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04.01.2007

10:00 Uhr

Berliner Sparkasse

Anfang vom Ende

VonFrank Matthias Drost

Die EU-Kommission hat durchgesetzt, dass die Berliner Sparkasse an einen privaten Investor veräußert werden darf - samt Bezeichnungsschutz. Dadurch könnte zum ersten Mal eine Sparkasse an einen Privatinvestor gehen. Diesen Präzedenzfall möchte die Sparkassen-Finanzgruppe mit aller Macht verhindern.

Dem Bankchef Hans-Jörg Vetter ist die Sanierung der maroden Berliner Landesbank gelungen. Foto: dpa dpa

Dem Bankchef Hans-Jörg Vetter ist die Sanierung der maroden Berliner Landesbank gelungen. Foto: dpa

BERLIN. Ein Bietergefecht ist bei dem anstehenden Verkauf der Landesbank Berlin Holding, ehemals Bankgesellschaft, programmiert. In- und ausländische Institute haben bereits im Vorfeld der Ausschreibung Interesse signalisiert. Dazu gehören die Commerzbank, die Hypo-Vereinsbank, die Dresdner Bank als auch das Sparkassenlager und die französische BNP Paribas.

Zum Verkauf steht nämlich nicht nur eine wieder florierende Landesbank, die sich sowohl im Privat- als auch im Firmenkundengeschäft tummelt und im Kapitalmarkt- und Immobilienfinanzierungsgeschäft aktiv ist. Die EU-Kommission hat durchgesetzt, dass auch die zur Landesbank gehörende Berliner Sparkasse an einen privaten Investor veräußert werden darf - samt Bezeichnungsschutz. Es wäre das erste Mal, dass ein privater Investor in die Phalanx des Sparkassenlagers stoßen würde.

Diesen Präzedenzfall möchte die Sparkassen-Finanzgruppe mit aller Macht verhindern. Um ihren Anspruch zu unterstreichen, erwarb das Sparkassenlager bereits den zehnprozentigen Anteil der NordLB an der Landesbank für rund 500 Mill. Euro. Daher sind die Chancen hoch, dass Milliardenbeträge in die Kassen des Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin (SPD) gespült werden. Das Land hält 81 Prozent der Anteile.

Noch 2001 war die damalige Bankgesellschaft ein Pleitekandidat. Das 1994 aus der Zusammenlegung Landesbank Berlin einschließlich Sparkasse, der Berliner Bank und der Berlin Hyp entstandene Institut schätzte die wirtschaftliche Lage in den neuen Bundesländern völlig falsch ein. Misslungene Geschäfte mit Immobilienfonds sorgten für Milliardenverluste. Das Land sprang mit einer Kapitalspritze von 1,7 Mrd. Euro ein und hält seitdem die Mehrheit an dem Institut. Zudem übernahm das Land milliardenschwere Bürgschaften für das Immobiliendienstleistungsgeschäft. Brüssel genehmigte die Beihilfen unter der zentralen Auflage, dass sich das Land bis Ende 2007 von seinen Anteilen in einem "diskriminierungsfreien Verfahren" trennt.

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