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05.04.2011

15:04 Uhr

Bekannt als Mutter Drombusch

Witta Pohl erliegt Leukämie-Leiden

Im Alter von 73 Jahren ist Witta Pohl in Hamburg gestorben. Erst im März war bekannt geworden, dass die Schauspielerin an Leukämie erkrankt ist. Ihre bekannteste Rolle hatte Pohl in der Serie „Diese Drombuschs“.

Witta Pohl mit dem ebenfalls verstorbenen Günter Strack in "Diese Drombuschs". Quelle: dpa

Witta Pohl mit dem ebenfalls verstorbenen Günter Strack in "Diese Drombuschs".

Als „Mutter Drombusch“ hat sie sich in die Herzen von Millionen Fernsehzuschauern gespielt: Witta Pohl ist in ihrer langen Schauspielkarriere in viele Rollen geschlüpft, auf der Bühne wie im Fernsehen - doch für viele ist sie bis zu ihrem Tod die „Mutter Drombusch“ geblieben. In der populären ZDF-Serie gab sie in den 80er Jahren die resolute Frau, die wie eine Löwin für ihre Familie kämpft. Sie war der ruhende Pol zwischen Onkel Ludwig und Vater Siggi. Ein Part, der ihr wie auf den Leib geschrieben schien und viele Sympathien einbrachte. Genau wie ihr energischer und unermüdlicher Einsatz für Not leidende Kinder in Osteuropa. Im Alter von 73 Jahren hat die Hamburgerin nun ihren schwersten Kampf verloren: Sie erlag einer Leukämieerkrankung.

Es waren die Zeiten vor dem Boom der Privatsender, als die erfahrene Theaterschauspielerin zum Fernsehliebling avancierte. Im Schnitt 51 Prozent der TV-Haushalte sahen die ersten zwölf Folgen der Reihe „Diese Drombuschs“ (1983-1985), die bis 1994 immer wieder mit neuen Staffeln fortgesetzt wurde. Als sich stets aufopfernde Vera Drombusch war Pohl das Oberhaupt des Clans rund um Onkel Ludwig (Günter Strack), Vater Siggi (Hans-Peter Korff), Marion (Sabine Kaack), Tina (Marion Kracht) und Chris (Mick Werup). Als Schauspieler Werup sich vor wenigen Monaten das Leben nahm, war das auch für seine einstige Film-Mutter ein großer Schock. Nur kurze Zeit später - am 9. Februar - sagten ihr nach einem Zusammenbruch die Ärzte, dass sie an einer besonders schweren Form akuter Leukämie leide.

Es begann eine Phase größter Anstrengungen, „der sie sich mit Entschlossenheit und großer Energie stellte“, hieß es aus ihrem Umfeld. So wie sie immer voller Energie gekämpft hat - in ihren Rollen und privat. Denn auch wenn es im Fernsehen in den vergangenen Jahren ruhiger um Pohl geworden war, hatte die Mimin sich längst nicht zur Ruhe gesetzt. Immer wieder war sie für die Kinderluftbrücke unterwegs. Der 1991 von ihr ins Leben gerufene Verein setzt sich für Kinder in Osteuropa ein und organisiert Hilfsgütertransporte. „Schauen wir einmal hinüber zu denen, die auf der Schattenseite dieser Erde leben müssen - und es ist schon ein Glück, wenn wir überhaupt noch einen Blick für jene haben“ - ihr lag das am Herzen.

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