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18.11.2013

15:00 Uhr

Atomruine Fukushima

Bergung von Brennstäben hat begonnen

In der Atomruine Fukushima hat die Bergung von 1.500 Brennstäben begonnen. Die Stäbe gelten als eine der größten Gefahrenquellen auf dem Akw-Gelände. Die Bergung dauert voraussichtlich ein Jahr lang.

Brennstäbe in einem Becken in Fukushima. ap

Brennstäbe in einem Becken in Fukushima.

TokioZweieinhalb Jahre nach der Atomkatastrophe im japanischen AKW Fukushima hat die hochriskante Bergung der Brennstäbe begonnen. Das Betreiberunternehmen Tepco teilte am Montag mit, in einem ersten Schritt seien mehrere Brennstäbe in einem Abklingbecken der Atomruine in einen Stahlbehälter gehievt worden.

Allein in dem am stärksten beschädigten Reaktor müssen 400 Tonnen abgebrannte Brennelemente beseitigt werden. Der Abbau der gesamten Atomanlage wird wohl mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen und zig Milliarden an Dollar verschlingen.

Zunächst wurden Tepco zufolge vier Brennstäbe aus ihrem Container im Abklingbecken isoliert. Sie wurden unter Wasser in einen speziellen Behälter gehoben, der insgesamt 22 Brennstäbe fasst. Es werde rund eine Woche dauern, bis der Stahlbehälter gefüllt sei und die Brennstäbe in ein weiteres Becken in ein anderes Gebäude gebracht worden seien. Die Entfernung aller Brennstäbe aus dem ersten der vier Reaktoren wird Tepco zufolge rund ein Jahr in Anspruch nehmen. Experten zeigten sich allerdings skeptisch, ob der Zeitplan eingehalten werden kann.

Sollten die Brennstäbe bei ihrer Bergung an die Luft kommen oder gar brechen, könnten große Mengen radioaktiver Gase in die Atmosphäre gelangen. Ein Brennstab wiegt rund 300 Kilogramm und ist viereinhalb Meter lang. Sie müssen schnellstens aus der Atomruine entfernt werden, weil die beschädigte Anlage im Falle eines weiteren Erdbebens leicht einstürzen könnte.

In dem Atomkraftwerk rund 200 Kilometer nördlich von Tokio kam es im März 2011 nach einem Erdbeben und einem Tsunami zur Atomkatastrophe. Tepco steht wegen seines Krisenmanagements heftig in der Kritik. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, das Ausmaß des Desasters zu vertuschen und die Öffentlichkeit nur häppchenweise zu informieren. Zugleich kam es bei der Bewältigung der Krise immer wieder zu Pannen. So trat etwa wiederholt kontaminiertes Wasser aus.

Von

rtr

Kommentare (1)

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r-tiroch@t-online.de

18.11.2013, 09:35 Uhr

also für 1500 brennstäbe brauchen sie 1 jahr. es sind aber 14.000 Stück insgesamt, beinahe 10 jahre?

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