Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.03.2011

04:25 Uhr

Atomkatastrophe in Japan

Heftiger Erdstoß im Nordosten Japans

Ein schwerer Erdstoß hat Japan erneut erschüttert. Die Radioaktivität aus dem havarierten AKW Fukushima macht Einsatzkräften wie der Bevölkerung zunehmend zu schaffen. Die Kühlung mit Wasser von außen wird fortgesetzt.

Weißer Rauch über dem AKW Fukushima. Offenbar verbreitet sich die Radioaktivität weiter als angenommen. Quelle: dapd

Weißer Rauch über dem AKW Fukushima. Offenbar verbreitet sich die Radioaktivität weiter als angenommen.

TokioDie radioaktive Strahlung aus dem Unglückskraftwerk Fukushima erschwert zunehmend das Krisen-Management der Betreibergesellschaft Tepco.

Die Arbeiten zur Instandsetzung der Reaktortechnik im Block 2 des Atomkraftwerks wurden deswegen am Mittwoch unterbrochen. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo wurde eine Radioaktivität von 500 Millisievert pro Stunde gemessen - die natürliche Hintergrundstrahlung liegt je nach Region bei etwa 2 Millisievert pro Jahr.

In Block 2 wird befürchtet, dass der innere Reaktorbehälter bei einer Explosion in der vergangenen Woche beschädigt wurde. Techniker wollen dort wie schon im Reaktorblock 3 zunächst die Beleuchtung im Kontrollraum wiederherstellen und Messinstrumente mit Strom versorgen.

Wegen steigender Temperaturen im Block 1 der Anlage wurde dieser Reaktor von außen mit Wasser gekühlt, wie der Sprecher der Atomsicherheitsbehörde (NISA), Hidehiko Nishiyama, auf einer Pressekonferenz mitteilte. Ein ähnlicher Einsatz begann nach seinen Angaben am Reaktorblock 4 - dort ist es das Ziel, das Abklingbecken für abgebrannte Kernbrennstäbe zu kühlen.

Bei Block 3 sei am Nachmittag ein Feuerwehreinsatz zur Kühlung der Anlage geplant, sagte Nishiyama. Als nächstes wollen die Betreiber dann versuchen, die regulären Kühlsysteme der Reaktorblöcke wieder in Gang zu bringen, die nach dem Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März ausgefallen sind. In Block 1 werde dies bis Freitag angestrebt, sagte der NISA-Sprecher.

Die Verstrahlung der Umwelt veranlasste am Mittwoch die Regierung, den Lieferstopp für Gemüse aus der Präfektur Fukushima auszuweiten. Das japanische Gesundheitsministerium veröffentlichte eine Liste mit elf Gemüsearten, bei denen nach dem Unglück im AKW Fukushima eine teilweise drastisch erhöhte Radioaktivität festgestellt wurde. Darunter sind Spinat, Broccoli, Kohl und das japanische Blattgemüse Komatsuna.

Regierungssprecher Yukio Edano sagte auf einer Pressekonferenz, der Verzehr dieses Gemüses gefährde zwar nicht die Gesundheit. „Wir sehen aber, dass die Werte hochgehen und müssen damit rechnen, dass sie ein schädliches Niveau erreichen. „Daher ist es sinnvoll, die Lieferungen jetzt zu stoppen.“ Und vorsichtshalber sollten Verbraucher kein in der Präfektur Fukushima erzeugtes Gemüse mehr verzehren. In Proben fand das Gesundheitsministerium beim Blattgemüse Kukitachina 82 000 Becquerel an radioaktivem Cäsium und 15 000 Becquerel an radioaktivem Jod - dies übersteigt die zulässigen Grenzwerte um den Faktor 164 beziehungsweise 7. In der Präfektur Ibaraki wurde auch radioaktiv belastete Milch gefunden.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

florian

22.03.2011, 23:48 Uhr

"...wurden im mehr als 8000 Kilometer entfernten Island Isotope nachgewiesen."

So ist der Informationsgehalt nahe Null. Besser wäre es zu erfahren, wie groß die Belastung tatsächlich ist und diese auch in Relation zur ansonsten vorkommenden Strahlung zu setzen.
Ähnliches gilt für die Belastung von Spinat, bei zwar die Bq aber nicht die Menge an Spinat genannt wird oder die Angabe von mS ohne Zeiteinheit.
Diese Nachlässigkeiten sind leider bei allen Medien und Nachrichtenagenturen, auch ausländischen, zu beobachten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×