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23.05.2017

16:57 Uhr

Bond-Darsteller

Roger Moore ist tot

Er war James Bond, so sehr wie sonst nur Sean Connery: Roger Moore ist tot. Der Frauenschwarm und Gentleman ist im Alter von 89 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit verstorben.

Agenten-Ikone

007-Darsteller Roger Moore ist tot

Agenten-Ikone: 007-Darsteller Roger Moore ist tot

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LondonEr übernahm unzählige Filmrollen, vor allem aber war er Bond - James Bond. Der Name Roger Moore wird immer mit seiner Paraderolle „007“ verbunden sein - auch wenn Kritiker sagen, er habe Ian Flemings Agentenstoff zum Klamauk verkommen lassen. Nach seiner Pensionierung als Geheimagent 007 rettete er nicht mehr die Welt, sondern half lieber Kindern und Tieren. Am Dienstag starb Roger Moore im Alter von 89 Jahren in seiner Schweizer Wahlheimat. Er erlag nach Angaben seiner Familie einem Krebsleiden.

Irgendwie wurde man nie den Eindruck los, dass Roger Moore das Lächeln angeboren war. Ob er in der Rolle seines Lebens als Geheimagent ihrer Majestät gerade mit einem der Bond-Girls flirtete, als Simon Templar einen Geheimauftrag ausführte oder vor Live-Publikum seine Bücher signierte: Der Schalk schien dem langen Londoner stets im Nacken zu sitzen, bis ins hohe Alter. Kurz vor seinem Tod räumte er noch mit einem Irrtum auf: Bei Frauen sei er immer unsicher gewesen, sagte der Inbegriff des Womanizers im vergangenen Herbst dem „Daily Telegraph“.

Roger Moore auf der Leinwand und im Fernsehen

Ivanhoe (1958-1959)

Seine erste Hauptrolle in einer Serie hat Moore als Kreuzritter Ivanhoe - angelehnt an den gleichnamigen historischen Roman Walter Scotts.

Maverick (1959-1961)

Moore steigt mit der Rolle des Beauregarde Maverick in die US-Westernserie ein. Er und seine TV-Cousins ziehen darin als Pokerspieler von Saloon zu Saloon - immer auf der Suche nach dem schnellen Dollar.

Simon Templar (1962-1969)

Blendendes Aussehen und britischer Humor: Seine Rolle als smarter Draufgänger und Superheld Simon Templar in der gleichnamigen Serie (Original: „The Saint“) verhilft Moore zu Weltruhm. In mehr als 100 Episoden legt er Schurken aller Couleur das Handwerk. Die in etwa 90 Ländern ausgestrahlte Serie macht ihn zu einem schwerreichen Schauspieler.

Die 2 (1970/71)

Im Dreamteam mit Tony Curtis geht Roger Moore in dieser britischen Krimiserie (Originaltitel: „The Persuaders“) als Lebemann und Playboy an glamourösen Orten wie Monte Carlo oder St. Tropez Kriminalfällen nach.

James-Bond-Filme (1973-1985)

Moore tritt mit seinem ersten Bond-Streifen „Leben und sterben lassen“ in Sean Connerys Fußstapfen als „Geheimagent Ihrer Majestät“. Insgesamt siebenmal verkörpert er „007“ - unter anderem in Klassikern wie „Der Spion, der mich liebte“, „Moonraker“ und „Octopussy“. Nach seinem letzten Bond-Film „Im Angesicht des Todes“ übernimmt sein Landsmann Timothy Dalton die „Lizenz zum Töten“.

The Quest (1996)

Im Regiedebüt des belgischen Muskelpakets Jean-Claude Van Damme spielt Moore den ebenso charmanten wie hinterlistigen Gentlemen-Ganoven Lord Dobbs. Er und Van Damme treten im Film eine Reise nach Tibet an, um an einem Wettbewerb der besten Kampfsportler der Welt teilzunehmen.

Spiceworld (1997)

In der schrägen Komödie um die britische Mädchenband Spice Girls mimt Moore den wortgewaltigen Boss der Plattenfirma. In bester Manier seiner fiesen Gegenspieler aus James-Bond-Tagen hat er stets Haustiere auf dem Schoß.

Tatort: Schatten (2002)

Bei seinem kurzen Gastauftritt im Bremer ARD-Krimi spielt Moore sich selbst. Das Filmteam durfte ihn während seines realen Startschusses zum Bremer Sechstagerennen filmen.

Seit seinem ersten James-Bond-Film „Live and Let Die“, auf deutsch „Leben und sterben lassen“ (1973), wurde Sir Roger mit der Rolle als 007 in Verbindung gebracht - obwohl er nie einen Wodka Martini mit den Worten „geschüttelt, nicht gerührt“ bestellt hatte. „Die Leute grüßen mich noch immer manchmal als James Bond“, sagte Moore in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur 2012. „Aber eigentlich hat Bond nicht mehr mir zu tun, als dass er mir ähnlich sieht.“

Siebenmal gab Moore in den 1970er und 1980er Jahren den Super-Agenten und gleichzeitig das Sex-Symbol im Geheimdienst Ihrer Majestät, öfter als jeder andere seiner Schauspieler-Kollegen. Er ist der erste der sechs Bond-Darsteller, der nicht mehr am Leben ist. Auch in seinen zwölf Jahren als Bond ging Moore der Humor nie verloren - obwohl er seinen Vorgänger Sean Connery für den besseren in der Rolle hielt. „Sean hat die Rolle geschaffen und definiert, er ist wahrscheinlich der Beste“, sagte Moore der dpa. Und: „In der Gegenwart ist Daniel Craig genau der Richtige“, sagte er.

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