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12.08.2013

17:55 Uhr

Betriebsrat

Personalmangel forderte beinahe Kollision zweier Züge

Der Personalmangel bei der Deutschen Bahn soll nach Angaben des Betriebsrats Grund für einen Beinahe-Zusammenstoß in Mainz gewesen sein. Es soll ein Fahrdienstleiter zu wenig im Dienst gewesen sein.

Der Blick auf eine Anzeigetafel am Mainzer Hauptbahnhof. Viele Züge fallen derzeit aufgrund von Personalmangel bei der DB Netz AG aus. Reuters

Der Blick auf eine Anzeigetafel am Mainzer Hauptbahnhof. Viele Züge fallen derzeit aufgrund von Personalmangel bei der DB Netz AG aus.

EssenArbeitnehmervertreter bei der Deutschen Bahn (DB) führen den kürzlichen Beinahe-Zusammenstoß zweier S-Bahnen in Mainz laut einem Bericht der WAZ-Gruppe (Dienstagsausgabe) auf den Personalmangel im dortigen Stellwerk zurück. Der Gesamtbetriebsrat der DB Netz AG erklärte in einem Schreiben an den Vorstand, es sei davon auszugehen, dass „die beteiligten Fahrdienstleiter keine Schuld“ an dem Vorfall treffe. Vielmehr hätten am fraglichen Tag zum Zeitpunkt des Vorfalls erneut „nur zwei Fahrdienstleiter statt drei und ein Zugmelder auf diesem hoch belasteten Stellwerk Dienst“ getan.

Ähnlich wie in Mainz sei die Lage in vielen Stellwerken in Deutschland, heißt es laut Zeitungsbericht in dem Schreiben des Gesamtbetriebsrates an den Vorstand. Die Situation in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt sei „keine Ausnahme, sondern stellt den Regelfall dar“. Es gebe „täglich viele andere“ vergleichbare Fälle an anderen Orten.

Am 1. August waren am Mainzer Hauptbahnhof zwei S-Bahn-Züge beinahe kollidiert, nachdem ein Zug auf das falsche Gleis geraten war. Das Eisenbahnbundesamt ermittelt in der Angelegenheit.

Am Mainzer Hauptbahnhof fallen derzeit regelmäßig Züge aus und der Regionalverkehr läuft nur eingeschränkt. Fernverkehrszüge wie ICE werden teils umgeleitet oder halten an anderen Bahnhöfen. Von den üblicherweise 15 Mitarbeitern des Stellwerk-Fahrdienstes in Mainz sind fünf derzeit krank und drei im Urlaub.

Von

afp

Kommentare (2)

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GottliebSchwabe

13.08.2013, 11:36 Uhr

Das Gewinnstreben mancher Unternehmen nimmt absurde "Züge" an. Wenn der Geschäftszweck wegen Personalmangel nicht mehr erfüllt werden kann, verbleibt ein Unternehmen nur noch dann am Markt, wenn es eine Monopolstellung hat, wie die Deutsche Bahn. Fehlentwicklungen die durch die Politik verursacht wurden, die fast alles was früher als hoheitliche Aufgabe definiert wurde, raffgierigen Kapitalgebern ausgeliefert hat, mit fatalen Folgen. Der Staat konzentriert statt dessen vor allem darauf, seine Bürger auszuplündern. Wobei eine völlig verfilzte Verwaltung aus Beamten und Politikern vor allem die Judikative in Geiselhaft genommen hat und jetzt Gesetze nach Gutsherrenart erlässt, an der Verfassung vorbei und vor allem darauf aus, den eigenen Geldbeutel gut zu füllen. Armes Deutschland.

Chemnitzwolf

13.08.2013, 12:47 Uhr

Richtig erkannt. Die Situation ist nicht erst seit Mainz so sondern wurde bereits mit der SPD Regierung Schröder
zügig ausgebaut und von der CDU Merkel/Schäuble Kritik los übernommen. Die Pleiten, Pech und Pannen sind systemcharakteristisch und Ergebnisse einer inkompetenten Politikgarde.
Die Wahl steht vor der Tür und jeder sollte seiner
Erfahrung und Überzeugung Ausdruck verleihen.

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