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09.01.2010

16:19 Uhr

Auslöser festgenommen

Kuss löste Flughafen-Chaos von Newark aus

Knapp eine Woche nach der Sicherheitspanne und einer Chaosnacht auf dem Flughafen Newark nahe New York ist der fieberhaft gesuchte Verursacher gefasst worden. Der banale Grund für die Sperrung des Terminals: Ein 28-Jähriger chinesischer Student hatte die Sicherheitslinie übertreten, um seine Freundin zu begrüßen.

Ein verhängnisvoller Kuss: Der Student aus China wollte offenbar nur seine Freundin begrüßen und löste ein Flughafenchaos aus. Das Bild machte eine Sicherheitskamera am Flughafen. Reuters

Ein verhängnisvoller Kuss: Der Student aus China wollte offenbar nur seine Freundin begrüßen und löste ein Flughafenchaos aus. Das Bild machte eine Sicherheitskamera am Flughafen.

HB NEW YORK. Die Polizei verhörte am Freitagabend (Ortszeit) einen 28 Jahre alten Studenten aus China, der die Abriegelung eines ganzen Terminals verursacht haben soll. Der Mann war ohne Kontrolle in den Sicherheitsbereich gegangen und hatte so den Großeinsatz ausgelöst. Seinetwegen war ein großer Bereich des Flughafens fast sieben Stunden abgeriegelt, das Chaos an einem der verkehrsreichsten Wochenenden des Jahres hatte sich erst am Montagvormittag aufgelöst.

In ersten Berichten hatte es geheißen, ein Unbekannter sei in den Sicherheitsbereich gerannt, möglicherweise handele es sich um einen Terrorangriff. Später wurde klar, dass der Mann ganz normal gegangen war. Der Sicherheitsbeamte, der den Ausgang kontrollieren sollte, war nicht auf seinem Posten. Obwohl der Komplex sofort abgeriegelt wurde, war der Mann nicht gefunden worden. Die Video-Überwachung war zudem gestört, weil die Kameras zwar aus dem Terminal übertrugen, aber schon tagelang nicht mehr aufzeichneten.

Der fünf Tage später festgenommene Student wurde nach einem vierstündigen Verhör wieder nach Hause geschickt. Mittlerweile scheint klar, dass der 28-Jährige ungeduldig auf eine ankommende Freundin gewartet hatte. Als er sie sah und der Wachmann weg war, schlüpfte er unter dem Absperrband hindurch, umarmte sie und ging mit ihr davon.

Trotz des von ihm verursachten Chaos droht dem Medizinstudenten nur eine verhältnismäßig geringe Strafe. Amerikanische Medien berichten, er müsse höchstens mit einem 30-tägigen Arrest rechnen. Andere Quellen sprechen von einer Geldstrafe. Der Wachmann ist seit Donnerstag vom Dienst suspendiert. Gegen ihn soll ein Dienstverfahren eingeleitet werden.

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