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21.07.2014

23:12 Uhr

Behinderung der Justiz

Freund von Boston-Bomber droht 20 Jahre Haft

Ein Studienfreund des mutmaßlichen Boston-Bombers Dschochar Zarnajew ist wegen Behinderung der Justiz verurteilt worden. Der junge Kasache soll Beweismaterial beiseite geschafft haben. Ihm drohen nun 20 Jahre Haft.

Erster Fall im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Bostoner Marathon: Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass Asamat Taschajakow nach dem Anschlag der Zarnajew-Brüder Beweismaterial beiseite geschafft hat. ap

Erster Fall im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Bostoner Marathon: Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass Asamat Taschajakow nach dem Anschlag der Zarnajew-Brüder Beweismaterial beiseite geschafft hat.

BostonEin junger Kasache, der den Attentätern vom Boston-Marathon geholfen haben soll, ist im US-Bundesstaat Massachusetts wegen Behinderung der Justiz schuldig gesprochen worden. Die Geschworenen eines Bundesgerichts in Boston sahen es am Montag als erwiesen an, dass Asamat Taschajakow nach dem Anschlag der Brüder Tamerlan und Dschochar Zarnajew Beweismaterial beiseite schaffte.

Das Strafmaß soll Mitte Oktober verkündet werden. Taschajakow drohen bis zu 20 Jahre Haft und die Ausweisung nach Kasachstan.

Der vor zwei Wochen begonnene Prozess gegen den 20-Jährigen ist der erste Fall im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Bostoner Marathonlauf vom 15. April 2013, der vor einem US-Gericht verhandelt wurde. Bei dem Angriff explodierten zwei Sprengsätze kurz nacheinander im Zielbereich des Rennens. Drei Menschen starben und rund 260 weitere wurden verletzt.

Beweise wurden erst zwei Tage später entdeckt

Auf ihrer Flucht erschossen die Zarnajew-Brüder zudem einen Polizisten. Während Tamerlan bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei ums Leben kam, wurde Dschochar wenige Tage nach dem Attentat festgenommen.

Die Brüder stammen aus einer tschetschenischen Familie und soll radikalen Islamisten nahegestanden haben. Taschajakow war ein Freund von Dschochar Zarnajew, gemeinsam besuchten sie die University of Massachusetts in Dartmouth. Nach Ansicht der Geschworenen ließ der junge Kasache zusammen mit zwei weiteren Freunden einen Rucksack mit Feuerwerkskörpern und Schwarzpulverrückständen aus Dschochars Studentenwohnheimzimmer verschwinden. Die in einer Mülltonne entsorgten Beweise wurden erst zwei Tage später von der Polizei entdeckt.

Terror bei Sportereignissen

1972 München

Während der Olympischen Spiele in München im Jahr 1972 wurden elf israelische Sportler von palästinensischen Terroristen der Gruppe „Schwarzer September“ als Geiseln genommen – Ziel war die Freipressung von Gefangenen. Beim gescheiterten Befreiungsversuch auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck starben alle noch lebenden Geiseln, ein Polizist und fünf der Terroristen.

1996 Atlanta

Im Olympia-Park von Atlanta explodierte während der Olympischen Spiele 1996 eine Bombe. Die Explosion tötete zwei Personen, mehr als 100 wurden verletzt. Täter war ein Anti-Abtreibungs-Aktivist.

2002 Madrid

Die baskische Terrorgruppe ETA brachte Anfang Mai 2002 eine Bombe im Vorfeld eines Champions-League-Halbfinalspiels zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona zur Explosion. In weniger als 100 Metern Entfernung zum Stadion Santiago Bernabéu ging ein Sprengsatz hoch. Es gab keine Todesopfer.

2008 Rallye Dakar

Die berühmte Rallye wurde im Jahr 2008 abgesagt. Terrorwarnungen für Mauretanien hatten die Veranstalter dazu bewogen.

2009 Lahore

Der Mannschaftsbus des Cricket-Nationalteams von Sri Lanka wird in der pakistanischen Stadt Lahore von einer Gruppe bewaffneter Täter beschossen, die vermutlich dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe standen. Sechs Nationalspieler werden verletzt, sechs Polizisten und zwei Zivilisten sterben.

2013 Boston

Zwei Explosionen erschüttern den Bereich des Zieleinlaufs des Boston Marathons am 15. April 2013. Drei Menschen sterben noch am selben Tag, weit über 100 sind verletzt, einige von ihnen sehr schwer. Über die Hintergründe des Vorfalls herrscht zunächst Unklarheit.

Von dem Vorwurf, auch den Laptop des Boston-Bombers beiseite geschafft zu haben, wurde Taschajakow aber freigesprochen. Er nahm den Schuldspruch ohne Gemütsregung hin, seine Mutter dagegen brach auf der Besuchertribüne in Tränen aus. Sein Verteidiger Matthew Myers kündigte an, gegen das Urteil vorzugehen.

Da der Anschlag Boston noch immer sehr bewege, sei es "sehr schwierig", "objektive Geschworene" zu finden. Dschochar Zarnajew soll ab November vor Gericht stehen. Laut US-Justizminister Eric Holder wird die Anklage für ihn die Todesstrafe fordern.

Von

afp

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