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05.04.2012

17:03 Uhr

Antisemitismus-Vorwürfe

Grass fühlt sich von Kritikern missverstanden

Es werde eine Kampagne gegen ihn geführt, sagte Grass nach der heftigen Kritik von Journalisten auf sein Israel-Gedicht. Kritiker hatten das Gedicht in Zusammenhang mit Grass Vergangenheit bei der Waffen-SS gebracht.

Günter Grass warf seinen Kritikern vor, sich nicht auf den Inhalt des Gedichts sondern auf seine Person zu beziehen. dpa

Günter Grass warf seinen Kritikern vor, sich nicht auf den Inhalt des Gedichts sondern auf seine Person zu beziehen.

Literaturnobelpreisträger Günter Grass fühlt sich mit seinem Israel-Gedicht von den Kritikern missverstanden und sieht eine Kampagne gegen sich. „Der Tenor durchgehend ist, sich bloß nicht auf den Inhalt des Gedichtes einlassen, sondern eine Kampagne gegen mich zu führen und zu behaupten, mein Ruf sei für alle Zeit geschädigt“, sagte Grass in einem Interview des Norddeutschen Rundfunks (NDR) am Donnerstag.

Grass hatte am Mittwoch den Text „Was gesagt werden muss“ als Gedicht veröffentlicht. Darin heißt es: „Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden.“ Dies hatte eine Welle der Empörung gegen den 84-jährigen Autor ausgelöst. Grass sagte dazu nach NDR-Angaben: „Es werden alte Klischees bemüht. Und es ist zum Teil ja auch verletzend. Es wird sofort, was ja auch zu vermuten war, mit dem Begriff Antisemitismus gearbeitet.“ Weiter sagte der Schriftsteller: „Es ist mir aufgefallen, dass in einem demokratischen Land, in dem Pressefreiheit herrscht, eine gewisse Gleichschaltung der Meinung im Vordergrund steht und eine Weigerung, auf den Inhalt, die Fragestellungen, die ich hier anführe, überhaupt einzugehen.“

Günter Grass ist derweil in Israel vielleicht das Schlimmste passiert, was einem Dichter zustoßen kann: Kaum jemand interessiert sich für sein Gedicht „Was gesagt werden muss“. Die meisten Reaktionen seien eher achselzuckend nach der Art des jiddischen Ausdrucks: „Hot er gesogt“, was so viel bedeute wie ein augenzwinkerndes „Na wenn schon“, sagte der israelische Historiker und Deutschlandkenner Tom Segev der Nachrichtenagentur dpa. Grass sei in Israel einfach keine „bedeutende moralische Institution“.
Der Rest ist Schweigen: Keine Reaktion der Regierung, die Medien berichten - wenn überhaupt - überwiegend nachrichtlich und die Menschen auf der Straße sind mit ganz anderen Dingen beschäftigt.

„Israelis regen sich nicht so sehr darüber auf wie die Deutschen“, berichtet auch Ziv Lewis vom Verlagshaus Kinneret in Tel Aviv. Dort sind alle Schriften von Grass veröffentlicht worden. „Wir stehen zu ihm als Schriftsteller. Zu seinem Gedicht äußern wir uns aber nicht“, fügte Lewis hinzu. Der mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnete israelische Schriftsteller David Grossman wollte sich an der Diskussion nicht beteiligen. Er habe noch keine englische Fassung des Gedichts zu sehen bekommen, begründete Grossmann.

Kommentare (22)

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pls_xcuse

05.04.2012, 19:09 Uhr

sry com: looooooollllll

bobi

05.04.2012, 19:21 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

sein_fein

05.04.2012, 19:28 Uhr

fein, der herr literaturnobelpreisträger fühlen sich missverstanden - und schleppt die ganze nazibande hierzulande weiter mit sich im gepäck herum: da kann man sich doch nicht mißverstanden fühlen herr grass.
Und die schleppe wird immer länger, mit jedem wort, das dieser nazi noch in den mund nimmt.

da willl man nicht mehr fein sein wie herr graumann.

da will man eigentlich nur noch darüber nachdenken, was das eigentlich ist: ein schriftsteller zu sein.

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