Menge des Handelsgegenstands zu einem späteren Zeitpunkt zu einem bei Vertragsabschluss festgelegten Preis vom Verkäufer zu kaufen (der Käufer geht damit eine „Long Position“ ein); der Verkäufer verpflichtet sich, zu den vereinbarten Konditionen zu liefern („Short Position“). Ein bedingtes Termingeschäft ist ein Optionsgeschäft. Termingeschäfte werden teils über Terminbörsen mit standardisierten Terminkontrakten angebahnt und abgewickelt oder außerbörslich im Handel „über den Banktresen“ (Over-the-Counter, OTC) zu frei ausgehandelten Konditionen. Mit Termingeschäften kann man finanzielle Risiken absichern (Hedging), auf Preisänderungen spekulieren (Trading) oder Preisunterschiede zwischen Märkten ausnutzen (Arbitrage).

Quelle: Bundesbank.de

Terminkontrakt

Ein Terminkontrakt hat ein standardisiertes unbedingtes Termingeschäft zum Inhalt, das über eine Terminbörse vereinbart und abgewickelt wird. Terminkontrakte gibt es für zahlreiche Handelsgegenstände wie zum Beispiel Weizen, Gold, Devisen, Staatsanleihen oder Aktien. Die Details eines börsennotierten Terminkontrakts wie zum Beispiel die genaue Spezifikation des unterliegenden Handelsgegenstands, die Kontraktgröße und seine Laufzeit sind standardisiert. Ein Terminkontrakt ist ein Derivat: Seine Preisentwicklung hängt maßgeblich von der Preisentwicklung des unterliegenden Handelsgegenstands, dem „Basiswert“, ab. Terminkontrakte, werden zur Absicherung gegen das Risiko von Preisschwankungen eingesetzt („Hedging“), zur Spekulation auf eine erwartete Preisentwicklung des Basiswerts (Trading) oder um Preisunterschiede zwischen Märkten auszunutzen (Arbitrage). Terminkontrakte (englisch: Futures) sind von Optionskontrakten (bedingten Termingeschäften) zu unterscheiden.

Derivat

Als Derivat wird in der Bankensprache ein Finanzinstrument bezeichnet, dessen Preis von der Preisentwicklung einer zugrunde liegenden Bezugsgröße, dem sogenannten Basiswert, abhängt. Basiswerte sind zum Beispiel Aktien, Aktienindizes, Staatsanleihen, Währungen, Zinssätze, Rohstoffe wie Weizen und Gold, ferner auch Swaps. Derivative Finanzinstrumente können als unbedingte Termingeschäfte oder als Optionsgeschäfte ausgestaltet sein, sie werden teils an Terminbörsen mit standardisierten Konditionen gehandelt, teils außerbörslich (Over-the-Counter, OTC) zu frei ausgehandelten Bedingungen. Preisänderungen im Basiswert führen in bestimmten Situationen zu erheblich stärkeren Preisänderungen der jeweiligen Derivate. Mit Derivaten kann man finanzielle Risiken absichern (Hedging), auf Preisänderungen spekulieren (Trading) oder Preisunterschiede zwischen Märkten ausnutzen (Arbitrage).

