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21.01.2013

10:56 Uhr

Blutbad in den USA

15-Jähriger erschießt Eltern und Geschwister

Während die USA heftig über striktere Waffengesetze diskutieren, hat sich im Bundesstaat New Mexico erneut ein Blutbad ereignet. Ein 15-Jähriger soll seine Eltern und drei kleinen Geschwister erschossen haben.

USA

Jugendlicher erschießt fünf Menschen

USA : Jugendlicher erschießt fünf Menschen

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AlbuquerqueErneutes Blutbad in den USA: Ein 15-Jähriger hat Medienberichten zufolge im US-Bundesstaat New Mexico seine Eltern und drei Geschwister erschossen. Die Polizei werfe dem Teenager vor, in einem Wohnhaus außerhalb von Albuquerque seinen Vater (51), dessen Frau (40) sowie drei Kinder im Alter von neun, fünf und zwei Jahren mit einem halbautomatischem Gewehr des Typs AR-15 getötet zu haben. Das berichtete der Lokalsender KOB 4 am Sonntagabend (Ortszeit). In dem Haus seien weitere Waffen sichergestellt worden. Der mutmaßliche Täter sei in Haft. Das Motiv ist noch völlig unklar.

Die USA und die Waffen

Undurchsichtige Rechtslage

Im Zweiten Zusatzartikel zur Verfassung ist das Recht auf privaten Waffenbesitz verbrieft. Dort heißt es: "Weil eine gut organisierte Miliz für die Sicherheit eines freien Staates erforderlich ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden." Die Frage, wie weit dieses Recht reicht und welchen Beschränkungen es unterworfen werden darf, ist Gegenstand kontroverser Debatten.

Seit 1993 steht etwa eine Überprüfung von Waffenkäufern im Bundesrecht. Verurteilte Kriminelle, Menschen mit psychischen Störungen oder Drogenabhängige dürfen demnach keine Schusswaffen erwerben. Ein im Folgejahr erlassenes Verbot halbautomatischer Gewehre wurde dagegen 2004 nicht verlängert. Dazu kommt ein Dschungel an Gesetzen und Verordnungen auf Ebene der Bundesstaaten und Kommunen. Immer wieder landeten regionale Beschränkungen für Waffenerwerb und -besitz dabei vor dem Obersten Gerichtshof, der in Grundsatzurteilen 2008 und 2010 ein Recht auf private Waffen anerkannte.

Zahl der Schusswaffen

Mehreren Studien zufolge sind in den USA bis zu 300 Millionen Schusswaffen im Privatbesitz - das entspricht fast einer Waffe pro Einwohner. In einer Erhebung des Gallup-Instituts aus dem vergangenen Jahr gaben 47 Prozent der Befragten an, in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe zu leben. Jeder dritte US-Bürger ist demnach selbst Waffenbesitzer.

Die Waffenschmieden des Landes produzierten im Jahr 2011 knapp 2,5 Millionen Pistolen, 573.000 Revolver sowie mehr als drei Millionen Gewehre, wie die Statistiken der Behörde für Alkohol, Tabak und Feuerwaffen (ATF) zeigen. In den USA gibt es fast 130.000 lizensierte Waffenhändler.

Opfer durch Waffengewalt

Mehr als 30.000 Menschen sterben in den USA jedes Jahr durch Schusswaffen - darunter sind mehr als 12.000 Morde. Die Anti-Waffen-Lobbyisten der Brady Campaign geben in ihrer Berechnung aus dem Jahr 2011 an, dass 270 Menschen täglich durch Schusswaffen verletzt oder getötet werden. Darunter seien auch 38 verletzte und acht getötete Minderjährige. Nach Angaben der Bundespolizei FBI wurden im vergangenen Jahr 68 Prozent aller Morde mit Schusswaffen verübt.


Der Vater des mutmaßlichen Schützen war ein örtlich bekannter Pfarrer und Bruder eines früheren Senators, wie der Nachrichtensender CNN meldete. Der 51-Jährige sei lange Zeit als Kaplan der Feuerwehr von Albuquerque tätig gewesen und habe als Seelsorger auch Häftlinge betreut. Im vergangenen Jahr habe er sich beurlauben lassen, berichtete der Lokalsender KOB 4.

Den Ermittlern habe sich am Tatort eine „sehr grausame Szene“ geboten, berichtete ein Beamter. Auf jedes der Opfer sei mehrfach geschossen worden, hieß es. Bei den getöteten Kindern handele es sich um zwei Mädchen und einen Jungen. Die Tatzeit war nach bisherigen Erkenntnissen Samstagabend.

Wenige Tage vor dem Blutband hatte US-Präsident Brack Obama seine Initiative gegen die Waffengewalt in dem Land vorgestellt. Dazu zählt etwa ein Verkaufsstopp für Sturmgewehre, ein Verbot von Magazinen mit mehr als zehn Schuss Munition und verschärfte Überprüfungen von Waffenkäufern. Obama reagierte mit dem Vorstoß auf den Amoklauf an einer Schule in Newtown mit 27 Todesopfern Mitte Dezember.

Von

dpa

Kommentare (3)

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EinPeinlichBeruehrter

21.01.2013, 10:35 Uhr

Ja was denn nun? War es seine Familie, wie in der Überschrift behauptet wird, oder ist sein Verhältnis zu den Getöteten ungewiss, wie der Artikel sagt?

Wenn sie Journalismus auch nur ein klein wenig als Bildungsauftrag verstehen, dann vermeiden sie bitte in Zukunft diese peinlichen, immer öfter auftretenden Widersprüchlichkeiten innerhalb (!) der nur 200 Wörter langen Meldungen und ein Korrekturlesen vermeidet meist auch doppelte Wörter. Ich hätte schon einen ganzen Karton voll "haben" hätte ich alle doppelten Verwendungen gesammelt. Bei 200 Wörter dauert Korrektur zu lesen auch nur 3 Minuten.

Bitte!
Danke.

egal

21.01.2013, 20:42 Uhr

Ob nun Journalistenfehler oder nicht..es ist nur noch krank das die Medien das so ausquetschen und nicht sehen wo der Hase läuft.Offensichtlicher geht es doch schon garnicht mehr. Das letzte Blutbad ..wie war das nochmal? Achja so kurz vor Gesetzesänderung und keiner wollt nachgeben.Und was haben wir jetzt? genau das gleiche.... Also muss wieder ein Blutbad her..viele Tote und ein Täter im Teenager Alter.Gleiche Waffe und der Vater hortete die Waffen massig zu Hause, Zeugen die aussagen könnten es gab noch nie eine Waffe im Haus werden gleich mit beseitigt....Es stinkt zum Himmel.Gesehen hat es womöglich auch keiner.Und wahrscheinlich wurde der arme Junge mit Psychos zugeballert das er am Ende eh glaubt er wars.... widerlich alles... Liebe Journalisten,wenn ihr über sowas berichtet setzt doch bitte das Wort * ANGEBLICH* mit rein, sonst könnte man meinen ihr glaubt das

Account gelöscht!

21.01.2013, 22:00 Uhr

Selten habe ich so einen bescheuerten Kommentar gelesen, wie den Ihren, "egal".

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