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01.01.2006

17:13 Uhr

Börsenjahr 2006

Aktien schlagen Renten

VonRobert Landgraf

Die Aussichten für das Börsenjahr 2006 sind durchwachsen: In der traditionellen Kapitalmarktumfrage unter 37 Instituten reicht die Dax-Prognose von 5 000 bis 6 100 Punkten. Experten sehen die Zinsen weiter leicht steigen.

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Die Kapitalmarktprognosen für 2006.

HB FRANKFURT. Nach der Meinung in- und ausländischer Banken und Investmenthäuser wird der Deutsche Aktienindex (Dax) in den nächsten zwölf Monaten nur leicht zulegen. Von der Zinsseite bleiben Impulse für die Börse aus, da Analysten und Volkswirte die Renditen steigen sehen. Das ist das Ergebnis der traditionellen Umfrage des Handelsblatts unter 37 Instituten.

Im Durchschnitt der Prognosen wird der Dax Ende nächsten Jahres bei 5 717 Punkten gesehen. Das entspräche einem Kursgewinn von knapp fünf Prozent gegenüber dem Schlussstand vom Donnerstag. Die erwartete Entwicklung der Zinsen kann nicht der Grund für die vorsichtige Dax-Prognose sein. Die Verzinsung zehnjähriger Bundesanleihen, sie gelten als Stimmungsbarometer für den Euro-Rentenmarkt, wird Ende 2006 bei 3,72 Prozent gesehen. Das entspricht aus heutiger Sicht einem Anstieg um 0,4 Prozentpunkte. Den Kurs des Euros sehen die Institute bei 1,24 Dollar. Damit würde die Währung weiter in dem seit Mitte des Jahres beobachteten Kursband zwischen 1,15 und 1,25 Euro bleiben. Für einen Dollar sollen im Vergleich zu heute 112 Yen hingelegt werden (siehe Tabelle).

Im vergangenen Jahr lagen die befragten Institute nach zwei sehr guten "Prognose-Jahrgängen" mit ihren Dax-Vorhersagen ziemlich daneben. Sie hatten im Durchschnitt mit rund 4 560 Punkten gerechnet. Am besten lag noch die National-Bank, die 5 000 Zähler erwartet hatte. Dagegen vergaloppierte sich HSBC Trinkaus mit ihrer Schätzung um mehr als 1 000 Punkte.

Für das Jahr 2006 wagen sieben Banken eine mutige Dax-Prognose und gehen von einem Index-Stand von 6 000 und mehr Punkten zum Ende nächsten Jahres aus. Die größten Optimisten sind unter den Banken Credit Suisse First Boston, Dekabank und National-Bank, die alle mit 6 100 Zählern rechnen. Das entspräche aus heutiger Sicht immerhin einem Kursplus von 13 Prozent. "Corporate Deutschland marschiert auch im Jahr 2006", ist denn auch für die Dekabank klar. Infolge der gerade angelaufenen Globalisierungswelle würden deutsche Investitionsgüter benötigt, die wettbewerbsfähige heimische Unternehmen lieferten. Die erwartete Ertragsentwicklung der Unternehmen im Dax sichere das erreichte Kursniveau ab und eröffne weiteren Spielraum, ergänzen die Analysten der National-Bank. Zudem sei die politische Unsicherheit im Lande durch die jüngste Bundestagswahl beendet.

Zu den weiteren Aktien-Optimisten zählen ABN Amro, Landesbank Rheinland-Pfalz, das Bankhaus Pictet und die WestLB. Die Düsseldorfer Landesbank sieht die Zeit für einen Paradigmenwechsel angebrochen: "Das Potenzial aus Restrukturierung und Optimierung des bestehenden Kapitalstocks ist bei vielen Konzernen weitgehend gehoben", urteilt die Landesbank. In der Regel verdienten die Unternehmen inzwischen deutlich mehr als ihre Kapitalkosten und seien sehr schlank und effizient aufgestellt. Falls die Renditeziele weiter erhöht würden, bestehe die Gefahr, dass dies auf Kosten von Investitions- und Wachstumschancen gehe. Angesichts historisch niedriger Finanzierungskosten und aktuell sehr attraktiver Kapitalrenditen sei die Chance für Erträge durch Wert schaffende Investitionen sehr hoch.

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