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17.11.2013

20:08 Uhr

Boeing bricht auseinander

Flugzeug explodiert bei Landung – alle Insassen tot

In Russland ist ein Flugzeug bei der Landung auseinandergebrochen. Wie russische Medien berichten, kamen bei dem Unglück alle 50 Insassen ums Leben. Die Ursache für das Unglück ist noch unklar.

Flugzeugabsturz

Tödliche Boeing-Bruchlandung in Russland

Flugzeugabsturz: Tödliche Boeing-Bruchlandung in Russland

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MoskauTragödie an der Wolga: Beim Absturz einer russischen Passagiermaschine in Kasan sind nach offiziellen Angaben mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen. Die aus Moskau kommende Maschine vom Typ Boeing 737-500 sei bei einem wiederholten Landeversuch aufgeschlagen und explodiert, sagte eine Sprecherin des Zivilschutzministeriums am Sonntag der Agentur Interfax zufolge.

An Bord des Flugzeugs der regionalen Gesellschaft Tatarstan Airlines seien mindestens 44 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder gewesen. Die Piloten seien erfahren gewesen. Trotzdem könne ein menschlicher Fehler nicht ausgeschlossen werden, teilte die Polizei in der Wolga-Stadt mit. Medien zufolge war die Maschine bereits mehr als 23 Jahre alt.

Kremlchef Wladimir Putin äußerte sein Mitgefühl und befahl die Bildung einer Untersuchungskommission. Die Katastrophe in der Stadt rund 800 Kilometer östlich von Moskau müsse restlos aufgeklärt werden, sagte er.

Das Unglück habe sich gegen 19.20 Uhr Ortszeit (16.20 Uhr MEZ) ereignet, sagte ein Flughafensprecher in Kasan, der Hauptstadt der Teilrepublik Tatarstan. Das Wetter sei zu dem Zeitpunkt mit plus drei Grad Celsius und leichtem Wind problemlos gewesen.

Unmittelbar nach der Explosion machten sich rund 135 Rettungskräfte und 35 Helfer mit schwerer Technik auf zum Unglücksort. Die Behörden boten den Angehörigen der Opfer psychologische Hilfe an. Der Flughafen wurde vorübergehend gesperrt. Der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Wladimir Markin, schloss zunächst einen Anschlag als Ursache aus.

Flugzeugunglücke in Russland

Dezember 2012

Auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo schießt ein Flugzeug über die Landebahn hinaus und durch einen Zaun auf eine Straße. Fünf Insassen sterben, weil vermutlich die Bremsen versagten.

September 2012

Auf der Pazifikhalbinsel Kamtschatka sterben zehn Menschen, als ein Passagierflugzeug beim Landeanflug an einem Berg zerschellt. Untersuchungen ergeben, dass die Piloten leicht alkoholisiert waren und Sicherheitsvorschriften missachtet haben.

April 2012

Eine Passagiermaschine zerschellt in der westsibirischen Stadt Tjumen kurz nach dem Start auf einem Feld und zerbricht in drei Teile. 33 Menschen sterben, weil der Pilot die Maschine trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht enteist hatte.

September 2011

Auf dem Weg in die weißrussische Hauptstadt Minsk verunglückt die Mannschaft des russischen Eishockey-Erstligisten Lokomotive Jaroslawl – darunter der deutsche Nationalspieler Robert Dietrich. Von den 45 Menschen an Bord überlebt nur einer. Wegen eines Pilotenfehlers zerschellte die Maschine kurz nach dem Start.

August 2011

Beim Absturz eines veralteten Transportflugzeugs im Nordosten Russlands sterben alle elf Insassen. Ein Motor war in Brand geraten.

Juni 2011

47 Menschen werden beim Absturz einer Passagiermaschine nordöstlich von St. Petersburg tödlich verletzt. Die Piloten hatten bei schlechtem Wetter mit schlechter Sicht zu früh zur Landung angesetzt.

Dezember 2010

Alle zwölf Insassen kommen beim Absturz eines Militärflugzeugs in Zentralrussland ums Leben. Ursache war technisches Versagen.

August 2010

Bei dichtem Nebel kommt es in Sibirien zur Katastrophe: Eine Antonow An-24 stürzt beim Landeanflug ab und fängt Feuer. Elf Menschen kommen ums Leben.

April 2010

Polens Präsident Lech Kaczynski stirbt bei einem Flugzeugabsturz im russischen Smolensk. Keiner der 96 Insassen der Tupolew TU-154 überlebt das Unglück in dichtem Nebel. Ursache waren vor allem Pilotenfehler.

In Russland kommt es immer wieder zu verheerenden Flugzeugunglücken mit vielen Toten. Meist sind dabei aber veraltete russische Maschinen wie Tupolew involviert. Seltener trifft es Flugzeuge von Boeing oder Airbus. Das Unglück an der Wolga wirft einmal mehr ein Schlaglicht auf die unsicheren Transportbedingungen im Ausrichterland der Olympischen Winterspiele im Februar 2014.

Veraltete Maschinen, schlecht ausgebildete Besatzungen, marode Technik, mangelhafte Wartung – Experten vergleichen das größte Land der Erde in Sachen Flugsicherheit mit Afrika. Es ist kein gutes Vorzeichen für Pläne der größten russischen Fluggesellschaft Aeroflot, im kommenden Jahr eine Billigairline einzurichten. Denn schon jetzt fliegt oft die Angst mit zwischen Ostsee und Pazifik.

Schon Touristen fällt bei Flügen nach Russland die Skepsis vieler Mitreisender auf. Immer wieder bekreuzigen sich Menschen vor Start und Landung. Vor Erleichterung klatschen viele Passagiere, wenn die Maschine erfolgreich auf den Boden zurückgekehrt ist. Wer viel reist in Russland, kennt auch die innere Anspannung wegen immer wieder verschobener Starts von Maschinen, in denen Sitzgurte fehlen oder Rückenlehnen wackeln. Und schließlich gibt es häufig auch Berichte über Alkoholprobleme in der Besatzung. Wer viel Zeit hat im Riesenreich, fährt lieber mit dem Zug.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

18.11.2013, 08:48 Uhr

also ich verstehe die Kritik an der russischen Luftfahrt nur teilweise. Es hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Fluggesellschaften wie z.B. Aeroflot, Rossija, S9, Transaero, Ural Airlines und UT Air haben moderne Flotten mit nagelneuen Fluggeräten! Die alten Tupolevs etc trifft man immer seltener an. Zwar ist Kritik noch immer angebracht, es gibt da noch einiges zu verbessern, aber in Ihrem Artikel übertreiben Sie es doch ein wenig. Ich fliege öfters innerhalb Russlands und der ex "Satelitenstaaten" und muss sagen dass der Service und der Komfort an Bord ausgezeichnet ist. Einige "schwarze Schafe" müssen dort noch aussortiert werden aber allgemein sehe ich die russische Luftfahrt auf einem guten Weg!

sons_of_liberty

18.11.2013, 08:57 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

werder04

18.11.2013, 09:46 Uhr

Seit langer Zeit keine alten Tupolevs in Russland mehr gesehen. Aeroflot und Co haben moderne Flotten mit Recaro-sitzen. Der Autor saugt sich eine Topstory aus dem finger.

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