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02.01.2010

10:49 Uhr

Bewaffneter Einbrecher

Mohammed-Karikaturist attackiert

Polizeikräfte haben ein Attentat auf den dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard im letzten Augenblick verhindern können. Der Zeichner machte weltweit durch eine umstrittene Karikatur des Propheten Mohammed auf sich aufmerksam. Ein Somalier mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Kaida versuchte mit Axt und Messer in das Haus des 74-jährigen einzudringen.

Karikaturist Kurt Westergaard wurde in seinem Haus in Dänemark angegriffen. dpa

Karikaturist Kurt Westergaard wurde in seinem Haus in Dänemark angegriffen.

HB KOPENHAGEN. Gut vier Jahre nach der Veröffentlichung seiner umstrittenen Mohammed-Karikaturen ist der dänische Zeichner Kurt Westergaard um Haaresbreite dem Anschlag eines mutmaßlichen Islamisten entkommen. „Das war knapp“, sagte der Zeitungs- Karikaturist am Samstag. Ein 28 Jahre alter Mann aus Somalia war am Freitagabend mit Axt und Messer bewaffnet in das Haus des Zeichners eingedrungen. Möglicherweise überlebte der 74-jährige Westergaard nur, weil er sich rechtzeitig in einen speziell gesicherten Raum („panic room“) retten und von dort die Polizei alarmieren konnte.

Während er auf die Sicherheitskräfte gewartet habe, habe der Angreifer vor dem Raum getobt, „Rache“ und „Blut“ gefordert und gegen die Tür gehämmert. „Es war grauenhaft“, schildert Westergaard das Drama wenige Stunden danach in der Online-Ausgabe der Zeitung „Jyllands-Posten“, für die er arbeitet. „Es war knapp, wirklich knapp“, betont er noch einmal. Mehr als um alles andere habe er sich Sorgen um seine fünf Jahre alte Enkelin gemacht, die zu der Zeit auch in seinem Haus gewesen sei. „Aber ihr ist nichts passiert.“

Als die Polizei das Haus des Zeichners in der Nähe von Århus am späten Freitagabend stürmte, warf der Eindringling seine Axt auf einen der Beamten. Daraufhin gaben die Polizisten Schüsse auf Hand und Knie des Angreifers ab. Die Verletzungen sind den Angaben zufolge nicht lebensgefährlich.

Auf einer Trage wurde der Mann am Samstag zu einem Haftrichter gebracht. Dieser ordnete an, dass der 28-Jährige weiter in Haft bleibt. Die Justiz wirft ihm versuchten Mord an Westergaard und an einem Polizisten vor. Bis zum 27. Januar soll er hinter Schloss und Riegel bleiben, davon die ersten zwei Wochen in Isolationshaft, entschied der Richter.

Der Beschuldigte wies den Vorwurf des Mordversuchs zurück, gab aber zu, im Haus des Karikaturisten gewesen zu sein. Westergaard wurde noch in der Nacht an einen sicheren Ort gebracht. Fahnder durchsuchten die Wohnung des Täters in einem Kopenhagener Vorort. Auch in Aalborg nördlich von Århus, wo der 28-Jährige Kontakte gehabt haben soll, ermittelte die Polizei.

Im September 2005 hatte „Jyllands-Posten“ mehrere Karikaturen veröffentlicht, darunter eine Westergaard-Zeichnung von Mohammed mit einer Bombe im Turban. Dies hatte später zu wütenden Protesten in der islamischen Welt geführt, mehr als 150 Menschen kamen ums Leben. Westergaard erhielt mehrfach Drohungen und wurde unter Polizeischutz gestellt.

Nach Angaben des dänischen Geheimdienstes PET hat der Festgenommene Verbindungen zu den radikal-islamischen Al-Shabaab- Milizen und zur Führung des Terrornetzwerkes El Kaida in Ostafrika. Geheimdienstchef Jakob Scharf stufte den Vorfall in einer Erklärung als „sehr schwerwiegend“ ein. Helle Thorning-Schmidt, Parteichefin der oppositionellen Sozialdemokraten, sprach von einem Anschlag auf die Demokratie in Dänemark. „Wir akzeptieren nicht, dass fanatische Islamisten glauben, die Meinungsfreiheit abschaffen zu können“, sagte die Politikerin.

Ein Aufschrei ging auch durch die Gemeinschaft der etwa 16 000 Somalier in Dänemark. „Das ist schrecklich und schockierend. Ich bin sicher, dass sich die gesamte somalische Gemeinschaft in Dänemark gegen diesen Anschlag auf Westergaard wendet“, sagte Sprecher Mohamed Gelle. Nach den USA sollte nun auch die EU die Al-Shabaab auf die Liste der Terrororganisationen setzen.

Kommentare (2)

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yahel

02.01.2010, 15:20 Uhr

Entsetzen hatte in der islamischen Welt eine Karikatur hervorgerufen, die Mohammed als Schwein darstellte. Diese stammt nicht von den dänischen Zeichnern, sondern war ein von imamen verfälschtes Zeitungsbild von einem Grunzwettbewerb in baWü. Dieses bild hat der damalige imam von Kopenhagen in der „Entrüstungskonferenz“ anderen imamen als beweis für die Schlechtigkeit des Westens gegenüber dem islam vorgelegt. Wieder in Kopenhagen und darauf angesprochen, zweigte er sich über die Reaktionen in der islamischen Welt erstaunt!!!!, mit dem Hinweis, daß dies nicht seine Absicht gewesen sei.

interessant ist in diesem Zusammenhang zu erfahren, ob der somalische Attentäter jemals in seinem Leben diese Karikaturen gesehen hat.

BackermeisterBullerjahn

02.01.2010, 15:55 Uhr

@ Yahel
"interessant ist in diesem Zusammenhang zu erfahren, ob der somalische Attentäter jemals in seinem Leben diese Karikaturen gesehen hat."
Das ist bei primitiven Menschen nicht notwendig. Primitive, wie islamisten, Links- oder Rechtsextreme, Hooligans usw. brauchen nur Vorwände, um ihren Gewaltorgien zu frönen.
ich bin sicher, daß diesen Gruppierungen die vorgegebenen beweggründe ziemlich wurst sind. Hauptsache es gibt Zoff.

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