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15.09.2014

20:16 Uhr

Anspielung auf Amoklauf

Entsetzen über Sweat-Shirt mit roten Flecken

Die US-Kette Urban Outfitters hat im Internet ein Shirt mit roten Farbspritzern angeboten – eine Anspielung auf einen Amoklauf von 1970? Das Unternehmen dementiert. Es wäre allerdings nicht der erste Fehltritt der Firma.

Die Kette Urban Outfitters hat schon mehrfach durch umstrittene Aktionen auf sich aufmerksam gemacht. AFP

Die Kette Urban Outfitters hat schon mehrfach durch umstrittene Aktionen auf sich aufmerksam gemacht.

Ein Sweatshirt mit Farbspuren wie Blutspritzern hat in den USA einen Sturm der Entrüstung entfacht. Auf ihrer Website verkaufte die Kette Urban Outfitters ein verwaschenes Sweatshirt mit einem Logo der Kent-Universität im Bundesstaat Ohio. Darauf verteilt sind rote Sprenkel, die an Blutspuren erinnern – und auf den ersten Blick wie eine Anspielung auf eine Schießerei an der Hochschule wirkten, bei der im Jahr 1970 vier Menschen ums Leben kamen.

„Wir nehmen es einem Unternehmen sehr übel, unser Leid für seine Aufmerksamkeit und Profit zu nutzen“, teilte die Hochschule mit. „Dieser Artikel ist jenseits von schlechtem Geschmack und verharmlost den Verlust von Leben, der die Kent State-Gemeinschaft bis heute schmerzt.“ Auf Twitter und auf der Facebook-Seite des Unternehmens überschlugen sich die Kommentare wütender Nutzer.

Der als „Vintage“ bezeichnete Artikel war am Montag auf der Website des Unternehmens bereits verkauft, tauchte aber vorübergehend auf Ebay mit einem Erstgebot von 550 Dollar und einem Sofort-Kaufpreis von 2500 Dollar (1935 Euro) auf. „Perfekt für Halloween“, hieß es in der Beschreibung der Auktion. Nach Angaben von Urban Outfitters handelt es sich um ein Unikat.

Das Unternehmen aus Philadelphia entschuldigte sich am Montag in einer Mitteilung. „Es war nicht unsere Absicht, auf die tragischen Vorfälle in Kent State von 1970 anzuspielen und wir sind zutiefst betrübt, dass dieser Artikel so wahrgenommen wurde“, hieß es.

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Schaumstoff-Transistorradio für 18 Euro, Lautsprecherboxen in Konservendosen, das Paar für 47 Euro, Teleskoparm für Selbstporträtfotos zum Schnäppchenpreis von 13,50 Euro – Urban Outfitters weiß selbst die ausgefallensten Wünsche seiner Kunden zu befriedigen. Im Sommer kommt die börsennotierte Kette, die in den USA Kultstatus genießt, erstmals nach Deutschland. Der erste Standort steht bereits fest.

Die roten Flecken seien kein Blut, sondern eine „Verfärbung“ des eigentlichen Farbtones und die Löcher übliche Abnutzungsspuren. Der Artikel sei von der Website entfernt worden, um weitere Verärgerung zu verhindern.

Mitglieder der Nationalgarde von Ohio hatten am 4. Mai 1970 das Feuer auf Studenten eröffnet, die auf dem Campus gegen den Vietnamkrieg demonstrierten. Vier Menschen wurden getötet und neun weitere verletzt.

Die Demonstranten hatten unter anderem ein Gebäude in Brand gesetzt, was zur Entsendung von 900 Mitgliedern der Nationalgarde führte. Nach den tödlichen Schüssen weiteten sich die Proteste auf das ganze Land aus, fast 500 Hochschulen waren betroffen.

Die Modefirma hat schon mehrfach mit umstrittenen Designs auf sich aufmerksam gemacht. Unter anderem war 2012 laut US-Medienberichten ein T-Shirt mit einem Davidstern zu kaufen, der an den „Judenstern“ auf Kleidung während des Holocaust erinnerte. 2011 zog die Kette mit Entwürfen der Navajo-Indianer den Unmut der Ureinwohner Amerikas auf sich.

2010 entschuldigte sich die Kette laut Berichten, nachdem sie ein T-Shirt in den Farbkombinationen „Weiß/Kohle“ und „Obama/Schwarz“ angeboten hatte – in Anspielung auf US-Präsident Barack Obama.

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