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28.10.2014

15:00 Uhr

Betrug und Untreue

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Kunsthändler Achenbach

Gegen den seit Juni in Untersuchungshaft sitzenden Kunsthändler Helge Achenbach und einen früheren Geschäftspartner ist Anklage erhoben worden. Sie sollen bei Kunst- und Oldtimergeschäften systematisch betrogen haben.

Wegen Betruges und Untreue im besonders schweren Fall hat die Staatsanwaltschaft Essen Anklage gegen den Kunstberater Helge Achenbach erhoben. Ihm werde darüber hinaus auch Urkundenfälschung vorgeworfen, teilte die Ermittlungsbehörde am Dienstag mit. dpa

Wegen Betruges und Untreue im besonders schweren Fall hat die Staatsanwaltschaft Essen Anklage gegen den Kunstberater Helge Achenbach erhoben. Ihm werde darüber hinaus auch Urkundenfälschung vorgeworfen, teilte die Ermittlungsbehörde am Dienstag mit.

EssenWegen Betruges und Untreue im besonders schweren Fall hat die Staatsanwaltschaft Essen Anklage gegen den Kunstberater Helge Achenbach erhoben. Ihm werde darüber hinaus auch Urkundenfälschung vorgeworfen, teilte die Ermittlungsbehörde am Dienstag mit. Achenbach sitzt nach einer Strafanzeige seit Juni in Untersuchungshaft.

Bei Kommissionsgeschäften mit einem Essener Kaufmann soll Achenbach entgegen der Absprachen insgesamt 23 Mal weitaus höhere Einkaufspreise für Kunst und Oldtimer mit seinem Kunden abgerechnet haben als verauslagt. Dazu habe er auch manipulierte Rechnungen vorgelegt. Ähnlich seien zwei weitere Anleger betrogen worden. Insgesamt gehe die Anklage von 23 Millionen Euro Gesamtschaden aus.

Kunstberater Achenbach: Millionengeschäfte mit dem Aldi-Erben

Helge Achenbach

Der Düsseldorfer Kunsthändler ist seit Jahrzehnten in der Kunstszene tätig. Er gilt als Erfinder der Kunstberatung.

Geburtsdatum

17. April 1952

Achenbach Art Consulting

Achenbach besitzt seine eigene Kunstberatung. Die Achenbach Art Consulting existiert seit knapp 40 Jahren und arbeitete bereits mit renommierten Künstlern wie Gerhard Richter, Jörg Immendorff oder Andreas Gursky zusammen.

Betrugsvorwürfe

Im Juni 2014 wurden Betrugsvorwürfe gegen den Kunstberater bekannt. Babette Albrecht, Witwe des verstorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht, soll Anzeige gegen Achenbach erstattet haben. Der Grund: „verdeckte Preisaufschläge“. Auch Christian Boehringer von dem Pharmakonzern Boehringer Ingelheim soll zu den Opfern Achenbachs zählen.

Sündenfall (1)

Achenbach verkaufte Bilder von Oskar Kokoschka. Dieser war ein österreichischer Maler, Grafiker und Schriftsteller des Expressionismus und der Wiener Moderne. Er wurde 1886 geboren und starb 1980.

Sündenfall (2)

Achenbach verkaufte Bilder von Ernst Ludwig Kirchner. Dieser war ein deutscher Maler und Grafiker und wird zu den wichtigsten Vertretern des Expressionismus gezählt. Er lebte von 1880 bis 1938.

Geschäftspartner

Achenbach machte Geschäfte mit Berthold Albrecht. Der Manager war einer von zwei Söhnen des Aldi-Nord Gründers Theo Albrecht. Berthold Albrecht lebte von 1954 bis 2012.

Geschäftsvolumen

Berthold Albrecht hat in nur drei Jahren mithilfe von Achenbach Kunstwerke und Oldtimer im Wert von rund 120 Millionen Euro erstanden.

Schaden

Die Staatsanwaltschaft geht im Zusammenhang mit den Albrecht-Geschäft Achenbachs von Betrug aus und hat einen Schaden von rund 23 Millionen Euro errechnet.

Angeklagt wurde auch Achenbachs früherer Geschäftspartner. Der Kunsthistoriker soll an den letzten fünf betrügerischen Geschäften beteiligt gewesen sein.

Von

dpa

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