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20.06.2013

13:48 Uhr

Auto, Bahn, Schiff und Co.

Flut legt viele Verkehrswege lange Zeit lahm

Das Hochwasser weicht zurück, die Wassermassen geben nun langsam die ganzen Folgen der Flut preis: Die Schäden an der Infrastruktur liegen bei 1,5 Milliarden Euro. Die Kosten für die Wirtschaft sind noch viel höher.

Unwetter im Westen - Aufgeplatzte Autobahnen im Süden

Video: Unwetter im Westen - Aufgeplatzte Autobahnen im Süden

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DüsseldorfDas bayrische Deggendorf bleibt Deutschlands Sorgenkind. Die Scheitelwelle der Flut hat den Ort schon vor Wochen passierte und rollte weiter gen Norden, doch noch immer gilt in dem Landkreis Katastrophenalarm. Jetzt, wo das Wasser die Straßen und Häuser wieder freigegeben hat, zeigt sich das wirkliche Ausmaß der Schäden: Heizölrückstände in Gärten und Wohnungen, Berge von Müll - und eine stark in Mitleidenschaft gezogene Infrastruktur, die sich nicht nur vor Ort auswirkt.

Autobahnen: Mehrere Tage standen die Autobahnen 3 und 92 bei Deggendorf unter Wasser, am Wochenende wurde der Autobahnabschnitt dann endlich wieder zur Fahrt freigegeben. Die Erleichterung hielt nur kurz. Denn durch die extremen Wetterbedingungen hatte sich die Straßendecke angehoben - ein Sicherheitsrisiko.

Das kann geschehen, wenn der Boden unter den Betonfahrbahnen noch besonders kühl, die Hitze an der Straßenoberfläche aber extrem ist, wie es während des Hochwassers der Fall war. An den Straßenplatten müssen nun Entlastungsschnitte durchgeführt werden, damit sich der Straßenbelag wieder ausbreiten kann.

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„Man kann das Problem so kurzfristig beheben, langfristig wird man die Straßenplatten aber wohl austauschen müssen", sagte ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums Handelsblatt Online. Die Erneuerung eines Kilometers Autobahn kostet nach Auskunft des bayrischen Innenministeriums bereits fünf Millionen Euro - bei der Autobahn in Deggendorf sind es wahrscheinlich vier Kilometer, die erneuert werden müssen.

Die A3 zwischen Passau und Nürnberg, die A8 bei Bernau, die A5 zwischen Karlsruhe und Heidelberg, die A9 zwischen Leipzig und Berlin und die A17 am Grenzübergang zu Tschechien waren teilweise überflutet oder zumindest wegen des Hochwassers gesperrt.

Hinzu kommen zahlreiche Bundes- und Landesstraßen, teilweise überflutete das Hochwasser ganze Städte. Die Straßen, aber auch die Schienen und die Flüsse selbst haben stark unter den Wassermassen gelitten.

Auf welche Summe sich die Kosten anwachsen werden, wenn alles Wasser versickert oder abgeflossen ist, ist noch immer unklar. Noch in der vergangenen Woche sagte Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), er rechne mit Schäden im „hohen dreistelligen Millionenbereich".

Kommentare (2)

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NKM

20.06.2013, 15:02 Uhr

Zitat Santos: "Und wenn dann nicht Neue Wasserwege gebaut worden sind die den Wasser mengen einen direkteren und schnelleren ablaufen ermöglichen...dann kann man heutige Überschwemmung-Gebieten als permanente Neue Seen Deutschlands bezeichnen. "

Das ist genau der völlig falsche Weg - Renaturisierung schon ab der Quelle heißt das Zauberwort. Das Problem an den Hochwassern ist doch genau das, dass die Flüsse zu schnell fließen durch Begradigung und Flussbetteinengungen und -Verlegungen und dann an den Nadelöhren und Verzweigungen hängen bleiben und Überlaufen.
Hinzu kommt noch die exsessive Bebauung der naturgewachsenen Überflutungsflächen. Das Wasser sucht sich eben seinen Weg und man kann es weder wirklich aufhalten noch in Bahnen zwingen. Je schneller ein Fluss fliesst, desto schneller läuft er "über". Spätestens an der nächsten Kurve oder an einer Einmündung wird sich das Wasser stauen, da mehr Wasser nachkommt als abfließen kann. Wer ein bisschen was von den Gesetzmäßigkeiten von Flüssigkeiten versteht, der sollte das wissen.

Was wir brauchen sind mehr naturbelassene Überflutungsflächen um den Fluss zu bremsen - nur dann kann man solche extremen Hochwasser vermeiden. Hätte auch noch einen Vorteil was das Grundwasser und damit das Klima allgemein betrifft - aber das ist ein anderes Thema ;-)

Neue Flussbetten um die Flüsse noch schneller zu machen - Nein Danke!

Treudoof

20.06.2013, 21:14 Uhr

Welche Hochwasserkosten?
Diese jämmerlichen Eurocentbeträge von was? 1,5 MRD reichen doch in Zypern nicht mal für das Wochenende.
Und hier zu Lande wird der dümmliche Michel von diesen gigantischen Beträgen nahezu erschlagen? Na wenn man noch nen paar Arbeitslose mitfinanzieren muss wird das alles zusammen bestimmt zum Untergang Deutschlands reichen.
Fragen Sie doch mal die Lobby des DIW, die erklären die dolle Bedrohung bestimmt viel wahlwirksamer.

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