Optionsgeschäft

Ein Optionsgeschäft ist ein bedingtes Termingeschäft, bei dem der Käufer ein Wahlrecht (Option) bezüglich eines zugrunde liegenden Basiswerts erwirbt. Basiswerte sind zum Beispiel Aktien, Anleihe-Terminkontrakte oder Rohstoffe. Unterschieden werden Kauf- und Verkaufsoptionen. Der Käufer einer Kaufoption erwirbt das Recht, den Basiswert zu einem zukünftigen Zeitpunkt zu einem vorab festgelegten Preis zu kaufen; der Käufer einer Verkaufsoption erwirbt entsprechend das Recht, den Basiswert zu verkaufen. Der Käufer kann dieses Recht aber auch ungenutzt lassen, wenn ihm dies günstiger erscheint. Demgegenüber hat der Verkäufer einer Kauf- bzw. Verkaufsoption kein Wahlrecht, er muss als „Stillhalter“ das Geschäft erfüllen, wenn der Käufer seine Option ausübt. Für das Wahlrecht (die Option) zahlt der Käufer dem Stillhalter bei Vertragsabschluss eine Prämie. Käufer können Optionsgeschäfte nutzen, um sich gegen unerwünschte Preisentwicklungen des Basiswerts abzusichern (Hedging) oder um auf Preisentwicklungen zu spekulieren (Trading). Dem Verkäufer geht es in erster Linie um die Vereinnahmung der Prämie. Unterschieden werden börsliche Optionsgeschäfte mit standardisierten Optionskontrakten und außerbörsliche Optionsgeschäfte. Bei einer „europäischen Option“ kann der Käufer sein Wahlrecht nur am Ende der vereinbarten Laufzeit des Optionsgeschäfts ausüben, bei einer „amerikanischen Option“ zu jedem Zeitpunkt während der Laufzeit.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht die Festnahme als Erfolg. Er dankte am Freitag allen beteiligten Polizisten und mahnte: „Jetzt geht es darum, Beweise zu sichern und mögliche Hintergründe aufzuklären.“ Zum möglichen Motiv, wonach der mutmaßliche Täter wohl auf einen durch den Anschlag verursachten Kursverlust der BVB-Aktie gesetzt haben soll, um dadurch einen Millionengewinn einstreichen zu können, erklärte der Minister: „Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre das ein besonders widerwärtiges Tatmotiv.“

„Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft, des Bundeskriminalamts und der nordrhein-westfälischen Polizei wurden sehr intensiv und mit Hochdruck geführt. Dafür bedanken wir uns in aller Form und hoffen, dass in dem Tatverdächtigen nun der Verantwortliche für den niederträchtigen Anschlag auf unsere Spieler und Staff-Mitglieder gefasst werden konnte“, heißt es in einer von Borussia Dortmund veröffentlichten Erklärung von Hans-Joachim Watzke, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, und Vereinspräsident Dr. Reinhard Rauball gleichermaßen.

Die entscheidende Spur war offenbar die IP-Adresse, über die diese Optionsscheine erworben wurden. Diese konnten, so berichtet „Spiegel Online“ demnach dem Dortmunder Hotel „L'Arrivée“ zugeordnet werden, was der Fußballklub als Mannschaftshotel nutzt. Der Tatverdächtige habe im März dort ein Zimmer reserviert, offenbar gezielt nach einem Raum gefragt, der Blick auf den späteren Anschlagsort bot. Die Generalbundesanwaltschaft bestätigte, dass der Verdächtige sich am 9. April in ein Zimmer mit Blick auf den Tatort einmietete und auch für das Rückspiel reservierte, da noch nicht klar gewesen sei, welches das Heimspiel sein würde.

Vom Zimmer aus könne auch per Funk die Detonation der drei Sprengkörper ausgelöst worden sein. Allerdings, so heißt es weiter, konnte Ermittlern zufolge der verwendete Sprengstoff noch nicht dem Festgenommenen zugeordnet werden. Die Schwierigkeiten bei den Ermittlungen lägen hier schlicht darin begründet, so die Staatsanwaltschaft, dass der Sprengstoff bei der Explosion komplett verbraucht wurde. Die Ermittler behälfen sich nun etwa mit Bodenproben. Laut „Bild“ verfügt der Verdächtige aber über fundierte Kenntnisse im Bereich Elektrotechnik, die für den Bau des Zünders benötigt würden.

Borussia Dortmund: Auf der Spur der Bomben-Trades

Borussia Dortmund

Premium Auf der Spur der Bomben-Trades

Recherchen des Handelsblatts zeigen, dass es nicht nur eine verdächtige Transaktion im Vorfeld des Anschlags auf den BVB-Mannschaftsbus gab. Trotzdem war der mögliche Profit wesentlich geringer als bislang genannt.

NRW-Innenminister Ralf Jäger regierte erleichtert auf die Festnahme des Tatverdächtigen für den Anschlag. „Die Festnahme ist eine gute Nachricht für den Fußball“, erklärte der Minister am Freitag. Bei dem Anschlag sei nur wie durch ein Wunder kein Mensch getötet worden. Die Festnahme zeige zudem, wie wichtig es sei, in alle Richtungen zu ermitteln. „Das mutmaßliche Motiv ist verwerflich. Der Mann wollte offenbar aus Habgier morden.“

Auch Dortmunds Trainer Thomas Tuchel reagierte fassungslos. „Es ist für mich nicht nachzuvollziehen, weder emotional noch rational“, sagte er am Freitag. „Es ist auf jeden Fall ein gutes Gefühl, dass es offensichtlich einen Durchbruch gegeben hat“, meinte Tuchel.

