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06.02.2014

14:55 Uhr

Beschlagnahmte Schmuggelware

Frankreich zerstört drei Tonnen Elfenbein

Seit 1989 ist der Handel mit Elfenbein verboten – nun hat Frankreich symbolträchtig gehandelt und drei Tonnen nahe des Eiffelturms zermalmen lassen. Es setzt damit Forderungen von Umweltschutzorganisationen um.

Die drei Tonnen Elfenbein, die nun vor so spektakulärer Kulisse zerstört wurden, hatten einen geschätzten Handelswert von einer Million Euro. AFP

Die drei Tonnen Elfenbein, die nun vor so spektakulärer Kulisse zerstört wurden, hatten einen geschätzten Handelswert von einer Million Euro.

ParisMit der symbolträchtigen Zerstörung von Elfenbein am Fuße des Eiffelturms hat Frankreich am Donnerstag den Elefanten-Wilderern und Schmugglern den Kampf angesagt. Mehr als drei Tonnen beschlagnahmten Elfenbeins, mit dem der Handel seit 1989 weltweit verboten ist, wurden inmitten der französischen Hauptstadt zermalmt. Danach sollte das Material in einem Zementwerk verbrannt werden. Damit ist Frankreich das erste europäische Land, das sich der Kampagne zur öffentlichen Zerstörung von Elfenbein angeschlossen hat.

Bisher hatte Frankreich ebenso wie viele andere Länder das beschlagnahmte Elfenbein in Zoll-Lagern, Museen oder Gerichtsräumen aufbewahrt. Umweltschutzorganisationen wie Robin Wood fordern seit langem die systematische Zerstörung von beschlagnahmtem Elfenbein, auch um zu verhindern, dass ein Teil davon heimlich wieder aus den Lagern verschwindet und zurück auf den Schwarzmarkt gelangt.

„Die Zerstörung der Lagerbestände wird nicht allein das Massaker an den Elefanten beenden“, sagt Jacky Bonnemains von Robin Wood. Dies sollte aber Teil eines koordinierten Plans mit verschärften Strafen und Polizeikooperation sein. Hinzu müsse eine Sensibilisierung der Verbraucher kommen, denn vor allem in Asien boome die Nachfrage nach Elfenbein als Schmuck oder Dekoration, fügt Stéphane Ringuet vom Netzwerk zur Überwachung des Handels mit Wildtieren hinzu.

Erst Anfang Januar hatte China, wo die Nachfrage nach Elfenbein weltweit am größten ist, sechs Tonnen zerstört. Hongkong will dem Beispiel 2014 folgen. Zuvor hatten bereits die Philippinen, ein indischer Bundesstaat, Gabun, Kenia und die USA solche Schritte unternommen.

Kommentare (3)

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06.02.2014, 15:45 Uhr

Wenn deswegen ein einziger der getöteten Elefanten lebendig würde, fände ich die Aktion gut, ist aber nicht so. Deshalb: Lieber das Elfenbein versteigern und den Erlös in entsprechende Naturprojekte stecken.

BedauerlicherEinzelfall

06.02.2014, 16:19 Uhr

Ja. Durch die Zerstörung wird das Angebot verringert und so der Preis erhöht, was die Gewinne der Wilderer steigert.

U.G.

06.02.2014, 16:25 Uhr

Dumm,dümmer am dümmsten! Der Preis für Elfenbein macht die weitere Nachfrage und damit steigende Preise. Statt die schon toten Tiere damit noch zu demütigen sollte der Markt mit dem Überschuss geflutet werden, bis der Preis im Boden versinkt. Die erlösten Gelder gehören dann in Schutzprojekte.

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