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05.07.2017

16:46 Uhr

Boris Becker in Not

Ex-Geschäftspartner fordert 36,5 Millionen Euro vom Ex-Tennis-Profi

VonKerstin Leitel

Nachdem ein Londoner Gericht die Tennislegende für zahlungsunfähig erklärt hat, meldet sich nun ein ehemaliger Geschäftspartner von Boris Becker zu Wort – auch er will Geld. Beckers Anwalt weist die Forderungen zurück.

Die Tennislegende macht derzeit Schlagzeilen. Im Zentrum stehen aber keine sportlichen Leistungen, sondern die Finanzen des 49-Jährigen. Reuters

Boris Becker

Die Tennislegende macht derzeit Schlagzeilen. Im Zentrum stehen aber keine sportlichen Leistungen, sondern die Finanzen des 49-Jährigen.

LondonDer öffentliche Streit um die Finanzen von Tennislegende Boris Becker geht in eine neue Runde: Ein ehemaliger Partner von Becker meldete sich über eine Pressemitteilung zu Wort und fordert Geld. Er sehe sich gezwungen, seine Forderungen gegenüber Becker in dem Insolvenzverfahren in London geltend zu machen, ließ der Schweizer Unternehmer und frühere Geschäftspartner Hans-Dieter Cleven am Dienstag über seine Anwälte mitteilen.

Becker habe „zahlreiche Einigungsversuche“ nicht wahrgenommen und Rückzahlungsversprechen für über 40 Millionen Schweizer Franken (rund 36,5 Millionen Euro) „wiederholt nicht eingehalten“. Dabei habe Becker doch kürzlich öffentlich verkündet, er könne allen Forderungen und den regelmäßigen finanziellen Verpflichtungen voll nachkommen.

Ende Juni hatte ein Londoner Gericht den dreifachen Wimbledon-Sieger für zahlungsunfähig erklärt. Ihr lägen „leider“ nicht ausreichend Beweise vor, die belegen könnten, dass Becker die von einer Londoner Privatbank geforderte Summe begleichen könne, erklärte Richterin Christine Derrett.

Becker selbst hatte daraufhin in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ betont, dass er „weder zahlungsunfähig noch pleite“ sei. Er komme allen Verpflichtungen nach. Mit der Bank, die gegen ihn geklagt hatte, liege er seit 18 Monaten im Streit. „Es geht, wie wir meinen, um viel zu hohe Zinsen, die ich für mein Darlehen bezahlen muss. Wir bestreiten die Höhe der Zinsen und halten diese sogar für rechtswidrig.“

Der Anwalt von Becker wies nun auch die Forderungen aus der Schweiz zurück. Cleven versuche, öffentlich Druck auszuüben um diese „nicht berechtigte Forderung“ gegen Becker durchzusetzen, sagte Rechtsanwalt Christian-Oliver Moser dem Handelsblatt. „Unser Mandant wird sich deshalb zu dieser Thematik auch nicht weiter öffentlich äußern“.

Der langjährige Becker-Vertraute Cleven hatte in dieser Sache kürzlich beim Kantonsgericht in Zug in der Schweiz gegen Becker verloren, wie die "SZ" schreibt. Das Gericht urteilte, ein entsprechendes Darlehen von Cleven für Becker sei nicht rechtsgültig gekündigt worden und laufe somit weiter. Das bestätigten dem Bericht zufolge mehrere Verfahrensbeteiligte übereinstimmend. Cleven könne nun in nächster Instanz beim Obergericht das Kantons Zug versuchen, doch noch zu obsiegen. Herr Cleven sei mit einer ordentlichen zivilrechtlichen Klage auf Rückzahlung vor einem Schweizer Kantonalgericht gescheitert, erklärt Anwalt Moser. Und das nicht wegen eines Formfehlers.

Cleven will sich nicht weiter äußern, wie er in der Pressemitteilung deutlich machte. Der ehemalige Metro-Manager hatte lange mit Becker zusammengearbeitet und unter anderem 2004 die „Cleven-Becker-Stiftung“ gegründet. 2012 trat Becker jedoch wegen „seiner starken zeitlichen Beanspruchung“ als Stiftungsrat zurück, der Name der Stiftung wurde auf „Cleven-Stiftung“ geändert. Dieser Organisation will Cleven laut Pressemitteilung auch „wesentliche Teile" des Darlehens“, das er zurückfordert „zur Verfügung stellen“.

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