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27.06.2014

09:20 Uhr

Berlin nach Köln

ICE wegen Rauchentwicklung liegengeblieben

Ein ICE ist in Sachen-Anhalt wegen Rauchentwicklung stehen geblieben. Auf dem Weg von Berlin nach Köln müssen sich die 200 Reisenden gedulden. Die Ursache für die Rauchentwicklung im hinteren Triebwagen ist noch unklar.

Reisegäste der Deutschen Bahn wechseln am 24.12.2011 nach einem Bremsschaden in Gardelegen die Bahn. Auch heute gab es einen unfreiwilligen Stopp in Gardelegen. dpa

Reisegäste der Deutschen Bahn wechseln am 24.12.2011 nach einem Bremsschaden in Gardelegen die Bahn. Auch heute gab es einen unfreiwilligen Stopp in Gardelegen.

GardelegenEin ICE mit etwa 200 Reisenden an Bord ist wegen einer verdächtigen Rauchentwicklung in Sachsen-Anhalt liegengeblieben. Der Lokführer stoppte den Zug von Berlin nach Köln am Freitagmorgen bei Gardelegen, wie die Bundespolizei in Pirna mitteilte. Aus dem hinteren Triebwagen des zweiteiligen ICE habe er Rauch aufsteigen sehen. Die Ursache dafür war zunächst noch unklar.

Die Feuerwehr war am Morgen im Einsatz, konnte nach Angaben einer Bahnsprecherin aber nichts finden. Die Reisenden sollten daraufhin in den vorderen Teil des Zuges umsteigen und ihre Fahrt fortsetzen. Verletzt wurde niemand.

Die wichtigsten Fragen zum Kartellverfahren der Bahn

Wie verkauft die Bahn ihre Fahrscheine?

Auf deutschen Bahnhöfen stehen rund 7000 Fahrkartenautomaten. Die Deutsche Bahn (DB) unterhält außerdem gut 400 Reisezentren. Fahrscheine gibt es auch in 2700 anderen Verkaufsstellen, oft Reisebüros außerhalb der Bahnhöfe. Knapp ein Drittel ihrer Tickets verkauft die Bahn inzwischen über das Internet. Dieser Anteil steigt Jahr für Jahr.

Wer sind die Wettbewerber der Deutschen Bahn?

Die DB hat im Fernverkehr fast keine Konkurrenz, im Nahverkehr jedoch eine ganze Menge. Es sind Privatbahnen und Töchter ausländischer Staatsbahnen, zum Beispiel Veolia, Netinera oder Benex.

Welche Nachteile beklagen die Konkurrenten der Bahn?

Ihr Interessenverband Mofair wirft der DB „Machtmissbrauch“ in den Bahnhöfen vor. Sie lasse Schalter anderer Anbieter dort nicht zu und verkaufe deren Tickets auch an ihren Automaten nicht. Mofair fordert ein „neutrales Vertriebssystem“. Die DB müsse an ihren Automaten auch fremde Fahrscheine verkaufen. Ein Gesetz, das dies vorsah, scheiterte vorigen Sommer im Parlament. In dieser Legislaturperiode könnte es einen neuen Anlauf geben. Ein weiterer Kritikpunkt: Wenn die DB Tickets für Wettbewerber verkaufe, verlange sie üppige Provisionen, die je nach Partner auch noch unterschiedlich hoch seien.

Was kann das für die Bahnfahrgäste bedeuten?

Der Bahnhof ist das Tor zur Bahn. Wenn Bahnkunden nicht sehen, dass es auch andere Anbieter auf dem Schienennetz gibt, werden sie dem Marktführer Deutsche Bahn auch nicht untreu. Günstigere Angebote bleiben unentdeckt.

Warum hat das Kartellamt ein Verfahren gegen die Bahn eingeleitet?

Die Behörde hat nach eigenen Angaben von mehreren Eisenbahnbetreibern Beschwerden über das Geschäftsgebaren der DB erhalten. Sie hat nun den Verdacht, dass der Staatskonzern seine marktbeherrschende Stellung beim Fahrkartenvertrieb ausnutzt. Die Behörde hört alle Beteiligten an und macht sich ein eigenes Bild.

Was lange dauert das Verfahren und was könnte dabei herauskommen?

Einen genauen Zeitrahmen gibt es nicht. Es wird aber sicherlich mehrere Monate bis zu einem Ergebnis dauern. Allein für die Antwort auf den umfangreichen Fragenkatalog des Kartellamts hat die Deutsche Bahn sechs Wochen Zeit. Kartellamtssprecher Kay Weidner erläutert, es gehe nicht um Bußgelder oder Strafzahlungen. Am Ende des „Verwaltungsverfahrens“ könne die Behörde aber von der Bahn verlangen, ihre bisherige Geschäftspraxis zu ändern.

Wie verteidigt sich die Bahn?

Die Bahn bestreitet, den Wettbewerb im Personenverkehr zu behindern. Die Konkurrenten könnten schon heute Flächen in Bahnhöfen für eigene Zwecke anmieten, sagt Vorstandsmitglied Ulrich Homburg. Sie verkauften ihre Tickets in Eigenregie oder über frei wählbare dritte Dienstleister. Die Forderung, Fahrkarten der Konkurrenz für den Fernverkehr in Bahn-Reisezentren mitzuverkaufen, entspreche aber „nicht dem Gedanken von freiem Wettbewerb“. Im Luftverkehr müssten die einzelnen Gesellschaften auch ihre Vertriebskanäle selbst betreiben.

Von

dpa

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