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11.10.2013

17:40 Uhr

Austrittswelle im Bistum

Neuer Lügenvorwurf gegen Limburger Bischof

Der Vermögensverwaltungsrat nennt den Limburger Bischof Tebartz-van Elst einen Lügner und Feigling. Immer mehr Gläubige treten aus der Kirche aus. Der Blick geht nun nach Rom.

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst im Schatten: Das Verhalten des Kirchenmannes schade der gesamten Glaubensgemeinschaft, kritisierte der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Stefan Vesper. dpa

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst im Schatten: Das Verhalten des Kirchenmannes schade der gesamten Glaubensgemeinschaft, kritisierte der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Stefan Vesper.

LimburgDer Skandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst steuert auf eine Entscheidung zu. Sollte gegen den Bischof ein Strafbefehl wegen Falschaussage ergehen, wäre dies ein Wendepunkt, sagte der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch. Er will den Fall kommende Woche bei einem Treffen mit Papst Franziskus in Rom ansprechen. Das Bistum zog am Freitag überraschend die Ankündigung zurück, Tebartz-van Elst werde sich am Wochenende in einem Brief an die Gläubigen wenden. Gründe wurden nicht genannt.

In dem Bistum treten inzwischen immer mehr Gläubige aus der Kirche aus. Zugleich werden weitere Vorwürfe laut. Der Sprecher des bischöflichen Vermögensverwaltungsrats, Jochen Riebel, bezeichnete Tebartz-van Elst am Freitag als Lügner und Feigling. So habe der Bischof die Unwahrheit gesagt, als er die Kosten für seine Residenz im Juni mit knapp zehn Millionen Euro angegeben habe.

Auch die Behauptung, es habe keine kostspieligen Sonderwünsche gegeben, sei gelogen, sagte Riebel der dpa. Die Kostensteigerung gehe ausnahmslos auf die Wünsche des Bischofs zurück. Allein seine Wohnung mit einem 63 Quadratmeter großen Wohnzimmer habe laut den Unterlagen 2,9 Millionen Euro gekostet. Er werfe dem Bischof vor, dass er dafür nicht die Verantwortung übernehme, „sondern dass er wie ein Feigling auf andere zeigt“. Das Bistum hatte die Baukosten Anfang der Woche auf 31 Millionen Euro beziffert.

Zollitsch mahnte alle Bischöfe zur Bescheidenheit. „Alle spüren, wie bedrückend die Situation geworden ist“, sagte der Erzbischof der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). „Gerade wir Bischöfe müssen uns fragen, wie und wo wir wohnen und leben. Wenn neu gebaut wird, haben wir Möglichkeiten, Zeichen zu setzen.“ Die Enttäuschung der Menschen im Bistum Limburg könne er gut verstehen. „Papst Franziskus lehrt uns allen einfaches Leben, Demut und Bescheidenheit.“

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck legt angesichts der Vorgänge in Limburg das Vermögen des Ruhrbistums komplett offen. „Beim Umgang mit kirchlichen Finanzen ist größtmögliche Transparenz erforderlich“, erklärte Overbeck. Der Bischöfliche Stuhl besitzt demnach nur rund 2,2 Millionen Euro, von denen der Bischof über knapp ein Zehntel frei verfügen könne.

Nach einem Bericht der „Frankfurter Neuen Presse“ wollen Gläubige aus 60 Pfarreien des Bistums eine Gebetsstaffel für einen Ausweg aus der Krise starten. Gleichzeitig habe die Bezirksversammlung den Bischof schriftlich zum Rücktritt aufgefordert, berichtete die Online-Ausgabe der Zeitung. „Unser Ihnen immer wieder entgegen gebrachtes Vertrauen in Ihre Amtsführung ist zerrüttet“, heißt es in einem Brief, der am Freitag überbracht worden sei. Das Bistum bestätigte den Eingang des Schreibens nicht.

Kommentare (9)

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Manfred

11.10.2013, 19:34 Uhr

Als Christ gehöre ich nicht dem Katholizismus an weil der Priester/Bischof gefällt, sondern
Gott und Inhalt der Bibel mir etwas sagen. Es gibt ausreichend Kirchen die besucht werden können ohne Austritt.
Parallel könnten immer noch Schreiben verfasst werden.
Warum wurde nicht früher von den Zuständigen Personen interveniert?

Account gelöscht!

11.10.2013, 23:40 Uhr

Als Christ mit der Lizenz zum Geldgeben gehört man auf den Scheiterhaufen.

Account gelöscht!

12.10.2013, 02:23 Uhr

"Nach einem Bericht der „Frankfurter Neuen Presse“ wollen Gläubige aus 60 Pfarreien des Bistums eine Gebetsstaffel für einen Ausweg aus der Krise starten"
*
lol
*
"Beten" wird da wohl kaum noch helfen. In diesem Fall ist der Staatsanwalt gefordert!

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