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06.01.2011

09:48 Uhr

Blitzeis

Rutschpartien auf Deutschlands Straßen

Regen und vereiste Böden sind ein gefährlicher Mix: Eisglatte Straßen machen Autofahren fast überall in Deutschland gefährlich. Im Berufsverkehr gab es zahlreiche Unfälle, in Schleswig-Holstein und Niedersachsen fiel teilweise der öffentliche Nahverkehr aus, der Berliner Flughafen Tegel setzte den Betrieb aus. Und es droht ein weiteres Problem: Hochwasser.

Wie hier in Leipzig waren zahlreiche Straßen in Deutschland spiegelglatt. Radfahrer begnügten sich vorsichtshalber damit, ihre Drahtesel zu schieben. dpa

Wie hier in Leipzig waren zahlreiche Straßen in Deutschland spiegelglatt. Radfahrer begnügten sich vorsichtshalber damit, ihre Drahtesel zu schieben.

HB BERLIN. Regen auf frostkalten Straßen hat in weiten Teilen Deutschlands gefährliches Blitzeis verursacht. In Schleswig-Holstein gab es am Donnerstagmorgen nach Angaben der Polizei vielerorts bis zu zwei Zentimeter Eis auf den Straßen, zahlreiche Unfälle waren die Folge. In mehreren Kreisen wurde der öffentliche Nahverkehr eingestellt.

In Berlin-Tegel ist der Flugverkehr am Donnerstag vorübergehend eingestellt worden. Es gebe momentan weder Starts noch Landungen, sagte ein Flughafensprecher am Morgen. Auf den Start- und Landebahnen sei ein Enteisungsmittel gestreut worden, nun müsse abgewartet werden, bis das Granulat wirke. Passagiere sollten aber weiterhin zum Flughafen kommen, da jederzeit der Verkehr wieder fortgesetzt werden könne, sagte der Sprecher.

In weiten Teilen Niedersachsens und Bremens kamen zum Eisregen noch Schneeverwehungen hinzu, etliche Nebenstraßen waren kaum mehr passierbar. Das Autobahndreieck Bad Harzburg musste vorübergehend gesperrt werden. Zudem fiel an vielen Schulen der Unterricht aus. „Man kann sagen: In Niedersachsen fällt die Schule aus“, sagte ein Polizeisprecher in Hannover. Auch der öffentliche Nahverkehr war betroffen: In den Landkreisen Schaumburg und Celle, in der Stadt Celle und im südlichen Hannover wurde der Busverkehr zeitweise eingestellt. Immer wieder krachte es, zunächst gab es aber nur Blechschäden.

Auch in Thüringen machten spiegelglatte Straßen den Autofahrern zu schaffen. Der Deutsche Wetterdienst gab eine Unwetterwarnung bis zum späten Vormittag heraus. Einzelne vereiste Nebenstraßen wurden gesperrt. Zugreisende mussten sich auf Verspätungen und Ausfälle einstellen. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, wurde ein Teil der Strecke zwischen Gräfenroda und Gotha wegen Schneeverwehungen gesperrt.

Zahlreiche Unfälle gab es in Brandenburg. Seit Mitternacht wurden im Westen des Landes 60 Unfälle registriert, davon vier mit Verletzten. Im Nordwesten fuhren die Schulbusse nicht.

Beim Innenministerium Sachsen-Anhalts in Magdeburg hieß es: „Im ganzen Land ist es spiegelglatt.“ Das gelte auch für die Fußwege. Wer nicht aus dem Haus müsse, sollte das dringend bleiben lassen. Vor allem auf den Autobahnen 38 und zwei gab es zahlreiche Glättunfälle. Die A38 musste zwischen Allstedt und Lutherstadt Eisleben wegen mehrerer Unfälle gesperrt werden. Viele Linienbusse fuhren nicht, bei der Bahn gab es Ausfälle und Verspätungen.

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