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26.07.2013

11:10 Uhr

Bradley Manning

„Er war kein Humanist, er war ein Hacker“

Es ist der erste große Whistleblower-Prozess in den USA: der Fall Bradley Manning. Ist er ein selbstloser Informant oder ein Verräter? Bald fällt das Urteil. Snowden und Assange werden besonders aufmerksam hinschauen.

Er trägt sein schweres Paket mit Fassung – Obergefreiter Bradley Manning betritt am 25.Juli das Militär-Gericht in Fort Meade. Die jahrelange Untersuchungshaft setzt dem 25-Jährigen merklich  zu. AFP

Er trägt sein schweres Paket mit Fassung – Obergefreiter Bradley Manning betritt am 25.Juli das Militär-Gericht in Fort Meade. Die jahrelange Untersuchungshaft setzt dem 25-Jährigen merklich zu.

Fort MeadeIm US-Prozess gegen den mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning nähert sich die Stunde der Wahrheit. An diesem Freitag, ab 15.30 Uhr Mitteleuropäischer Zeit wird die Verteidigung ihr Plädoyer halten. Bereits am Wochenende könnte das Militärgericht in Fort Meade bei Washington ein Urteil fällen. Das Strafmaß wird allerdings erst später verkündet. Dem 25-jährigen US-Obergefreiten droht eine lange Haftstrafe.

Die Staatsanwaltschaft sprach am Donnerstag rund fünf Stunden lang – und richtete erneut schwerste Vorwürfe gegen Manning. „Er war kein Humanist, er war ein Hacker“, sagte Staatsanwalt Ashden Fein.

„Er war keine bedrängte junge Seele, er war ein entschlossener Soldat mit dem Wissen, der Fähigkeit und dem Willen, den USA und deren Kriegsanstrengungen zu schaden.“ Der Staatsanwalt fügte hinzu: „Er war kein Whistleblower, er war ein Verräter (...).“ Manning habe um den Wert der weitergereichten Dokumente für den Feind gewusst.

Manning hat zwar bereits gestanden, als Soldat im Irak 2010 Hunderttausende geheime Dokumente aus Armeedatenbanken an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergereicht zu haben. Er habe das aber getan, um die Öffentlichkeit über den Krieg und Kriegsgräuel zu informieren. Er habe keine böse Absichten gehabt.

Geständnis

Manning gesteht Teilschuld

Geständnis: Manning gesteht Teilschuld

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Das Verfahren ist der erste große Prozess gegen einen Whistleblower in den USA. Der schwerste Anklagepunkt lautet „Unterstützung des Feindes“, wofür die Todesstrafe droht. Die Staatsanwaltschaft hatte aber bereits vor dem Prozess signalisiert, dass sie dies nicht fordern will.

Das Verfahren könnte als Präzedenzfall für weitere Whistleblower dienen – etwa für Wikileaks-Chef Julian Assange und den Geheimdienst-Enthüller Edward Snowden. Assange hält sich seit Längerem in der Londoner Botschaft Ecuadors auf, Snowden im Transitbereich eines Moskauer Flughafens. Die USA wollen beide unbedingt vor Gericht stellen.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Chris

26.07.2013, 08:29 Uhr

Die USA sind kein Rechtsstaat - dies zu behaupten ist reine Illusion. Und das die "Freunde" aus Übersee nun noch die Dreistigkeit besitzen, eine Auslieferung zu fordern für Snowden schlägt dem Fass den Boden aus - gegen Fremdes Recht verstoßen aber auf das eigene beharren.

Account gelöscht!

26.07.2013, 12:16 Uhr

Humanisten sind leider nirgends mehr zu sehen.

Account gelöscht!

26.07.2013, 12:21 Uhr

Die USA heute erinnern an "DAS IMPERIUM" aus Stars Wars.

Ich meine nicht die Bürger, ich meine die politische Führung, das Kapital und den völlig abartigen Militärapparat, der in der Lage ist den gesamten Planeten in einen Haufen Asche zu verwandeln.

Ein krankes, böses Regime. Geführt aus dem Hintergrund von macht- und geldgierigen Familienclans, von dunklen Brunderschaften, von Wissenschaftlern die sich selbst für Gott halten.

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