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06.04.2011

08:08 Uhr

Aus Liebe zu Elvis

Däne baut ein zweites Graceland

Dänemark bekommt eine Kopie von Graceland, dem legendären Wohnsitz von Elvis Presley in Memphis. Streit gibt es mit den Betreibern des US-Originals: Sie halten Graceland Randers für Piraterie.

Der Däne Henrik Knudsen vor seinem ganz eigenem im Bau befindlichen Graceland. Quelle: dpa

Der Däne Henrik Knudsen vor seinem ganz eigenem im Bau befindlichen Graceland.

RandersOb Elvis Presley dieses Graceland in einem Industrieviertel des kleinen dänischen Städtchens Randers wohl gefallen hätte? Der „King of Rock'n'Roll“ kann es nicht mehr sagen, weil er seit 1977 tot ist und nur die Originalausgabe seines legendären Wohnsitzes in Memphis im US-Bundesstaat Tennessee kannte.

Der Däne Henrik Knudsen entdeckte seine Liebe zu Elvis, als er im zarten Alter von 13 Jahren von dessen frühem Tod hörte: „Seitdem sind meine Faszination und Liebe zu diesem Mann immer frisch geblieben.“ Jetzt soll die Liebe mit der Eröffnung der weltweit ersten Graceland-Kopie am 15. April ihren vorläufig spektakulärsten Ausdruck finden.

Das Wort Kopie darf man nicht zu eng auslegen. Von außen ähnelt das neu gebaute „Graceland Randers“ dem 7500 Kilometer entfernten Original durchaus. Im Inneren aber ist - fast - alles anders. Knudsen hat im Souterrain sein schon früher in Randers zu bestaunendes Elvis-Museum mit Originalgitarren des Sängers und anderen Erinnerungsstücken untergebracht.

Immerhin erinnert hier einiges an den berühmten „Jungle Room“, das Lieblingszimmer des Sängers. Im Erdgeschoss sind ein Elvis-Shop sowie ein „stilechtes“ Restaurant mit US-Südstaatenküche untergebracht. Und im ersten Stock präsentiert Knudsen stolz einen gewaltigen „Ballroom“, den man für Familienfeste oder für Konzerte nutzen kann: „Eine Dänin hat ihn schon für ihren 70. Geburtstag gebucht. Der steht 2017 an.“

Knudsen hat für sein Projekt sehr bescheidene Ansprüche im Vergleich zu den 500.000 Besuchern, die jedes Jahr zur Touristen-Attraktion Graceland in Memphis pilgern: „50.000 pro Jahr wären gut“, sagt er und strahlt dabei viel mehr Elvis-Begeisterung als kaltes kaufmännisches Kalkül aus. Ganz anders allerdings empfinden das die Betreiber des Originalbaus im fernen Tennessee. Sie verlangen von ihrem dänischen Nachahmer, dass er sein Projekt entweder komplett ohne den Namen Graceland betreibt. Oder ihnen einen nicht unbeträchtlichen Teil seiner Einnahmen abtritt.

Beides hat Knudsen nicht vor. Wo doch gerade erst die Stadt Randers die Umbenennung der Zufahrtsstraße zu seinem Anwesen in „Graceland Randers Vej“ beschlossen hat. Das helfe ihm genauso wie ein Kartengruß von Priscilla Presley nach einer Begegnung mit ihm.

„Die besten Wünsche für Graceland Randers“, schrieb die Ex-Frau des Sängers da.

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