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29.04.2015

03:26 Uhr

Boko Haram

Nigerias Armee befreit 200 Mädchen aus Islamistengewalt

Streitkräfte Nigerias haben drei Lager der Islamistengruppe Boko Haram zerstört und dabei fast 300 Frauen und Mädchen befreit. Ob sich unter den Geisel auch Schülerinnen aus dem Ort Chibok befinden, ist noch unklar.

Ein Jahr nach der Entführung von mehr als 200 Schülerinnen aus dem nordostnigerianischen Ort Chibok durch die Islamistengruppe Boko Haram: Menschen protestieren vor dem Bildungsministerium. dpa

Protest

Ein Jahr nach der Entführung von mehr als 200 Schülerinnen aus dem nordostnigerianischen Ort Chibok durch die Islamistengruppe Boko Haram: Menschen protestieren vor dem Bildungsministerium.

AbujaDie nigerianische Armee hat nach eigenen Angaben 200 Mädchen und 93 Frauen aus der Gewalt der islamistischen Terrororganisation Boko Haram befreit. Es sei zunächst noch unklar, ob es sich bei einigen der Mädchen um die vor über einem Jahr entführten Schülerinnen aus dem Ort Chibok handle, sagte Militärsprecher Chris Olukolade am Dienstagabend über den Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Er könne nur bestätigen, dass sich die Geiseln in verschiedenen Camps der Extremisten im dichten Sambisa-Wald befunden hätten. Die Streitkräfte hätten drei Lager der Islamisten zerstört, berichteten nigerianische Medien. „Wir müssen erst noch genau feststellen, woher die befreiten Personen stammen“, so Olukolade. Die Mädchen und Frauen würden nun befragt, um ihre Identität festzustellen.

Blutiger Terror in Nigeria

Dezember 2010

Bei blutigen Angriffe auf Christen in Nigeria sterben an Heiligabend mindestens 80 Menschen. In und um die Stadt Jos im Zentrum des Landes explodieren mehrere Bomben. Dutzende Angreifer attackieren eine Kirche in Maiduguri. Am 26. Dezember gehen erneut mehrere Häuser in Flammen auf. In Jos kommt es nach den Explosionen zu Zusammenstößen.

Januar 2011

Bei Sprengstoffexplosionen werden in der Neujahrsnacht mindestens elf Menschen getötet. Für die Anschläge in einer Kirche und auf einem Kasernengelände stehen muslimische Extremisten im Verdacht.

Juni 2011

Bei mehreren Angriffen der radikalislamistischen Sekte Boko Haram innerhalb weniger Wochen sterben mehr als 30 Menschen. Ein Anschlag traf einen von Polizisten und Soldaten besetzten Biergarten. Boko Haram lehnt jeden westlichen Lebensstil ab – auch das Trinken von Alkohol.

Dezember 2011

Auch im Folgejahr kommt es am 24. Dezember zu neuen Anschlägen. In der Folgezeit werden regelmäßig christliche Gebäude bombardiert. Boko Haram hat es maßgeblich auf Kirchen abgesehen. Christen werden gezielt angegriffen und getötet.

November 2012

Bei einem Gefecht in der nordnigerianischen Stadt Maiduguri mit dem örtlichen Militär wird Ibn Saleh Ibrahim, der Anführer von Boko Haram, erschossen.

Februar 2013

Die Terrorgruppe hat es inzwischen auch gezielt auf Ausländer abgesehen. Zunächst werden sieben Mitarbeiter einer britischen Baufirma, wenige Tage später eine mehrköpfige Familie aus Frankreich entführt.

Mai 2013

Angesichts der blutigen Situation ruft Nigerias Präsident Goodluck Jonathan den Notstand aus. Experten zufolge hat die Terrorgruppe Boko Haram bis zu diesem Zeitpunkt über 4000 Menschen getötet.

Januar 2014

Fast jeden Tag gibt es Meldungen über neue Entführungen und Morde. Die Terrormiliz geht weiter ungeachtet mit größter Brutalität vor und warnt andere Staaten vor militärischer Intervention.

März 2015

Nach eigenen Angaben hat es die nigerianische Armee geschafft, das Hauptquartier von Boko Haram zu zerstören. Zahlreiche Mitglieder der Terrormiliz seien getötet worden. Erst wenige Tage zuvor hatte Boko Haram eine Gruppe von knapp 500 Frauen und Kindern entführt.

