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01.06.2013

16:32 Uhr

Anti-Tabak-Gesetz

Drastisches Rauchverbot in Russland

Jetzt hat auch Russland dem Qualm den Kampf angesagt. Ein neues Gesetz schränkt das Rauchen drastisch ein. Das Land beklagt jedes Jahr 400 000 Tote in Folge der Sucht.

Raucher haben es nun auch in Russland schwerer. Die Regierung will die Sucht angesichts hunderttausender Toter bekämpfen. dpa

Raucher haben es nun auch in Russland schwerer. Die Regierung will die Sucht angesichts hunderttausender Toter bekämpfen.

Moskau Schwere Zeiten für Russlands Raucher: Am Samstag ist ein Rauchverbot für städtische Verkehrsmittel wie Busse und Straßenbahnen, für Bahnhöfe und Flughäfen sowie für Bushaltestellen in Kraft getreten. Auch in Aufzügen, Verwaltungsgebäuden, Schulen und Krankenhäusern darf nicht mehr gequalmt werden. Die Verbote sind Teil einer umfassenden Anti-Tabak-Gesetzgebung, mit der die Regierung die Zahl der Raucher in Russland halbieren will.

Im Juni 2014 sollen weitere Maßnahmen in Kraft treten. Bislang oftmals verqualmte Orte wie Schiffe, Fernzüge, Hotels, Cafés und Restaurants sollen dann ebenfalls von dem Verbot betroffen sein. Zudem werden der Verkauf von Zigaretten und die Tabakwerbung stark eingeschränkt. befürchten Medien enorme finanzielle Einbußen.

Geschätzte 44 Millionen Russen – etwa ein Drittel der Bevölkerung – rauchen täglich. Nach Regierungsangaben sterben jährlich 400.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Im Jahr 2010 setzte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Russland auf Platz vier der Länder mit den meisten Rauchern.

Viele Russen kritisieren, dass die Regierung gegen die Raucher vorgeht, anstatt ihnen beim Ausstieg aus der Sucht zu helfen. Zudem wird bezweifelt, ob sich die strikten Verbote tatsächlich durchsetzen lassen. Am Samstag waren an einer U-Bahn-Station in der Moskauer Innenstadt mehrere rauchende Menschen zu sehen, die sich klar innerhalb der Verbotszone aufhielten.

Für derartige Verstöße sind Strafen von mindestens 1000 Rubel (24 Euro) vorgesehen. Doch der Chef der Moskauer Polizei sagte der Zeitung "Rossijskaja Gaseta" in dieser Woche, es gebe bislang keinen Plan, wie die Polizei die Einhaltung der Vorschriften überprüfen könnte. Er hoffe vorerst, dass die Bürger "sich verantwortungsbewusst verhalten und beginnen, das Gesetz zu beachten".

Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa betonte, dass das russische Gesetz im Einklang mit ähnlichen Regelungen in anderen Ländern stehe. Unternehmen hätten die Möglichkeit, Raucherzonen einzurichten.

Verboten ist künftig auch die Darstellung von Rauchen in Filmen und Theaterstücken, sofern dies nicht „untrennbarer Bestandteil der künstlerischen Handlung“ ist.

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