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12.07.2012

19:45 Uhr

Aufstieg zum Mont Blanc

Drei Deutsche sterben bei Lawine in den Alpen

Mehrere Seilschaften sind von den Schneemassen erfasst worden. Mindestens neun Menschen kamen ums Leben, darunter drei Deutsche. Vier zunächst vermisste Bergsteiger überlebten das Unglück.

Mindestens neun Opfer von Lawine begraben

Video: Mindestens neun Opfer von Lawine begraben

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Paris/BerlinNeue Bergtragödie in den Alpen mit deutschen Todesopfern: Am Mont Maudit im Mont-Blanc-Massiv hat eine Lawine am Donnerstag neun Menschen in den Tod gerissen, darunter auch drei Deutsche. Elf weitere Alpinisten wurden nach Angaben der Präfektur von Chamonix verletzt. Die Gruppe soll aus insgesamt 28 Bergsteigern bestanden haben, die am frühen Morgen in 4000 Metern Höhe verschüttet wurden.

Das deutsche Generalkonsulat in Lyon stehe mit den französischen Behörden in Kontakt, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes auf dapd-Anfrage in Berlin. Erst vorige Woche waren im Schweizer Wallis fünf deutsche Bergsteiger ums Leben gekommen. Die Gruppe stürzte beim Abstieg vom Lagginhorn hunderte Meter in den Tod.

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In den Schweizer Alpen sind nur zwei Tage nach dem Absturz fünf deutscher Kletterer erneut zwei Bergsteiger ums Leben gekommen. Die Todesursache ist noch ebenso ungeklärt, um Deutsche handele es sich diesmal wohl nicht.

Die Präfektur des Departements Haute-Savoie in Annecy teilte mit, bei dem Unglück am Mont Maudit seien auch drei Engländer, zwei Spanier und ein Schweizer ums Leben gekommen. Zwei Verschüttete hätten gerettet werden können. Die Verletzten seien in das Krankenhaus von Sallanches, südlich von Cluses, gebracht worden. An der Tour sollen auch Franzosen, Dänen und Serben teilgenommen haben.

Vier zunächst vermisste Bergsteiger überlebten das Unglück, wie die Nachrichtenagentur AFP und der Nachrichtensender BFM am Donnerstagabend übereinstimmend berichteten. Zuvor hatte die Präfektur erklärt, dass sich zwei vermisste Briten selbst gemeldet hätten. Damit liegt die Opferbilanz weiter bei neun Toten - es sind drei Deutsche, ein Schweizer, drei Briten und zwei Spanier. Die Lawine hatte gegen 05.00 Uhr morgens in etwa 4.000 Metern Höhe zwei Seilmannschaften mit professionellen Bergführern und einzelne Bergsteiger mit sich gerissen und verschüttet.

Die Polizei in Chamonix teilte mit, bei ihr sei um 05.25 Uhr ein Notruf über eine Lawine eingegangen. Dutzende Polizisten und Rettungskräfte sowie zwei Hubschrauber seien im Einsatz gewesen, um die Opfer zu bergen. Erschwert wurde die Suche von der Gefahr weiterer Lawinen. Der französische Innenminister Manuel Valls wurde noch am Donnerstag am Unglücksort erwartet.

Nach Angaben der Präfektur hatte sich ein 40 Zentimeter dicker Eisblock gelöst und war den Hang hinabgerutscht, wodurch ein zwei Meter dickes und 50 Meter langes Schneebrett entstanden sei.

Bergsteiger hatten bereits in den vergangenen Tagen von Schneebrettern berichtet. Vor fünf Tagen twitterten Kletterer über heftigen Regen in Chamonix, der in 3.000 Metern Höhe zu Schnee wurde. Die örtlichen Behörden hatten Bergsteiger jüngst zur Vorsicht gemahnt, da das Frühjahr ungewöhnlich schneereich war und die Gefahr von Lawinen daher groß sei.

Der 4.465 Meter hohe Mont Maudit liegt in der Mont-Blanc-Gruppe am Nordostgrat. Die Talorte für Besteigungen des Gipfels sind das französische Chamonix und Courmayeur in Italien. Die Besteigung der drei Berge Mont-Blanc du Tacul, Mont-Maudit und Mont-Blanc ist bei Alpinisten im Sommer sehr beliebt.

Von

afp

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