Die Entführung von über 200 Schülerinnen aus dem nordostnigerianischen Ort Chibok hatte im April vergangenen Jahres für weltweites Entsetzen gesorgt. Es gab auch international Aktionen über soziale Netzwerke, um die Freilassung der Geiseln zu erreichen. Auch viele Prominente, darunter US-First Lady Michelle Obama, beteiligten sich daran.

Die Mädchen waren mitten in der Nacht aus ihren Schlafsälen verschleppt und in Lastwagen fortgebracht worden. Seither fehlte von ihnen jede Spur. Die Bevölkerung warf der Regierung schon lange vor, völlig hilflos im Kampf gegen die Dschihadisten zu wirken.

Terrormiliz verschleppt 2000 Frauen: Das grausige Schicksal der Boko-Haram-Frauen

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Ein Amnesty-Bericht zeigt die Grausamkeit der Terrororganisation Boko Haram in Nigeria. Seit Jahresbeginn haben die Extremisten mindestens 2000 Frauen entführt – ihnen drohen Vergewaltigung, Zwangsheirat, Steinigung.

Die Boko Haram entführt junge Mädchen, um sie zum Übertritt zum Islam zu zwingen, sie zwangsweise zu verheiraten oder sie als Sklavinnen zu halten. Die Gruppe will im Norden des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas einen sogenannten Gottesstaat aufbauen.

In den vergangen Jahren waren bei Anschlägen der Gruppe tausende Menschen ums Leben gekommen. Seit Monaten unterstützen auch Truppen aus den Nachbarländern wie Kamerun und dem Tschad die Streitkräfte bei ihrem Kampf gegen die Fundamentalisten.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Phillip Schneider

29.04.2015, 08:15 Uhr

Das muss man sich mal reinziehen. Diese bekloppten Fanatiker. Mein Beileid für die armen Mädchen und Frauen sowie die Angehörigen!
Der Islam macht momentan eine ganz schön heikle Phase durch, es zeigen sich immer mehr Fanatiker. Unbeteiligte müssen leiden.
Warum verziehen sich diese Fanatiker nicht auf irgendeine unbewohnte Insel und verbringen ihr Leben da ganz in Ruhe und abgeschottet. Da stören sie niemanden und werden von niemanden gestört. Da können sie dann ihren verrückten Gottesstaat gründen und glücklich werden.

Herr Joly Joker

29.04.2015, 09:55 Uhr

Ich habe hier schon mal ausgeführt, wie man in Afrika und im Islam und in unterentwickelten Ländern umgeht. Die Frauen werden verkauft, zwangsverheiratet, ermordet aus Geldgier oder biblischen Ehrgefühl, missbraucht, vergewaltigt, gesteinigt und versklavt. Die Liste ist lang. Und das alles wird von der Staatsmacht, Religion und Brauchtum gedudet - ja sogar gefordert. Was Boko Haram da anstellt ist leider nur herrschende Normalität. Eine Normalität die parallel zu der publizierten und kodifizierten Normalität existiert.
Aber betrachten wir mal uns. Zwangsprostitution, Vergewaltigung von kindern durch SextouristInnen, kauf von Sexgespielinnen und natürlich holen wir uns Billigarbeiterinnen aus dem Osten zu Hungerlöhnen. Und die Entführung von Frauen? Schon mal was von den Römern und dem raub der Sabinerinnen gehört. Alles das was Boko Haram macht ist noch nicht so lange her - bei uns. Natürlich hat sich die Welt verändert. Aber haben wir uns verändert? Wohl kaum. Wir als führende Kulturnation wurden innerhalb von einigen wenigen Jahren zur Geisel der Menschheit.. Europa weitestgehend zerstört und Millionen von Menschen einer Idee geopfert. Boko Haram ist dazu noch nicht mal die Ameise im Vergleich zu einem Elefanten. Wenn wir uns aufregen sollen, dann doch über jene Staaten die solche verbrechen goutieren und zwar im Alltag. Reden sie mal mit islamischen Geistlichen über die sexuelle Verstümmelung der Mädchen. Ihnen werden die Augen aufgehen.

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