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31.10.2012

04:17 Uhr

Aufräumarbeiten in den USA

„Sandy“ wirbelt nach Kanada weiter

Die US-Ostküste erholt sich von Wirbelsturm „Sandy“ und beginnt mit dem Aufräumen. Auch der Wahlkampf kommt wieder in Schwung. Der Hurrikan zieht unterdessen nach Kanada weiter.

Heftige Winde peitschen das Wasser des Lake Michigan an die Ufer, die Stadt Chicago im Hintergrund. dpa

Heftige Winde peitschen das Wasser des Lake Michigan an die Ufer, die Stadt Chicago im Hintergrund.

New York/ WashingtonNach Supersturm „Sandy“ in den US-Osten besucht Präsident Barack Obama an diesem Mittwoch das Katastrophengebiet. Zusammen mit Gouverneur Chris Christie will er sich im besonders schwer betroffenen Bundesstaat New Jersey ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung machen. Christie sprach am Dienstagabend (Ortszeit) von einer „Verwüstung, wie ich sie noch nie gesehen habe“.

Die Zahl der Todesopfer in den USA stieg am Dienstag nach einer Zählung des Senders CNN auf mindestens 33. Der Sender NBC sprach sogar von 46 Toten. Allein in New York starben nach Angaben von Bürgermeister Michael Bloomberg 18 Menschen.

Schadensschätzungen gehen in die Milliarden Dollar. Etwa acht Millionen Menschen in 20 betroffenen Bundesstaaten mussten ihre zweite Nacht im Dunkeln in ihren Häusern verbringen. Darunter waren 750 000 Menschen in New York. Auch der U-Bahn-Verkehr im „Big Apple“ blieb nach Überflutung mehrere Tunnel weiter lahmgelegt - und niemand wagte eine Prognose, wann sich das ändert.

Aber es gab auch erste Anzeichen einer Normalisierung. So fuhren am Dienstagabend (Ortszeit) auf einigen Linien in New York wieder Busse, wenn auch weitaus spärlicher als sonst. Die Börse will am Mittwoch nach zweitägiger Zwangspause wieder öffnen. Die Schulen und auch die Vereinten Nationen sollen allerdings weiter dicht bleiben - bis auf eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats.

Auch der US-Wahlkampf scheint wieder in Schwung zu kommen. Zunächst hatten Obama und sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney ihren Endspurt vor der Wahl am 6. November wegen „Sandy“ unterbrochen. Der Spitzenkandidat der Konservativen will am Mittwoch nun gleich bei drei Veranstaltungen im besonders heiß umkämpften Florida auftreten.

Obama will - bis auf seinen Besuch in New Jersey - im Weißen Haus bleiben, um die Entwicklungen nach dem Sturm weiter zu verfolgen. Er bezeichnete die Folgen des Sturms am Dienstag als „herzzerreißend“. Er forderte die zuständigen Behörden zu rascher unbürokratischer Hilfe aus. So erhielt New York bereits auch Sofortmittel in Höhe von 10 Millionen Dollar (7,7 Millionen Dollar) für Reparaturen an Straßen, Brücken und Tunneln.

Der US-Präsident macht Druck auf Elektrizitätsunternehmen, damit nach Wirbelsturm „Sandy“ Millionen bald wieder Strom haben. Bei einem Treffen mit Chefs von Energiefirmen im Weißen Haus habe er betont, dass die Wiederherstellung der Stromversorgung oberste Priorität habe, teilte das Weiße Haus am Dienstagabend (Ortszeit) mit. An dem Treffen habe auch Energieminister Stephen Chu sowie der Chef des Katastrophenschutzes FEMA, Craig Fugate, teilgenommen.

Es dürfe keine bürokratischen Hindernisse bei der Arbeit geben, habe Obama betont. Nach Angaben des TV-Senders CNN sind gut 24 Stunden nach Durchzug von „Sandy“ an der US-Ostküste sieben Millionen Menschen ohne Strom.

Inferno wütet in Queens

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„Sandy“ nahm inzwischen Kurs auf Kanada. Auch die Metropole Chicago (Illinois) im Mittleren Westen bekam den Sturm zu spüren. Er peitschte so hohe Wellen über den Lake Michigan ans Ufer, dass laut lokalen Fernsehberichten Wasser über Teile eines Radfahrweges am Strand spülte. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, sich vom Ufer fernzuhalten.

Der Sturm hatte das Festland am Montagabend (Ortszeit) nahe Atlantic City in New Jersey erreicht. Wasser spülte in New Yorker U-Bahn-Tunnel, die Verkehrsbetriebe sprachen von der schwersten Zerstörung in der 108-jährigen Geschichte dieses Nahverkehrssystems. 80 Häuser in der Metropole brannten ab.

In den schwer überschwemmten Gemeinden entlang der mittleren Atlantikküste wurden den Dienstag über Hunderte Menschen aus ihren von den Fluten abgeschnittenen Häusern gerettet. Mindestens vier Städte in New Jersey standen nach einem Dammbruch bis zu 1,80 Meter hoch unter Wasser. West Virginia bescherte der Sturm teils heftige Schneefälle, an manchen Orten türmte er sich nach Blizzards fast einen Meter hoch. Bäume stürzten unter der Last um und rissen Stromleitungen mit sich.

Kommentare (1)

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maximilian@baehring.at

31.10.2012, 07:31 Uhr

Direkte FOLGE der ABSCHAFFUNG der WEHRPFLICHT!

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/immobilienmarkt-das-wohnen-wird-teurer-11944389.html

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