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28.02.2014

17:57 Uhr

Berlin

Fledermäuse bremsen Bau des Einheitsdenkmals

Es ist nicht das erste Mal, dass Bauvorhaben infrage gestellt werden, weil eine geschützte Tierart bedroht ist. In Berlin fällt jetzt Fledermäusen diese Rolle zu. Sie könnten den Bau des Einheitsdenkmals ausbremsen.

Dort, wo das Einheitsdenkmal entstehen soll, wurde ein Völkchen von seltenen Wasserfledermäusen entdeckt. dpa

Dort, wo das Einheitsdenkmal entstehen soll, wurde ein Völkchen von seltenen Wasserfledermäusen entdeckt.

BerlinBei der Dresdner Waldschlösschenbrücke wäre die Kleine Hufeisennase beinahe noch die Rettung des Unesco-Weltkulturerbetitels für das Elbtal gewesen. Nun könnte eine andere Fledermaus-Art den Baufortschritt beim lange geplanten Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin aufhalten. Im Sockelgewölbe des einstigen Nationaldenkmals für Kaiser Wilhelm I., auf dem das Freiheitsdenkmal entstehen soll, wurde ein Völkchen von seltenen Wasserfledermäusen entdeckt. Ein mit allen erdenklichen Behörden abgestimmtes Programm soll nun helfen, den angestammten Lebensraum der Tiere zu retten.

„Ziel der Planung ist es, die Population der Wasserfledermäuse innerhalb des historischen Sockelgewölbes zu erhalten“, so formuliert es eine Sprecherin des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung (BBR) auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Die Beobachtung der Tiere mit GPS-Sendern habe gezeigt, dass sie ihr feucht-dunkles Domizil am Berliner Schlossplatz immer wieder für Ausflüge in den nahen Plänterwald im Bezirk Treptow-Köpenick nutzen. Deshalb werden dort „Ausgleichsquartiere“ geschaffen. Nach Abschluss der Bauarbeiten sollen die Fledermäuse wieder in die Kellergewölbe am Schlossplatz zurückkehren.

Unter Umständen könnten auch Mosaiken aus der Kaiserzeit, die auf dem Sockel gefunden wurden und sichtbar bleiben sollen, zu Verzögerungen im Genehmigungsverfahren führen. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtete darüber. Der Denkmalschutz beschäftige sich damit.

Das Denkmal in Form einer sich bewegenden, begehbaren Schale („Bürger in Bewegung“) soll künftig an die friedliche Revolution 1989 in der DDR und die deutsche Einheit erinnern. Die Fertigstellung war für 2015 geplant. Ursprünglich sollte es schon 2013 oder 2014 eröffnet werden.

„Der Kostenrahmen liegt weiterhin bei zehn Millionen Euro“, betonte am Freitag ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Nach seinen Angaben ist die erste Phase der Sockelsanierung abgeschlossen, derzeit läuft die zweite Phase. Grütters werde sich in Kürze mit dem Stuttgarter Designer Johannes Milla zu den weiteren Schritten des Bauvorhabens austauschen. Milla hatte das Denkmal gemeinsam mit der Berliner Choreographin Sasha Waltz entworfen. Waltz ist aber inzwischen aus dem Projekt ausgestiegen.

In der Schale wird die Inschrift „Wir sind das Volk. Wir sind ein Volk“ zu lesen sein. Auf konkurrierende Inschriften solle nach aktuellem Planungsstand verzichtet werden, sagte Grütters Sprecher.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

03.03.2014, 14:25 Uhr

Brave Fledermäuse! :-)
In Zeiten knapper Kassen bei gleichzeitig explodierender Abgaben- und Steuerlast sollte für so einen Blödsinn wie nutzlose Denkmäler kein Geld da sein!

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