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29.09.2011

15:47 Uhr

Anwalt will vor den BGH

Lebenslange Haft für Mircos Mörder

Olaf H. muss lebenslang für den Mord an Mirco hinter Gitter. Da das Gericht zugleich die besondere Schwere der Schuld feststellte, ist eine Entlassung nach 15 Jahren unwahrscheinlich. H.s Anwalt will in Revision gehen.

Einer der spektakulärsten Kriminalfälle der vergangenen Jahre hat seinen Abschluss gefunden.  Olaf H. hat gestanden, den zehnjährigen Mirco entführt, missbraucht und ermordet zu haben. dpa

Einer der spektakulärsten Kriminalfälle der vergangenen Jahre hat seinen Abschluss gefunden. Olaf H. hat gestanden, den zehnjährigen Mirco entführt, missbraucht und ermordet zu haben.

KrefeldWegen des Mordes an dem zehnjährigen Mirco aus Grefrath hat das Landgericht Krefeld den geständigen Angeklagten Olaf H. zu lebenslanger Haft verurteilt. Zugleich stellten die Richter am Donnerstag die besondere Schwere der Schuld fest, womit der 45-Jährige nicht nach 15 Jahren vorzeitig aus der Haft entlassen werden kann. Nach Überzeugung des Gerichts hatte der Familienvater den Schüler am Abend des 3. September 2010 entführt, missbraucht und erdrosselt.

Das Gericht folgte mit dem Urteil der Strafmaßforderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte hingegen die Feststellung der besonderen Schuldschwere nicht für geboten gehalten. Dein Verteidiger Gerd Meister will Revision beim Bundesgerichtshof einlegen.

Urteil im Mordfall Mirco

Video: Urteil im Mordfall Mirco

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Der Leiter der Sonderkommission Mirco, Ingo Thiel, hat mit Erleichterung auf die Verurteilung des Mörders des zehnjährigen Jungen reagiert. „Ich bin froh, dass es vorbei ist“, sagte er im Anschluss an den Prozess vor dem Krefelder Landgericht am Donnerstag. Das Urteil sei zu erwarten gewesen. Thiel zeigte sich zufrieden, dass die Arbeit der Polizei „sehr gut gewürdigt wurde“. Er hoffe, dass man sich nun um die Hinterbliebenen kümmere.

H. war im Januar festgenommen worden und hatte die Ermittler zur Leiche des Jungen auf einem Acker nördlich von Grefrath geführt. Zuvor hatte die Polizei insgesamt 145 Tage vergeblich nach Mirco gesucht. Dabei setzte die Polizei eine der größten Suchaktionen seit Jahrzehnten in Gang: Zeitweise durchkämmten bis zu tausend Beamte Wiesen- und Waldgebiete im Raum Grefrath. Auf die Fährte von H. kamen die Ermittler letztlich durch Spurenmaterial an dessen früheren Leasing-Wagen. Es war identisch mit Spuren auf Mircos Kleidung, die der Täter nach dem Mord weggeworfen hatte.

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