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10.04.2014

14:41 Uhr

ARD-Nachrichtensendung

„Tagesschau“ bekommt neue Optik

Die „Tagesschau“ soll optisch aufgefrischt und zeitgemäßer werden. Wann und wie genau, ist noch nicht bekannt. Andere Veränderungen beim Sender sind dagegen fix: Erstmals wird eine Frau das ARD-Hauptstadtstudio leiten.

„Tagesschau“-Sprecherin Linda Zervakis wird nicht mehr lange in dem alten Studio stehen: Die „Tagesschau“ soll technisch und optisch erneuert werden.

„Tagesschau“-Sprecherin Linda Zervakis wird nicht mehr lange in dem alten Studio stehen: Die „Tagesschau“ soll technisch und optisch erneuert werden.

Keine Moderation, optisch frischer, neues Studio und mit einer Frau an der Spitze: Der ARD stehen eine Reihe Veränderungen ins Haus. Eine der Wichtigsten: Der Sender plant einen großen Relaunch seines Nachrichten-Klassikers, der „Tagesschau“.

Vor wenigen Tagen erst hatte die ARD ein Video ins Netz gestellt, das die Gerüchteküche über die älteste ARD-Sendung überhaupt einen solchen Relaunch hochkochen ließ. In einem Zusammenschnitt verschiedener Moderationen heißt es: „Nach Auffassung politischer Beobachter ist die ,Tagesschau' ein alter Hut und überhaupt nicht mehr zeitgemäß. Das soll sich ändern. Mit umfangreichen Reformen (...).“

Die Kontrollgremien des ZDF

Die Aufgaben des Fernsehrats

Der ZDF-Fernsehrat überwacht das Programm und die Richtlinien für die Sendungen, befasst sich mit Beschwerden, genehmigt den vom Verwaltungsrat beschlossenen Haushaltsplan und wählt den Intendanten.

Die Mitglieder des Fernsehrats

Der ZDF-Fernsehrat hat 77 Vertreter gesellschaftlich relevanter Gruppen. Dazu zählen zum Beispiel die großen Kirchen, der Zentralrat der Juden in Deutschland, Gewerkschaften, Wirtschaftsverbände, Umweltverbände und der Deutsche Sportbund. Die 16 Länder schicken je einen Vertreter, der Bund entsendet drei und die politischen Parteien schicken zwölf Vertreter. Die Mitglieder sollen in ihrer Zusammensetzung die Vielfalt der Gesellschaftsordnung repräsentieren. Es gibt grob eingeteilt zwei Freundeskreise: CDU-nah und SPD-nah. Der Fernsehrat tagt meist viermal im Jahr. Vorsitzender ist der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz.

Aufgaben des Verwaltungsrats

Der ZDF-Verwaltungsrat überwacht die Tätigkeit des Intendanten, beschließt über dessen Dienstvertrag und über den Haushaltsplan, den der Intendant entwirft.

Die Mitglieder des Verwaltungsrats

Der ZDF-Verwaltungsrat hat 14 Mitglieder: Neben fünf Vertretern der Länder und einem des Bundes werden acht Mitglieder vom Fernsehrat gewählt. Sie dürfen weder einer Regierung noch einer gesetzgebenden Institution wie etwa Bundes- oder Landtag angehören. Der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) leitet den Verwaltungsrat. Weitere Ländervertreter sind die Ministerpräsidenten von Bayern und Sachsen, Horst Seehofer (CSU) und Stanislaw Tillich (CDU), Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Brandenburgs Ex-Regierungschef Matthias Platzeck (SPD).

Der Intendant

Thomas Bellut vertritt das ZDF nach außen und ist für alle Geschäfte und die Programmgestaltung verantwortlich.

Jetzt steht fest: Die „Tagesschau“ soll optisch aufgefrischt und zeitgemäßer werden. „Sie bedarf der Erneuerung, auch rein technisch, auch mit einer anderen Bildsprache“, sagte NDR-Intendant und ARD-Vorsitzender Lutz Marmor. „Wir werden nicht die Form der Sendung verändern. Sie wird weiterhin nicht moderiert werden.“ Zu genauen Details äußerte sich der Sender bislang nicht.

Im Kern soll die Sendung um die Sprecher wie Linda Zervakis, Judith Rakers oder Jan Hofer gleich bleiben. Wann die ARD erstmals aus dem neuen Studio für „Tagesschau“ und „Tagesthemen“ in Hamburg senden werde, ist noch unklar. Seit Herbst 2013 läuft ein Probebetrieb. Zuvor hatte es eine Reihe von Problemen gegeben, zuletzt hatten Softwareprobleme den Sendestart verzögert.

Neben der neuen „Tagesschau“ wird die ARD-Führung außerdem weiblicher. WDR-Journalistin Tina Hassel (49) wird am 1. Juni 2015 Nachfolgerin von Ulrich Deppendorf (64), der in Ruhestand geht. Die ARD beschloss zudem, dass der NDR-Intendant Marmor auch 2015 Vorsitzender bleibt, also drei statt wie üblich zwei Jahre amtiert.

Kommentare (1)

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10.04.2014, 18:35 Uhr

Was nützt die neue Optik, wenn der Inhalt verschlagen und verlogen daherkommt?
Propaganda-Fernsehen auf Kosten und zum Nachteil der eigenen Bürger - sofort abschaffen!

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