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28.03.2006

20:02 Uhr

Aus religiöser Überzeugung

Schulverweigerer soll in „Erzwingungshaft“

Weil er seine drei schulpflichtigen Töchter aus religiöser Überzeugung nicht zum Unterricht an eine staatliche Schule schickt, soll ein Vater in Hamburg ins Gefängnis.

HB HAMBURG. Ein Hamburger Schulverweigerer soll hinter Gitter. Das Verwaltungsgericht Hamburg hat eine einwöchige Erzwingungshaft gegen einen 43 Jahre alten Vater angeordnet, weil er seine drei schulpflichtigen Töchter aus religiöser Überzeugung nicht zum Unterricht an eine staatliche Schule schickt, teilte das Gericht am Dienstag mit. Die Eltern halten ihre Kinder von öffentlichen Schulen fern und unterrichten sie stattdessen zu Hause. Gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts kann das Ehepaar Beschwerde einlegen. Die Eltern haben bereits bis zum Bundesverfassungsgericht erfolglos gegen die Schulpflicht für ihre Kinder gekämpft.

Ein Hamburger Amtsrichter hatte den Vater und die 38-jährige Mutter im Februar wegen Verstoßes gegen das Schulgesetz zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Verwaltungsgericht hatte kurz darauf ein Zwangsgeld von 1500 Euro festgesetzt. Die Eltern, die mit ihren insgesamt sechs Kindern im Alter zwischen 1 und 14 Jahren aus freien Stücken in bescheidenen Verhältnissen leben, hätten dieses Zwangsgeld aber nicht gezahlt. Daher sei die Erzwingungshaft gegen den Vater angeordnet worden. Sollte sich die Haft als untauglich erweisen, könne sie auch für die Mutter angeordnet werden, hieß es.

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