Vergangene Woche hatten drei Explosionen den Mannschaftsbus Borussia Dortmunds auf dem Weg zum Champions-League-Spiel gegen den AS Monaco getroffen. Der Spieler Marc Bartra wurde dabei schwer an der Hand verletzt, ein Polizist der Eskorte erlitt ein Knalltrauma. Dem jetzigen Ermittlungsstand zufolge war eine der Bomben so platziert, dass sie nicht ihre volle Verheerungskraft entfalten konnte. Andernfalls hätte der Anschlag durchaus Menschenleben kosten können und auch sollen.

Rund um die Tat waren drei Bekennerschreiben aufgetaucht, die den Verdacht auf islamistische Extremisten, Links- und Rechtsradikale lenken sollten. Die Ermittler gehen offenbar davon aus, dass das am Tatort gefundene Schreiben, was die Tat im Namen des IS reklamiert, vom Verdächtigen stammt. Der Anfangsverdacht gegen zwei behördlich bekannte Islamisten zerschlug sich schnell.

Kommentare (30)

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Herr Hofmann Marc

21.04.2017, 08:11 Uhr


Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Frau ke Schludewig

21.04.2017, 08:14 Uhr

Die Gier tötet täglich viel mehr Menschen als man annehmen sollte. Nehmen wir nur den geplanten Pipeline Bau des Westens, der durch Syrien verlaufen sollte. Dahingegen ist der Anschlag auf den Bus des BVB eher ein kleines Licht trotzdem natürlich eine abscheuliche und schlimme Tat. Krank...

Herr Hans-Jörg Griesinger

21.04.2017, 08:31 Uhr

Man denkt sich beim täglichen lesen der News, tiefer geht es nicht mehr und dann wird der nächste abartig kranke Gier-Hammer rausgehauen.
Wir müßen echt etwas ändern, so können wir alle zusammen nicht mehr weitermachen, weil es ansonsten im gemeinsamen, gesellschaftlichen Untergang endet.
Eine faires Geld-, Wirtschafts- und Gesellschaftssystem ist zwingend erforderlich, um solche abartigen Exzesse im Namen des Geldes zu unterbinden.
Warum können wir nicht anfangen, über ein System nachzudenken, dass niemanden zurücklässt und welches die Kooperation und Zusammenarbeit in den Vordergrund stellt, „human first“ auf seine Grundlage schreibt und dafür sorgt, das der erwirtschaftete Wohlstand allen zugute kommt und nicht nur den Kapitalhaltern, die mit ihrem Geld über Zins- und Zinseszins noch mehr Geld verdienen.
Zudem sollten wir die Arbeit nach ihrem gesellschaftlichen Wert beurteilen und entlohnen und nicht mehr nur nach dem angeblichen Leistungsprinzip, dass sich in den letzten Jahren selbst karikiert hat. Kenne persönlich selbst einige Minderleister mit hohen Einkommen und sichersten Jobs. Für das aktuelle Einkommen war nicht das Leistungsprinzip ausschlaggebend, sondern die lange Betriebszugehörigkeit im gleichen Unternehmen und das fortschreitende Alter der Beschäftigten, die es sich auf ihren lockeren, gutbezahlten Pöstchen schick und gemütich bis zur Pensionierung/Rente eingerichtet haben.
Wenn schon Leistungsprinzip. dann für alle!
Arbeit muß sich wieder lohnen. Wenn ökonomisch immer weiter gespart und gekürzt wird, es es nur eine Frage der Zeit, bis einige auf abstruse Ideen kommen (siehe BVB-Anschlag), um ans große Geld zu gelangen. Ich bin sicher, dass diese Entwicklung in Zeiten von massiver Geldentwertung weiter zunehmen werden. Wer nichts mehr zu verlieren hat, wird auf Dauer brandgefährlich und zur Gefahr für die öffentliche Sicherheit und für Menschen, die vermögend sind. Ich würde gerne mal über die Lebensumstände des Attentäters lesen.

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