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14.12.2011

20:40 Uhr

Bluttat von Lüttich

Amoklauf als wahllose Rache an der Gesellschaft?

Dem Amoklauf von Lüttich ging ein weiterer Mord voran: Die Polizei fand eine Frauenleiche in einem Gartenschuppen. Immer mehr Details deuten auf einen wahllosen Racheakt an der Gesellschaft hin.

Einsatzkräfte in der Innenstadt von Lüttich. dpa

Einsatzkräfte in der Innenstadt von Lüttich.

LüttichBislang ist nicht viel über den Täter bekannt, nur wenige Informationen sind gesichert: Der marokkanischstämmige Belgier Nordine Amrani wurde 1978 in Brüssel geboren. Sehr früh verlor er seine Eltern und war danach weitgehend sich selbst überlassen. Sein Leben lang hatte er mit der Justiz zu tun. Seine grausame Tat erscheint wie ein wahlloser Racheakt an der Gesellschaft.

Denn: Der Amokläufer von Lüttich fürchtete eine unmittelbar bevorstehende Festnahme. Er habe noch kurz vor der Tat mit dem Täter Nordine Amrani telefoniert, sagte der Anwalt Jean-François Dister. Amrani habe gesagt, dass er zu einem Verhör wegen eines Sittlichkeitsdelikts geladen sei und dort mit seiner Festnahme rechne.

Im November seien erstmals seit seiner Freilassung aus dem Gefängnis im Oktober 2010 Vorwürfe gegen den 33-jährigen Nordine A. bekannt geworden, sagte die Lütticher Staatsanwältin Danièle Reynders am Mittwoch.

Es handle sich um den Vorwurf von Sittlichkeitsverbrechen, der am 13. November „in Form einer Klage gegen X“ eingegangen sei. Die Staatsanwältin nannte keine Einzelheiten. Laut einem Bericht der belgischen Zeitung „Le Soir“ bezog sich die Klage auf „Berührungen“. Laut Reynders konnte A. nach dem Eingang der Klage aufgrund eines am Tatort gefundenen Nummernschildes identifiziert werden. Deshalb sei er am Dienstag um 13 Uhr bei der Polizei vorgeladen gewesen.

Ermittler fanden indes einen Tag nach dem Amoklauf des 33-Jährigen in einem von ihm benutzten Lager eine Frauenleiche. Staatsanwalt Cedric Visart de Bocarme sagte, die Frau sei vom Täter in dem Lager getötet worden, bevor er sich ins Zentrum der Stadt begeben habe und dort wahllos um sich schoss und mit Handgranaten auf Menschen warf.

Das Lager habe der Mann zum illegalen Anbau von Cannabis genutzt. Der Mann hatte am Dienstag aus bislang ungeklärten Gründen im Zentrum der Stadt wahllos auf Menschen geschossen, die ihre Weihnachtseinkäufe tätigten. Nach der Tat richtete er sich selbst hin. Er war mit einem Schnellfeuergewehr und Handgranaten bewaffnet.

Lüttich: Attentäter verübte offenbar Selbstmord

Video: Lüttich: Attentäter verübte offenbar Selbstmord

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Nach offiziellen Angaben wurden 125 Menschen verletzt. Die Zahl der Todesopfer ist auf sechs gestiegen. Der Mann war bereits wegen illegalen Waffenbesitzes und Cannabisanbaus zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Einen terroristischen Hintergrund schlossen die Ermittler aus. Staatsanwältin Danielle Reynders sagte auf einer Pressekonferenz, der Amokläufer habe offenbar Selbstmord begangen.

„Was ihn tötete, war ein Schuss in die Stirn.“ Nach dem Blutbad fanden die Ermittler in Amaris Rucksack noch zahlreiche Granaten und Magazine für seine Schusswaffe. Die Motive des Amoklaufes waren am Mittwoch weiter unklar.

Wie Reynders weiter sagte, war der Täter wegen Waffendelikten, Drogen- und Sittlichkeitsvergehen vorbestrafte Mann am Dienstag eigentlich zu einem Polizeiverhör vorgeladen. Dazu sei er jedoch nicht erschienen. Stattdessen sei er mit einem Revolver, einem Gewehr und mehreren Blendgranaten zum zentralen Platz der ostbelgischen Stadt gefahren. Dort habe er von einem Gebäude aus das Feuer auf die Passanten eröffnet, sagte Reynders.

An dem Platz befinden sich ein Weihnachtsmarkt und ein Gericht. Ein 15-Jähriger war auf der Stelle tot. Ein weiterer Jugendliche sowie eine 75-Jährige und ein 18 Monate altes Baby erlagen später in einem Krankenhaus ihren Verletzungen. Mehr als 100 weitere Menschen wurden verletzt, die meisten an einer Bushaltestelle.

Das belgische Fernsehen zeigte am Dienstagachmittag fliehende und schreiende Menschen in den Straßen der Stadt und eine Blutlache auf dem von der Polizei gesperrten Platz.

Kommentare (5)

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Gast

14.12.2011, 14:35 Uhr

Warum nennt man den Täter nicht mit vollem Namen?
Warum nennt man es nicht einen Selbstmord-Anschlag?
Warum teilt man nicht mit, dass es sich um einen Marokaner handelt ?
Warum teilt man nicht mit, dass er ein wegen Vergewaltigung und Drogenhandel vorbestrafter Straftäter ist?

Die Presse arbeitet so geschlossen den Nazis in die Hände.
Das muss doch System haben. Anders lässt es sich vor dem Kontext des Informationswunsches des Lesers doch gar nicht erklären !

Account gelöscht!

14.12.2011, 15:17 Uhr

1. Hat man
2. Wird so genannt.
3. Ist bekannt.
4. Ebenso bereits bekannt.

Account gelöscht!

14.12.2011, 18:48 Uhr

Tja, Rasierbruder, dann ist ja alles in bester Ordnung.
Oder war da noch was ??

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