Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.01.2015

11:18 Uhr

Argentinien

Kritischer Staatsanwalt tot aufgefunden

Kurz vor einer geplanten Anhörung ist ein argentinischer Staatsanwalt tot aufgefunden worden. Alberto Nisman machte den Iran für einen Bombenanschlag verantwortlich und warf Präsidentin Kirchner vor, die Ermittlungen zu behindern.

Vertuschungsvorwürfe in Argentinien

Mysteriös: Präsidentin-Kritiker kurz vor Aussage verstorben

Vertuschungsvorwürfe in Argentinien: Mysteriös: Präsidentin-Kritiker kurz vor Aussage verstorben

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Buenos AiresWenige Stunden vor einer geplanten Anhörung im Kongress in Buenos Aires ist ein argentinischer Staatsanwalt tot aufgefunden worden. Mehrere Fernsehsender berichteten am Montag unter Berufung auf Justizkreise, die Leiche von Alberto Nisman sei in der Nacht in seiner Wohnung in der Hauptstadt entdeckt worden. Der Staatsanwalt untersuchte den Bombenanschlag auf ein jüdisches Zentrum 1994, bei dem 85 Menschen getötet und 300 weitere verletzt worden waren. Nisman machte den Iran für den Anschlag verantwortlich und warf Präsidentin Cristina Kirchner vor, die Ermittlungen zu behindern.

Die Staatsanwältin Viviana Fein sagte, der Tod sei durch eine Schusswaffe verursacht worden. Neben der Leiche sei eine Waffe vom Kaliber 22 gefunden worden. Sie rief zur „Vorsicht“ auf. Nisman hatte vergangene Woche eine Untersuchung des Kongresses gefordert, um Kirchners Umgang mit den Ermittlungen zu klären. Er warf der Präsidentin sowie ihrem Vorgänger Carlos Menem (1989 bis 1999) vor, die Ermittlungen gegen den Iran zu behindern, um das Verhältnis zu Teheran nicht zu belasten. Er wollte sich am Montag im Parlament zu den Vorwürfen äußern.

Der Iran wird seit langem hinter dem Anschlag auf die jüdische Wohlfahrtsorganisation Amia vermutet. Der Anschlag ereignete sich zwei Jahre nach einem Selbstmordanschlag auf die israelische Botschaft in Buenos Aires, bei dem 29 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt worden waren. Argentinien verlangt wegen der Anschläge die Auslieferung von acht Verdächtigen aus dem Iran, darunter der frühere Verteidigungsminister Ahmed Wahidi und der frühere Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani. Der Iran weist jegliche Verantwortung für die Anschläge zurück.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×