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21.07.2012

11:17 Uhr

Atomruine Fukushima

Baufirma zwang Mitarbeiter in die Strahlenhölle

Mitarbeiter einer Baufirma wurden bei den Aufräumarbeiten in Fukushima gezwungen, sich länger atomarer Strahlung auszusetzen als erlaubt. Dafür sollten sie ihren Strahlenmesser manipulieren. Jetzt ermitteln die Behörden.

Bauarbeiter mit einem Strahlenmessgerät in Fukushima: Gefährliche Überstunden. Reuters

Bauarbeiter mit einem Strahlenmessgerät in Fukushima: Gefährliche Überstunden.

ToikioBei den Aufräumarbeiten im zerstörten Atomkraftwerk Fukushima haben japanischen Medienberichten zufolge mehrere Arbeiter ihre Strahlenmessgeräte manipuliert, um länger in der Anlage bleiben zu können. Ein leitender Angestellter der Baufirma Build-Up habe bereits im Dezember rund zehn Arbeiter dazu aufgefordert, die Geräte in Bereichen mit hoher Strahlung mit einer Schutzhülle aus Blei abzudecken, berichteten die Zeitung "Asahi Shimbun" und andere Medien am Samstag. So sollten sie eine niedrigere Strahlung vortäuschen, um ihre Arbeit in der Atomruine fortsetzen zu können.

Der Bauleiter sagte den Angestellten, dass auch er sein Strahlenmessgerät abgedeckt habe, und riet ihnen ebenfalls dazu, wie mehrere Arbeiter der Zeitung sagten. Ansonsten würden sie schnell den zulässigen Grenzwert von 50 Millisievert pro Jahr erreichen und ihren Job verlieren. Der Zeitung liegt nach eigenen Angaben eine Tonbandaufzeichnung des Gesprächs vor. Einige Arbeiter weigerten sich demnach, die Abdeckung zu benutzen, und kündigten.

Wie die Nachrichtenagentur Kyodo News berichtete, war die Baufirma nach dem Atomunglück im März 2011 von der Betreibergesellschaft Tepco angeheuert worden, um Rohre in einer Wasseraufbereitungsanlage zu isolieren. Das japanische Gesundheitsministerium geht den Vorwürfen nach, wie die Nachrichtenagentur Jiji Press und mehrere Zeitungen berichteten. Für eine Stellungnahme waren das Ministerium und die betroffene Baufirma zunächst nicht zu erreichen.

Von

afp

Kommentare (2)

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vandale

21.07.2012, 17:49 Uhr

Grundsätzlich war die Radioaktivität auf dem Gelände der verunfallten Kernreaktoren, ausgenommen einiger Minuten, nie akut gesundheitsgefährdent. Die Arbeiter trugen im Gegensatz zu dem Bild auch meist lediglich Staubmasken. Die Strahlenhölle ist journalistischer Phantasie geschuldet.

Die minimale radioaktive Dosis bei der sich statistisch Gesundheitsschäden (erhöhtes Krebsrisiko) nachweisen können liegt bei einer einmaligen radioaktiven Dosis von 100mSv. Eine einmalige radioaktive Dosis von 1 Sv erhöht das Todesfallrisiko um 1%. Während des Unfalls wurde die max. zulässige Dosis für die mit den Aufräumarbeiten betrauten Arbeiter vorrübergehend auf 250mSv heraufgesetzt. Zu Normalzeiten liegt die max. zulässige Strahlendosis für Personen in derartigen Bereichen gem. internationaler Empfehlung bei 20mSv.

Für die Arbeiter wäre es bei einer höchst zulässigen Strahlendosis von 20 mSv nicht mit Gesundheitsschäden verbunden wenn diese ihre Dosimeter abgeschirmt haben sollten. Es wäre wesentlich gefährlicher wenn diese Arbeiter nicht angegurtet zur Arbeit gefahren wären.

Wenn es nicht um das pöse Atom und dämonische Atomstrahlen ginge würde man eine derartige Nichtigkeit nicht einmal in einer Lokalzeitung veröffentlichen.

Vandale


Vandale

Klimaterror

21.07.2012, 19:14 Uhr

Mit Alarmmeldungen soll der Bürger bei der Stange gehalten werden. Das kommende Eurodesaster hat sie abgelenkt. Das durch Windräder und Solaranlagen bei uns mehr Unfälle auftreten sind als in unseren verbliebenen Kernkraftwerken wird verschwiegen. Auf dem Auge ist man blind.
Die Wortkreationen der ungebildeten Schreiberlinge sind schon abenteuerlich und unterstes Niveau.

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