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14.10.2015

01:21 Uhr

Bob-Marley-Roman

Booker-Literaturpreis geht an Jamaikaner Marlon James

Der britische Man Booker Literaturpreis geht erstmals an einen Jamaikaner: Marlon James. Sein Buch „A Brief History of Seven Killings“ erzählt die Geschichte eines versuchten Attentats auf Bob Marley.

Der jamaikanische Schriftsteller Marlon James wurde mit dem renommierten Man Booker Prize ausgezeichnet. ap

Marlon James

Der jamaikanische Schriftsteller Marlon James wurde mit dem renommierten Man Booker Prize ausgezeichnet.

LondonAls erster Jamaikaner überhaupt hat der Schriftsteller Marlon James den prestigeträchtigen Man Booker Prize für englischsprachige Literatur gewonnen. Die Auszeichnung erhält er für den lebhaften, brutalen und überschäumenden Roman „A Brief History of Seven Killings“, in dem er die Geschichte eines versuchten Attentats auf Reggae-Legende Bob Marley nacherzählt, wie die Jury am Dienstag mitteilte. Überreicht bekam James den Preis in London von Camilla, der zweiten Ehefrau des britischen Thronfolgers Prinz Charles. 2014 hatte der australische Autor Richard Flanagan den Preis gewonnen.

„A Brief History of Seven Killings“ sei das aufregendste der nominierten Bücher und voll von „bloßer Freude“ an der englischen Sprache gewesen, sagte der Vorsitzende der Auswahljury, Michael Wood. „Eine der Freuden am Lesen (des Buches) ist, dass man die Seite umblättert und nicht sicher ist, wer der nächste Erzähler sein wird“, so Wood. Die fünf Juroren hätten ihre Wahl einstimmig getroffen. James' Buch setzte sich gegen fünf andere Werke durch.

Der 44-jährige James bekam den mit 50 000 Pfund (rund 67 000 Euro) während eines Gala-Dinners in der mittelalterlichen Londoner Guildhall überreicht. „A Brief History of Seven Killings“ ist sein dritter Roman als Schriftsteller. Er lebt mittlerweile in der US-Stadt Minneapolis.

In dem ausgezeichneten Buch schildert James neben dem Attentatsversuch auf Bob Marley im Jahr 1976 auch das Aufkommen von politischer Gewalt in Jamaika und des Kokain-Konsums in den USA. Marley wird in dem Werk nur als „der Sänger“ beschrieben. Die Handlung wird von etlichen Stimmen wiedergegeben, darunter Gangster, Geister, Drogenhändler und CIA-Agenten. James lässt sie die Geschichte in mehreren Dialekten, angefangen beim amerikanischen Englisch bis hin zur jamaikanischen Mundart, erzählen.

Kritiker haben das Buch mit dem Bewusstseinsströmen eines William Faulkner und den gewalttätigen Filmen eines Quentin Tarantino verglichen. James selbst führt dagegen Charles Dickens als eine Inspirationsquelle an.

Der Booker Prize wurde seit seiner Einführung im Jahr 1969 jahrzehntelang nur an Autoren aus dem Vereinigten Königreich, Irland und dem Commomwealth vergeben. Seit dem vergangenen Jahr steht er für englischsprachige Werke aller Nationalitäten offen.

Die Auszeichnung sorgt in der Regel dafür, dass die Werke eines Preisträgers deutlich häufiger verkauft werden. Als Hilary Mantel 2009 für die Tudor-Saga „Wolf Hall“ („Wölfe“) den Preis gewann, wurde aus der bis dato durchschnittlich erfolgreichen Autorin ein Superstar der Literatur.

Von

ap

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