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29.05.2011

15:37 Uhr

Atom-Katastrophe

Kühlpumpen in Fukushima erneut ausgefallen

Im Atomkraftwerk Fukushima sind am Samstag über Stunden die Kühlpumpen ausgefallen. Tepco informierte die Öffentlichkeit erst einen Tag später. Wissenschaftler arbeiten derweil fieberhaft an der Dekontaminierung.

In Fukushima kam es mehrere Monate nach der Katastrophe erneut zu Komplikationen. Quelle: dapd

In Fukushima kam es mehrere Monate nach der Katastrophe erneut zu Komplikationen.

TokioIn der Atomruine Fukushima sind im Reaktor 5 stundenlang lang die Kühlpumpen ausgefallen. Die Reparaturtrupps schalteten auf Ersatzpumpen um, die Meerwasser zur Kühlung der Reaktoren und Abklingbecken nutzen. Am Nachmittag (Ortszeit) konnte nach 15 Stunden das Kühlsystem wieder in Gang gesetzt werden, wie die Nachrichtenagentur Jiji Press am Sonntag unter Berufung auf den Betreiberkonzern Tepco berichtete.

Derweil gerät Regierungschef Naoto Kan wegen seines Krisenmanagements unter wachsenden Druck. Die Temperatur des abgeschalteten Reaktors 5 sei bis Mittag (Ortszeit) auf rund 94 Grad nach 61 Grad am späten Vortag gestiegen. Ein Arbeiter habe das Problem bereits am Samstagabend (Ortszeit) bemerkt, hieß es.

Der Vorfall sei zwar gleich der Regierung mitgeteilt worden, doch öffentlich gemacht habe Tepco dies erst am Sonntag. Dafür entschuldigte sich der Konzern, der bereits zuvor wegen seiner mangelhaften Informationspolitik in die Kritik geraten war.

Ministerpräsident Naoto Kan droht in nächster Zeit ein Misstrauensvotum durch die beiden größten Oppositionsparteien. Kritiker werfen ihm angesichts der Natur- und Atomkatastrophe mangelndes Krisenmanagement vor. Die Liberaldemokratische Partei (LDP) und die Komeito Partei hoffen, eine Rebellion innerhalb Kans regierender Demokratischer Partei (DPJ) zu entfachen.

Seit längerer Zeit schon regt sich in Kans eigenem Lager wachsender Unmut gegen den Premier. Kan selbst zeigte sich jedoch bei seiner Rückkehr vom G8-Gipfel in Frankreich gegenüber japanischen Journalisten zuversichtlich, dass er das Misstrauensvotum am Ende überstehen wird.

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