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10.09.2012

15:57 Uhr

Biografie

Die PR-Maschine Bettina Wulff

Ausgerechnet zum Verkaufsstart ihres Buches geht die Frau des ehemaligen Bundespräsidenten gegen Gerüchte vor, die schon lange die Runde machen. Die Masche zieht – und könnte ihre Biografie zum Bestseller machen.

Bettina Wulff sollte Recht bekommen

Video: Bettina Wulff sollte Recht bekommen

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Düsseldorf/BerlinBettina Wulff, die Gattin des zurückgetretenen Bundespräsidenten erregt Aufsehen. Mal wieder. Diesmal mit ihrer eidesstattliche Versicherung, in der sie die alle Gerüchte als unzutreffend zurückweist, die sie in einen Zusammenhang mit einem unzüchtigen Vorleben im Rotlichtmilieu rücken. Aufsehenerregend sind diesmal auch die Maßnahmen, mit der sie den verschiedenen Interpretationsweisen ihres bisherigen Lebenslaufs einen Riegel vorschieben möchte: Gegen Günter Jauch erwirkte Wulff eine Unterlassungserklärung, darüber hinaus soll der Suchmaschinenbetreiber Google seine Suchalgorithmen anpassen. Denn wer derzeit nach Bettina Wulff googlet, trifft per Autovervollständigung unweigerlich auf die Begriffe „Prostituierte“ und „Escort“.

Das Vorgehen soll zwar die Frage nach der Vergangenheit vergessen machen, wirft aber gleich mehrere neue auf: Warum kommt Wulffs Offensive zu einem Zeitpunkt, an dem zumindest in den Medien das Thema kaum noch präsent war? Warum fällt dieser Zeitpunkt mit der Vorstellung ihres Buches „Jenseits des Protokolls“ zusammen? Kann jemand Google seine Suchbegriffe vorschreiben? Kann es Zufall sein, dass die ehemalige Pressereferentin von Continental sich in diesem Jahr mit ihrer eigenen PR-Agentur „Bettina Wulff Kommunikation“ selbstständig gemacht hat? Die Antwort lautet von mehreren Seiten – nein.

Tatsache ist, dass der Münchener Riva-Verlag statt der ursprünglich für November geplanten Veröffentlichung schon am Wochenende erste Buchhandlungen mit „Jenseits des Protokolls“ beliefert hat. Nach Angaben einer Verlagssprecherin wurde der Start wegen des großen öffentlichen Interesses um zwei Monate vorgezogen. Das Buch über die Zeit an der Seite des nach einer nur 598-tägigen Amtszeit zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff sei deshalb schon ab Mittwoch im Handel erhältlich, sagte die Sprecherin. Dass bereits am Wochenende Exemplare angeboten wurden, erklärte die Sprecherin damit, dass am Freitag die Auslieferung begonnen habe. „Die haben anscheinend schnell ausgepackt.“ Erste Auflage: 100.000 Stück. Die Online-Ausgabe der Bild-Zeitung gab aus dem ihr vorliegenden Ansichtsexemplar gleich Kostproben und prognostiziert, „dass dieses Buch ganz schnell auf Platz 1 der Bestsellerliste stehen wird.“

Netz-Stimmen: Pikante Anspielungen aus der Google Suche

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Pikante Anspielungen aus der Google Suche

Gibt man bei Google derzeit Bettina Wulff ein, tauchen ganz unerwartete Ergebnisse für die Frau von Ex-Präsident Christian Wulff auf.

Der Deutschen Journalisten-Verband attestierte der gesamten Aktion umgehend einen Beigeschmack. „Der zeitgleiche Verkaufsstart ihres Buches nährt den Verdacht einer PR-Kampagne mit dem Ziel, Aufmerksamkeit zu erregen“, sagt der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken. Es sei „diskussionswürdig“, dass Bettina Wulff ihre Persönlichkeitsrechte erst mehr als ein halbes Jahr nach dem Rücktritt ihres Mannes vom Amt des Bundespräsidenten gegenüber zahlreichen Medien geltend mache. Entsprechend dreht sich die PR-Spirale weiter, Nachrichtenagenturen greifen das Buch auf, kündigten bereits für den Montagnachmittag Hintergrundgeschichten an.

Zitate aus der Publikation werden schon seit dem Vormittag an die Redaktionen gespielt: „Jeden Tag die Zeitung aufzuschlagen, das Radio oder den Fernseher anzuschalten und dort irgendetwas Negatives über sich zu hören, das zehrte mächtig an den Nerven“, heißt es dort, und: „Obwohl ich mich sonst bestimmt für eine starke Frau halte, die so schnell nichts aus der Bahn wirft, habe ich darüber in den Jahren so viel geheult - ich fragte mich: Warum? Warum machen die das mit mir?“ All das lässt sich in der Zusammenfassung der Gemengelage durchaus als konzertierte PR-Maßnahme auslegen. Da passt auch die effektvolle Ankündigung, gegen Google klagen zu wollen, ins Bild. Das alles ändert jedoch nichts daran, dass es Bettina Wulffs gutes Recht ist, sich gegen Verleumdungen zu wehren.

Kommentare (9)

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BremsenichtfuerDeppen

10.09.2012, 16:37 Uhr

ich würde mich ja totlachen, wenn sich plötzlich einer outen würde, der sie gebucht hat...

linksliegenlassen

10.09.2012, 17:00 Uhr

Das Recht des Verbrauchers: das Buch NICHT kaufen. Oder wer will schon lesen, dass man sich immer noch nicht erinnern kann, wer wem wann das "Darlehen" (LOL) gegeben hat.

Thomas

10.09.2012, 17:22 Uhr

"Der Deutschen Journalisten-Verband attestierte der gesamten Aktion umgehend einen Beigeschmack."
Leider kann man auch dem Deutschen Jornalisten Verband schon lange nicht mehr trauen.
Da wären Fragen wieso übernimmt man behauptungen von Indimedia ungeprüft ?!
Warum wurde nur sehr Spärlich oder besser gesagt gar nicht über die Climategate Affäre berichtet ?!
Warum hat man diese Meldung unterschlagen [...]
In den ÖR für die wir GEZ bezahlen war dafon nichts zu hören.

Warum wird über Kernenergie nur negativ berichtet.
Warum gilt der Satz "Nur eine Schlechte Nachricht ist eine Gute Nachricht"
Warum berichtet ihr nicht über das derzeitige Eis Maximum in der Antarktis.
[...]
Warum soll links besser als Rechts sein ?
Warum wird über das Fraking ein derartiger Scheis gesendet.
Wie lange wollt ihr uns noch derart ASSEN ?
Ich erhebe keinen Anspruch auf Follständigkeit dieser Liste.

[+++Beitrag wurde von der Redaktion editiert+++]

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