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07.07.2017

08:54 Uhr

Blutbad hinter Gittern

28 Tote bei Kämpfen in Gefängnis in Mexiko

Die mexikanische Unterwelt ist im Umbruch. Drogenkartelle, Verbrechersyndikate und kleine Banden stecken mit brutaler Gewalt ihre Claims ab. Der Blutzoll im Krieg um Geschäftsanteile ist so hoch wie lange nicht mehr.

Polizisten sichern in Acapulco die Umgebung eines Gefängnisses, während Angehörige von Gefängnis-Insassen den Einheiten gegenüberstehen. Bei Kämpfen zwischen verfeindeten Banden in einem Gefängnis in Mexiko sind 28 Menschen ums Leben gekommen. dpa

Bandenkämpfe in mexikanischem Gefängnis

Polizisten sichern in Acapulco die Umgebung eines Gefängnisses, während Angehörige von Gefängnis-Insassen den Einheiten gegenüberstehen. Bei Kämpfen zwischen verfeindeten Banden in einem Gefängnis in Mexiko sind 28 Menschen ums Leben gekommen.

AcapulcoBei Kämpfen zwischen verfeindeten Banden in einem Gefängnis in Mexiko sind 28 Häftlinge ums Leben gekommen. Drei weitere wurden bei der Auseinandersetzung in der Haftanstalt im Badeort Acapulco verletzt, wie die Sicherheitsbehörden des Bundesstaats Guerrero am Donnerstag mitteilten.

Fünf der Opfer wurden demnach geköpft. In dem Gefängnis sitzen zahlreiche Schwerverbrecher mit Verbindungen zum organisierten Verbrechen ein. Aus Sicherheitskreisen hieß es, die Kämpfe seien zwischen inhaftierten Mitgliedern des Unabhängigen Kartells von Acapulco und der Beltrán-Leyva-Bande ausgebrochen.

„Wir haben hier ein großes Problem mit dem Drogenhandel“, sagte der Sprecher der Sicherheitsbehörden, Roberto Álvarez Heredia, der Deutschen Presse-Agentur. „Diesmal ist es innerhalb eines Gefängnisses geschehen. Wir verurteilen den Vorfall und werden ihn konsequent aufklären.“

USA - Mexiko: Grenze, Migration und Kriminalität

1. Grenzzäune

Auf rund einem Drittel der 3200 Kilometer langen Grenze zwischen den USA und Mexiko gibt es bereits Grenzzäune. Die nicht gesicherten Abschnitte liegen meist in unzugänglichen Gebieten. Wüsten, Flüsse und Gebirge machen illegale Grenzübertritte dort ohnehin schwierig.

2. Drogen

Der Großteil der Drogen wird nicht über die grüne Grenze, sondern in Autos über reguläre Grenzübergänge oder versteckt in Containern über Häfen in die USA geschmuggelt.

3. Grenzverkehr

Die Grenze zwischen den USA und Mexiko gilt als die verkehrsreichste der Welt. Täglich passieren eine Million Menschen und etwa 437.000 Fahrzeuge die Grenze.

4. Illegale Grenzgänger

Die Zahl der an der US-Grenze aufgegriffenen illegalen Einwanderer war zuletzt so niedrig wie seit Anfang der 1970er Jahre nicht mehr.

5. Ohne Aufenthaltsgenehmigung

In den USA leben Schätzungen zufolge rund elf Millionen Migranten ohne Aufenthaltsberechtigung. Etwa die Hälfte sind Mexikaner.

6. Gewaltverbrechen

Einwanderer begehen weniger Gewaltverbrechen als US-Bürger ohne Migrationshintergrund.

7. Steuer

Einwanderer zahlen mehr Steuern als sie staatliche Hilfsleistungen empfangen.

8. Gesetzesbrüche

80 Prozent der aus den USA abgeschobenen Migranten wurden lediglich Verstöße gegen das Einwanderungsgesetz oder leichte Vergehen vorgeworfen.

9. Hilfe aus Mexiko

Mexiko unterstützt die USA beim Kampf gegen illegale Einwanderung. Im Haushaltsjahr 2016 nahmen die mexikanischen Behörden über 150 000 illegale Migranten aus Mittelamerika fest.

10. Netto-Einwanderung

Die Netto-Einwanderung aus Mexiko in die USA ist bereits seit Jahren negativ.

Die Polizei habe das Gefängnis mittlerweile wieder unter Kontrolle gebracht, sagte er. Im Fernsehen war zu sehen, wie Polizisten mit Schutzausrüstung in das Gefängnis Las Cruces vordrangen. Hubschrauber kreisten über der Haftanstalt, Soldaten riegelten das Gelände ab. Die Namen der Todesopfer wurden vor dem Eingang des Gefängnisses laut vorgelesen. Viele Familienangehörige brachen in Tränen aus.

Mit jährlich 113 Morden je 100 000 Einwohnern ist Acapulco die zweitgefährlichste Stadt der Welt außerhalb von Kriegsgebieten. Im Kampf um die Vorherrschaft in dem einst mondänen Urlaubsort haben die kriminellen Banden Acapulco in ein Schlachtfeld verwandelt. Erbittert wird um jeden Straßenzug gekämpft. Aus Angst kommen immer weniger Urlauber an die Stadt an der Pazifikküste.

In mexikanischen Gefängnissen kommt es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Erst Anfang Juni wurden bei einem Polizeieinsatz in einer Haftanstalt im Bundesstaats Tamaulipas sieben Menschen getötet. Anfang vergangenen Jahres kamen bei Kämpfen zwischen zwei Fraktionen des Verbrechersyndikats Los Zetas in einem Gefängnis in Monterrey 49 Menschen ums Leben.

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