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23.03.2013

14:44 Uhr

Benedikt empfängt Franziskus

Päpstliches Gipfeltreffen

Das emeritierte Kirchenoberhaupt Benedikt hat in der päpstlichen Sommerresidenz seinen Nachfolger Franziskus I. zum privaten Meinungsaustausch empfangen. Ein Treffen mit Seltenheitswert in Castel Gandolfo.

Alter und neuer Papst: Franziskus (l.) zu Besuch bei seinem Vorgänger Benedikt. Reuters

Alter und neuer Papst: Franziskus (l.) zu Besuch bei seinem Vorgänger Benedikt.

RomHistorisches Treffen: Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat seinen Nachfolger Franziskus in Castel Gandolfo zu einem privaten Besuch empfangen. Auf der Piazza des Ortes über dem Albaner See kamen Applaus und Rufe nach Franziskus und Benedikt auf, als der neue Papst am Samstagmittag dort eintraf.

Vier Tage nach seiner feierlichen Amtseinführung flog das neue Oberhaupt der katholischen Kirche im Helikopter des Vatikans zu der päpstlichen Sommerresidenz südlich von Rom. Dort tauschten sich Franziskus und Benedikt vor einem Mittagessen in der Bibliothek aus.

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Die Argentinier sind in Feierlaune, mit Franziskus wurde einer von ihnen Papst. Aber die Vergangenheit der katholischen Kirche in Argentinien ist nicht unbelastet – und wirft auch auf Franziskus einen Schatten.

Joseph Ratzinger hatte seinen argentinischen Nachfolger am Landeplatz von Castel Gandolfo erwartet, wie der Vatikan mitteilte. Der am 28. Februar zurückgetretene Benedikt wohnt in der Residenz der Päpste bis zu seinem späteren Umzug in ein Kloster im Vatikan.

Einzelheiten wurden von der einzigartigen Gipfelbegegnung kaum erwartet, der Vatikan hatte den privaten Charakter des Treffens betont. Wie es heißt, hatte Benedikt ein persönliches Memorandum für seinen Nachfolger vorbereitet. Dieser muss sich mit mehreren Krisen befassen, so mit der „Vatileaks“-Affäre um Machenschaften im Vatikan.

Der emeritierte deutsche Papst und der südamerikanische Nachfolger kennen sich seit langem und haben auch die Bücher des jeweils anderen gelesen. Jorge Mario Bergoglio hat Joseph Ratzinger seit seiner Wahl zum Papst mehrmals gewürdigt. Er dankte ihm vor den Kardinälen. Seit dem Konklave rief Franziskus außerdem zweimal bei Benedikt an.

Der 85-jährige Ratzinger war am 28. Februar wegen nachlassender Kräfte von dem Amt des Oberhirten seiner Weltkirche von knapp 1,2 Milliarden Katholiken zurückgetreten. Es war ein spektakulärer Schritt, weil er sein Pontifikat nicht bis zum Tod ausführen wollte. Das ermöglichte das seltene Treffen eines ehemaligen Papste mit dem amtierenden Kirchenoberhaupt.

Benedikt gelobte dem Nachfolger bedingungslosen Gehorsam und betet für Franziskus. Ein Schattenpapst will er nicht sein. Das Konklave mit der Papstwahl und die Amtseinführung des Argentiniers am vergangenen Dienstag verfolgte Ratzinger im Fernsehen vom Apostolischen Palast in Castel Gandolfo aus.

Von

dpa

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