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16.05.2011

17:32 Uhr

Atomruine Fukushima

Regierung und Tepco halten an Krisenzeitplan fest

Die brennstäbe in der Atomruine Fukushima sind viel weiter geschmolzen, als zunächst angenommen. Nun wird auch aus den Kellern des AKW verstrahltes Wasser abgepumpt - und in neun Monaten soll alles unter Kontrolle sein.

In diesem riesigen Floß soll radioaktives Wasser eingelagert werden. Quelle: dapd

In diesem riesigen Floß soll radioaktives Wasser eingelagert werden.

Auch wenn sich in der Atomruine Fukushima fast völlig geschmolzene Brennstäbe befinden, hält Japan am Zeitplan zur Lösung der Krise fest. Zwar könne man die Vorgehensweise leicht ändern, aber am Ablauf dürfte sich nichts ändern, zeigte sich Premier Naoto Kan am Montag vor einem Parlamentsausschuss zuversichtlich. Auch der Chef des Atombetreibers Tepco, Masataka Shimzu, sagte vor dem Ausschuss, er bleibe beim Zeitplan vom 17. April. Demnach soll das AKW in sechs bis neun Monaten unter Kontrolle sein.

Der Betreiber Tepco will am Dienstag einen aktualisierten Krisenplan vorlegen. Außerdem will er damit beginnen, radioaktives Wasser aus dem Turbinengebäude von Reaktor drei abzupumpen. Das Wasser ist offenbar aus dem Reaktor ins Tiefgeschoss des Turbinengebäudes gesickert. Es werde in eine Entsorgungsanlage für Atommüll auf dem AKW-Gelände gebracht, berichteten japanische Nachrichtenagenturen.

Am Sonntag hatte Tepco bekanntgegeben, dass in Reaktor 1 bereits im März, kurz nach dem Erdbeben und Tsunami, ein Großteil der Brennstäbe geschmolzen ist. In Reaktor zwei wird bereits seit längerem strahlendes Wasser aus dem Turbinengebäude geholt. Diese Arbeiten laufen weiter.

Inzwischen ist ein riesiges Tankfloß unterwegs nach Fukushima. Es kann bis zu zehn Millionen Liter radioaktiv verseuchten Wassers aufnehmen. Das Floß wurde in einer Werft in Yokohama für den Einsatz an der Atomruine umgebaut. Das stählerne Tankfloß trifft voraussichtlich in ein bis zwei Wochen in Fukushima ein. Es ist 136 Meter lang und 46 Meter breit. Bisher diente es im Hafen der Stadt Shimizu in der Provinz Shizuoka als schwimmende Insel für Angler.

Das strahlende Wasser in den Atommeilern behindert die Sicherungsarbeiten. Es wird geschätzt, dass sich im Turbinengebäude des Meilers Nummer drei rund 22.000 Tonnen verseuchte Brühe angesammelt haben. In Meiler zwei seien bereits von anfangs rund 25.000 Tonnen etwa 5550 abtransportiert worden, hieß es unter Berufung auf den Betreiber Tepco. Insgesamt sollen 10.000 Tonnen in die Entsorgungsanlage gepumpt werden.

Die Atomanlage Fukushima wurde nach dem Megabeben vom 11. März und dem anschließenden Tsunami zerstört. Später wurde Wasser in die Meiler geleitet, um die überhitzten Reaktorkerne zu kühlen.

Arbeiter installieren zurzeit auch zusätzlich Behelfstanks für schwach verstrahltes Wasser. Bis Ende des Monats sollen auf diese Weise zusätzlich Kapazitäten von 28.000 Tonnen entstehen.

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