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16.03.2012

19:02 Uhr

Bluttat

Frankreich rätselt über Motive für Morde an Soldaten

Frankreich steht unter Schock: ein Unbekannter hat im Süden des Landes offenbar gezielt auf Soldaten geschossen. Drei sind bereits tot, einer schwebt noch in Lebensgefahr. Das Motiv ist unklar, der Täter noch nicht gefasst.

Der Tatort im südfranzösischen Mautauban. dapd

Der Tatort im südfranzösischen Mautauban.

MontaubanDer Täter fuhr am helllichten Nachmittag vor, stieg in aller Ruhe von seinem Motorroller und feuerte gezielt mehr als ein dutzend Mal auf die drei Soldaten. Dann flüchtete der schwarz gekleidete Mann, der seinen Helm nicht abnahm, unerkannt aus der südfranzösischen Kleinstadt Montauban. Nun steht ganz Frankreich unter Schock: Zwei Soldaten sind tot, einer schwebt in Lebensgefahr und erst am vergangenen Sonntag war ein weiterer Fallschirmjäger unter ähnlichen Umständen getötet worden. Fieberhaft sucht die Polizei nach dem Täter, selbst ein Terrorakt wird nicht ausgeschlossen.

„Es gab den Willen, um jeden Preis zu töten, und das lässt es einem kalt den Rücken herunterlaufen“, sagt die Bürgermeisterin von Montauban, Brigitte Barèges. Es fehle jegliche Erklärung. Der Täter könne nicht nur „ein Kleinkrimineller“ aus einer Vorstadt gewesen sein. Mit Blick auf die 24, 26 und 28 Jahre alten Soldaten, die am Donnerstagnachmittag in der Nähe ihrer Kaserne niedergeschossen worden waren, berichtet sie: „Das waren Jungs ohne Vorstrafen.“ Die Lebensgefährtin eines der Opfer sei im siebten Monat schwanger.

Der Täter soll extrem kaltblütig vorgegangen sein und hatte es offenbar gezielt auf die Soldaten abgesehen, die in Uniform in einem Geschäftsviertel von Montauban unterwegs waren. Die Soldaten hätten zum Geldautomaten gehen wollen, weil sie sich eine Cola kaufen wollten, erzählt Pascal Paga, der Besitzer einer Bäckerei neben dem Tatort: „Eine ältere Person wartete hinter den Soldaten, um Geld abzuheben. Der Mörder hat sie zur Seite geschoben, um die Soldaten zu erschießen.“ Ein Augenzeuge berichtet, einer der Soldaten habe sich am Boden liegend noch bewegt; daraufhin sei der Täter zurückgegangen und habe gezielt noch dreimal auf ihn gefeuert.

Die drei Soldaten gehörten zum 17. Fallschirmjäger-Regiment, das in Montauban stationiert ist. Die unter anderem auf Häuserkampf und Minen-Entschärfung spezialisierte Einheit kommt regelmäßig im Ausland zum Einsatz, in den vergangenen Jahren mehrfach auch in Afghanistan.

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