Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.03.2017

09:29 Uhr

Attacke am Düsseldorfer Hauptbahnhof

Axt-Angreifer offenbar psychisch erkrankt

Im Düsseldorfer Hauptbahnhof sind mindestens sieben Menschen durch eine Axt-Attacke verletzt worden. Der Täter wurde auf der Flucht gefasst. Einen terroristischen Hintergrund schließt die Polizei mittlerweile aus.

Offenbar kein Terrorakt

Hauptbahnhof Düsseldorf – Mann verübt Amoklauf mit Axt

Offenbar kein Terrorakt: Hauptbahnhof Düsseldorf – Mann verübt Amoklauf mit Axt

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfNach der Axt-Attacke im Düsseldorfer Hauptbahnhof mit einer Reihe von Verletzten gehen die Ermittler von einem einzelnen Täter mit psychischen Problemen aus. „Wir gehen von einer Einzeltat aus“, sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Polizei am Freitagmorgen. Eine mögliche Mittäterschaft der beiden weiteren festgenommenen Männer habe sich nicht bestätigt. Er machte keine Angaben darüber, ob sie inzwischen wieder auf freiem Fuß sind.

Alles deute auf eine medizinisch-psychische Erkrankung des mutmaßlichen Täters hin, der am Donnerstagabend wohl wahllos mit einer als Axt beschriebenen Tatwaffe auf Reisende eingeschlagen hatte. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei gibt es keinen terroristischen Hintergrund der Tat. Die Ermittlungen in dem Fall laufen. Am Freitagvormittag fuhren die Züge am Düsseldorfer Hauptbahnhof wieder ohne Einschränkungen.

Am Tag nach dem schockierenden Ereignis gab es Erleichterung darüber, dass keine Todesopfer zu beklagen sind. „Keiner der Verletzten ist gestorben“, sagte der Polizeisprecher. Wie viele Menschen verletzt wurden und wie schwerwiegend die Verletzungen sind, nannte er nicht. Die Verletztenzahl variiere noch. Kurz nach der Gewalttat war von sieben Verletzten die Rede, darunter drei Schwerverletzte. Ebenfalls schwer verletzt ist der mutmaßliche Täter, weil er bei seiner Flucht von einer Brücke mehrere Meter hinab auf eine Straße sprang.

Der 36-Jährige hatte am Donnerstagabend erst in einer S-Bahn, dann im Bahnhof auf Passanten eingeschlagen. Der Tatverdächtige wurde festgenommen und kam ebenfalls in eine Klinik. Er stamme aus dem ehemaligen Jugoslawien und wohne in Wuppertal, hieß es. Alles deute auf eine medizinisch-psychische Erkrankung des mutmaßlichen Täters hin, erläuterte der Polizeisprecher. Nach den bisherigen Erkenntnissen gebe es keinen terroristischen Hintergrund.

Der Hauptbahnhof der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen war am Donnerstagabend gesperrt worden. Züge fielen aus oder wurden umgeleitet. Die Polizei rückte mit schwer bewaffneten Spezialkräften an, der Bahnhof wurde evakuiert. Über dem Gebäude in der Innenstadt kreiste ein Hubschrauber. Augenzeugen beobachteten, wie Verletzte aus dem Bahnhof getragen wurden. Etliche Menschen wurden in Einsatzbussen der Feuerwehr behandelt. Erst nach Mitternacht fuhren wieder Züge.

Augenzeugenbericht aus Düsseldorf: „Pack doch das Ding weg“

Augenzeugenbericht aus Düsseldorf

„Pack doch das Ding weg“

Am Düsseldorfer Hauptbahnhof sind mehrere Menschen durch einen Axt-Angriff verletzt worden. Von einem Moment auf den anderen bricht Panik aus. Ein Augenzeugenbericht.

Größere Störungen im Berufsverkehr durch die Sperrung blieben am Freitagmorgen aus. „Momentan fahren die Züge planmäßig“, sagte eine Sprecherin der Bahn. Am Freitagmorgen strömten durch den Düsseldorfer Hauptbahnhof wie gewohnt Pendler und Reisende. Wenige Stunden nach der Gewalttat waren weder Spuren noch Absperrungen zu sehen.

In der Vergangenheit hatte es in Deutschland mehrfach Axtattacken von geistig verwirrten Tätern gegeben. Im vergangenen Juli hatte ein 17-jähriger Asylbewerber - mit Axt und Messer bewaffnet – in einer Regionalbahn bei Würzburg auf Fahrgäste eingeschlagen. Fünf Menschen wurden damals verletzt. Polizisten erschossen den Attentäter, der sich in einem Video als Kämpfer des IS bezeichnet hatte. Er kam als Flüchtling nach Deutschland und gab sich als Afghane aus.

Kommentare (41)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Unbekannt

10.03.2017, 08:28 Uhr

HB : "Der 36-Jährige stamme aus dem ehemaligen Jugoslawien"
--------------------------------------------------------------------------------------------------
Bitte etwas genauer. Im früheren Jugoslawien gab/gibt es auch Bosnien-Herzegovina, wo Muslime leben und diese "Gruppierung" ist eher dafür bekannt, gelegentlich "auszurasten" und mit Hieb- und Stichwaffen Bürger zu attackieren. Es fehlte nur der "Allahu akbar" Ruf, um den Vorgang als Terrorakt einzustufen. Vielleicht wurde dieser Ruf im Getümmel auch "überhört".
Fazit : Bitte eine eindeutige Berichterstattung !

Reiner Blumenhagen

10.03.2017, 08:48 Uhr

Herr Berger, wieso fragen Sie unter dem Artikel über den Typen, der in Herne anscheinend 2 Menschen ermordet hat, nicht nach dessen Religionszugehörigkeit?

Herr Winston Eisenhower

10.03.2017, 08:51 Uhr

Woher weiß man jetzt schon so genau Bescheid, wo der Mann doch schwer verletzt im Krankenhaus liegt und nicht vernommen werden kann?
Was heißt eigentlich ex Jugoslawien?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×