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17.10.2011

15:48 Uhr

„Bescheuerte Facebook-Party“

Rapper Bushido bepöbelt „Occupy“-Demonstranten

Ein Gentleman wird aus Rapper Bushido in diesem Leben nicht mehr. Gerade mit Intimfeind Sido versöhnt, schafft sich der 33-jährige direkt neuen Ärger. Ziel der Attacken: Die Piratenpartei und Anti-Kapitalismus-Proteste.

Bushido versöhnt sich mit einem alten Feind - und schafft sich neue. dapd

Bushido versöhnt sich mit einem alten Feind - und schafft sich neue.

Rapper Bushido (33) fühlt sich bei den Anti-Wall-Street-Protesten vom Wochenende an eine „bescheuerte Facebook-Party“ erinnert. „Wogegen demonstrieren die Penner denn?“, fragte Bushido am Montag bei einer Pressekonferenz in Berlin. Auch für Wähler der Piratenpartei hat er kein Verständnis. Grundsätzlich findet Bushido, dass Deutschland „eines der geilsten Länder“ der Welt sei.

Gemeinsam mit seinem einstigen Konkurrenten Sido (30) präsentierte er das erste gemeinsame Album der beiden Berliner Rapper. „Ich fand's spektakulär“, sagte Sido über die Zusammenarbeit. Gaststar auf dem Album „23“ ist Peter Maffay.

Sido kann der Fragerunde nicht viel abgewinnen. „Pressekonferenzen sind der größte Scheiß“, sagt er am Ende. Bushido redet eindeutig mehr als sein Geschäftskollege. Von Griechenland über die Piratenpartei bis zu den Anti-Wall-Street-Protesten: „Auf jede Frage gibt es „ne Antwort“, sagt er selbst. Mit Rap will er privat nichts zutun haben. „Ich bin extrem gelangweilt von der deutschen Rap-Szene.“ Manchmal wirkt der Deutsch-Tunesier wie ein Streetworker. Ganz vom Elternschreck-Image lösen will er sich offensichtlich nicht. „Ich werde immer noch tagtäglich angezeigt“, erzählt Bushido. Dazu passt, dass ihm am selben Tag ein Gericht in München verbietet, über eine Teilnehmerin der TV-Show „Big Brother“ zu lästern. Sonst wird es 250 000 Euro teuer.

Die einstigen großen Rivalen in der Rapperszene, eben Bushido und Sido, betonen heute lieber ihre Gemeinsamkeiten und fühlen sich zu alt für gegenseitige böse Worte. „Der Streit ist vorbei, wir werden älter und reifer“, sagte Bushido der „Bild“-Zeitung vom Montag. Sido fügte hinzu, er habe den seit Jahren andauernden Konflikt „aus der Welt schaffen“ wollen und Bushido nach seiner Bandscheiben-OP gute Besserung gewünscht. Kürzlich nahmen die beiden Musiker ein gemeinsames Album auf, das vor einigen Tagen erschien. Zuvor hatten sie sich jahrelang verbal gegenseitig scharf aufs Korn genommen.

Bushido und Sido entdeckten zudem durchaus Gemeinsamkeiten. „Wir planen einen Angelurlaub in der Karibik“, sagte Sido der Zeitung. „Ja, wir haben festgestellt, dass wir das gleiche Hobby haben“, fügte sein Rapper-Kollege hinzu. Und noch etwas verbindet die einstigen Streithähne: „Wir sind halt die Quoten-Rüpel. Damit haben wir uns abgefunden“, sagte Sido. „Wenn jemand in der Talkshow für die Straße oder Verbrecher sprechen soll, dann werden immer wir beide eingeladen.“

Bushidos Aussagen über die „Occupy“-Proteste pflegen das Image des „Quoten-Rüpels“ allerdings auf höchstem Niveau.

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Kommentare (12)

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Bushidofrei

17.10.2011, 17:11 Uhr

Auch ich fühle mich nun von Bushido (wer ist das eigentlich?) geläutert!
Die Occupy-Bewegung verbreitet nur Lügen. Es darf nicht heißen: Wir sind die 99 Prozent! Sondern es muss korrigiert werden: Wir sind 98,9999999999999999 Prozent und ohne Bushido!. Darüber hinaus wäre es wohl für diese Bewegung eher negativ von der besagten Person unterstützt zu werden, da ich Zweifel habe, das Herr Bushido im Entferntesten weiß, was eine Exponentialfunktion ist. Warum sie Alles in der Realität zum Zerreißen bringen kann und warum das überhaupt wichtig ist in diesem Zusammenhang zu verstehen. Aber ich denke Herr Bushido wird, wie wir alle, in der nahen Zukunft am eigenen Leibe erleben, was das ist. Und dann wird niemand mehr auf ihn hören, weil die Menschen ganz andere Probleme am Hacken haben.
Ich habe mein Leben bisher prima ohne den besagten Herren bestritten und habe Zweifel, ob ich ihn oder seine Meinung brauche und es wirkt auf mich befremdlich im Handelsblatt über sooo wichtige Personen zu lesen. Was sagt dieser Zustand jetzt über Bushido aus und vor allem über das Handelsblatt? Oder bin ich auf der HP der Bravo?

Account gelöscht!

17.10.2011, 18:43 Uhr

Ich verstehe die ganze Aufregung nicht - Rap ist doch der Soundtrack des Raubtierkapitalismus, da ist es doch klar, daß bildungsferne Kokser sich schützend vor _ihre_ Banken stellen, wo sie die ganze aus dummen kleinen Kindern rausgepresste Knete gebunkert haben.

Africa Bambaata, NWA, Public Enemy ... das ist doch alles Hippie-Käse aus den 80ern, als Rapper sich noch als Sprachrohr der Ausgebeuteten verstanden.

Heute sind sie doch selbst die Ausbeuter und interessieren sie sich eher für Knarren, fette Autos, Koks und nackte Nutten, halt alles, was ihren Status in ihrer Projektion von Kapitalismus erhöht.

Die nächste Hymne der USA wird wahrscheinlich gerappt und der drittnächste Präsident des Landes gibt das Koks frei, damit ihm selbst niemand am Zeugs flicken kann.

Und: Bushido hat sich gerade als Mitglied des Rats der Wirtschaftsweisen beworben. Noch zwei verblödetet Generationen und der Mann geht als Einäugiger mitten unter Blinden durch.

Dass das HB über Bushido berichtet, ist also kein Lapsus. Es ist vielmehr _weitsichtig_.

Mollemopp

17.10.2011, 19:01 Uhr

Die DDR-Propaganda läuft rund. Die Genossen um Angela Merkel haben sich fragt: Wie können wir die deutsche Jugend von der Occupy-Bewegung fernhalten? Ganz einfach. Es muss ein vermeintliches Jugend-Idol gefunden werden, der dann in allen Medien zum Ausdruck bringt, dass er das nicht gut findet, wenn sich Menschen dieser Bewegung anschließen. Zeit für die deutsche Jugend sich neue Idole zu suchen. Nicht vergessen. Auch Bushido hat es inzwischen zum Millionär geschafft. Und da fühlt man sich wohl und möchte nicht, dass sich irgendetwas daran ändert.

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