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15.10.2012

18:35 Uhr

Baumgartners Rekord-Sturz

Der Überschall-Sprung – die Mondlandung unserer Generation?

Es ist eine clevere Marketingstrategie, die die Menschen mit einem echten Helden begeistert: Millionen Zuschauer weltweit zitterten um Felix Baumgartner bei seinem Überschall-Sprung - und jubelten danach umso lauter.

Pilot Felix Baumgartner bei seinem Sprung aus der Stratosphäre . (Foto: Jay Nemeth /Red Bull Content Pool) dpa

Pilot Felix Baumgartner bei seinem Sprung aus der Stratosphäre. (Foto: Jay Nemeth /Red Bull Content Pool)

Roswell/WienDie Mondlandung unserer Generation. So wurde der Überschall-Sprung von Extremsportler Felix Baumgartner zigfach in sozialen Netzwerken und im Fernsehen beschrieben. Ein gesponsertes Live-Spektakel für die Generation Facebook und Twitter, durchkomponiert von Marketingstrategen, inszeniert nach den Regeln der Hollywood-Ästhetik. Und doch stockte Millionen Menschen der Atem, als sie mit dem Sportler aus der Stratosphäre auf die Erde blickten. Nach dem geglückten Überschall-Flug siegte selbst bei Kritikern die Faszination für das Überwinden menschlicher Grenzen.

Es hätte auch ein Action-Film sein können, der am Sonntag live Millionen Menschen stundenlang vor ihren Bildschirmen hielt: Kaum jemand glaubt mehr an den jungen, sympathischen Helden (Felix Baumgartner), der mit Hilfe seines großväterlichen Freundes (Joe Kittinger) Unglaubliches schaffen will. Doch plötzlich geht alles ganz schnell, und er hebt ab Richtung All, lebende Rückkehr ungewiss. Sorgenvolle Blicke der hübschen Freundin, die Mutter weint.

Probleme tauchen auf (Visierheizung), doch der Abenteurer hält an seiner Mission fest. Und er spricht mit Blick auf die Erde Worte für Geschichtsbücher: „Manchmal musst du weit hinauf gehen, um zu sehen, wie klein du eigentlich bist. Jetzt komme ich nach Hause.“ Schocksekunden während des Sprungs (Baumgartner trudelt) - dann das Happy End. Der Tollkühne schwebt sicher zur Erde, kniet sich auf den Boden, reckt die Hände zum Himmel: „Mission accomplished!“ Dann wird klar, dass er einen Rekord seines 84-jährigen Mentors vermutlich aus Respekt nicht gebrochen hat. Beide Männer salutieren voreinander. Solche Helden rühren die ganze Welt.

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„"Projekt Stratos" war ein durchgestyltes Ereignis für das Flachbildschirm- und Web-Zeitalter, gezeigt in HD, untermalt vom schweren Atem des Protagonisten, begleitet von Tabellen in Echtzeit“, schreibt die österreichische Zeitung „Kurier“ am Montag.

Kommentare (3)

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15.10.2012, 20:08 Uhr

Naja was hat es für einen Sinn für Geld, mit dem man wahrscheinlich eine ganze Generation hungriger Kinder nähren könnte, auf dem Mond rumzustiefeln und Flaggen aufzustellen oder mit einem funkferngesteuerten Roboter Marssteine in HD zu fotografieren.

KarlValentinDerGrosse

15.10.2012, 21:52 Uhr

Kusch! Gehen Sie bitte zurück in ihre Höhle.....

Account gelöscht!

16.10.2012, 00:42 Uhr

Immer diese Gutmenschen. Spenden Sie doch Ihren kompletten Lohn und wohnen in einem Zelt auf dem nächsten Parkplatz.

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