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06.01.2011

12:34 Uhr

Australien

Nach den Überschwemmungen ist die Normalität ein Jahr entfernt

Das Hochwasser in den überschwemmten Gebieten Australiens scheint seinen Höchststand überschritten zu haben, doch andere Regionen zittern, weil die Fluten südwestlich wandern. Die weiteren Folgen dürften nachhaltig sein. Die Normalität ist weit entfernt.

HB BISBANE/SYDNEY. Heftige Gewitter haben den überschwemmten Gebieten in Australien am Donnerstag neue Niederschläge gebracht. Dennoch scheint der Höhepunkt des Hochwassers überschritten. Das Hochwasser in der australischen Küstenstadt Rockhampton steigt nicht mehr.

Es standen zwar auch am Donnerstag nach wie vor zahlreiche Straßen unter Wasser, doch blieb der Hochwasserpegel unter der befürchteten Marke von 9,40 Meter. In der überfluteten Stadt Rockhampton erwarteten Meteorologen keinen weiteren Anstieg des Wassers im Fluss Fitzroy. „Es sieht so aus, als ob der Höhepunkt überschritten ist. Das sind sehr gute Nachrichten“, sagte Bürgermeister Brad Carter Sender Nine Network. „Es gibt sogar Anzeichen, dass das Wasser zurückgeht.“ Es könne aber ein Jahr dauern, bis die Stadt zur Normalität zurückkehre, sagte Carter. Tausende Häuser und Geschäfte haben Wasserschäden.

Im Staat Queensland sind etwa 200 000 Menschen von den Überschwemmungen betroffen. Rund 1200 Wohnhäuser wurden unter Wasser gesetzt, mehr als 10 000 erlitten Schäden. Während die 75 000 Einwohner von Rockhampton sich nun auf das Aufräumen vorbereiten, herrscht in St George rund 665 Kilometer südwestlich von Rockhampton Krisenstimmung.

Der Fluss Balonne ist stark angeschwollen und die Dämme drohen zu brechen. Die rund 3000 Einwohner waren dabei, Sandsäcke zu füllen, um die Dämme zu stärken und ihre Häuser zu schützen. Wenn die Dämme brechen, würden 80 Prozent der Stadt überschwemmt. St George stand erst im vergangenen Jahr unter Wasser.

Großen Schaden erwartet zudem die australische Kohleindustrie. Die Wiederaufnahme der Kohleproduktion in den überfluteten Gebieten könnte sich noch Wochen hinziehen. Der Bergbaukonzern Anglo American, der im Herzen des australischen Kohlebergbaus, dem Bundesstaat Queensland, sieben Kohleminen betreibt, bereitet derzeit die Trockenlegung der Gruben vor. „Das wird schätzungsweise einige Wochen dauern“, sagte Seamus French, Chef der Kohlesparte am Donnerstag. Auch die Konkurrenten Rio Tinto, Xstrata und BHP Billiton sind von den Überschwemmungen betroffen. Insgesamt standen in Queensland drei Viertel der Minen still.

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