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10.08.2011

22:40 Uhr

Brandenburg

Zugbegleiter lässt Siebenjährigen am Bahngleis stehen

In Brandenburg hat ein Siebenjähriger Junge ohne seinen Großvater den Zug verlassen. Obwohl dieser gleich den Zugbegleiter informierte, unterließ es der Beamte, die Bahnpolizei zu informieren.

Für einen kleinen Jungen endete die Fahrt mit der Deutschen Bahn einsam auf einem Bahnsteig. Quelle: dpa

Für einen kleinen Jungen endete die Fahrt mit der Deutschen Bahn einsam auf einem Bahnsteig.

Berlin/Doberlug-KirchhainEinen siebenjährigen Jungen hat ein Zugbegleiter in Brandenburg allein auf einem Bahnsteig stehenlassen. Der Großvater sei beim Aussteigen in Doberlug-Kirchhain versehentlich im Zug geblieben, bestätigte die Bahn am Mittwoch einen Bericht der „Lausitzer Rundschau“. Der Schaffner holte nicht wie vorgeschrieben telefonisch Hilfe für das Kind - obwohl der 70 Jahre alte Großvater ihn im anfahrenden Zug sofort ansprach. Der Fall ereignete sich bereits am 29. Juli.

Der Mitarbeiter sei abgemahnt worden, er dürfe nicht mehr als Kundenbetreuer im Nahverkehr arbeiten, hieß es nun. Der Großvater hatte erst auf dem nächsten Bahnhof aussteigen und zu seinem wartenden Enkel zurückfahren können. Der vorgeschriebene Weg wäre gewesen, die Bahnpolizei zu benachrichtigen, die sich um das Kind auf dem Bahnsteig gekümmert hätte, erklärte der Bahnsprecher.

Die Bahn gerät wegen herzlosen Verhaltens von Zugbegleitern immer wieder in die Schlagzeilen. So hatte eine Schaffnerin Ende Januar 2010 ein 16-jähriges Mädchen bei minus 19 Grad in Königs Wusterhausen südlich von Berlin nachts aus dem Zug verwiesen. Ihr fehlten zwei Euro für die richtige Fahrkarte.

Die Bahnführung zog aus ähnlichen Fällen Konsequenzen: Zugbegleiter müssen sich schriftlich verpflichten, Minderjährige unter keinen Umständen aus Zügen zu verweisen.

Kommentare (1)

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Gast

11.08.2011, 01:53 Uhr

"Der Schaffner holte nicht wie vorgeschrieben telefonisch Hilfe"
Wo sind wir eigentlich? Ein ganz normaler Mensch als Schaffner hätte doch einfach die Weiterfahrt einen Moment lang verzögert und gerufen: "Wer gehört zu diesem Kind?" oder er hätte das Kind gefragt: "Wer gehört zu dir?"
Die Bahn beschäftigt offensichtlich Leute und wendet dazu die allergeringsten Kosten auf, die nur möglich sind. Sie erhält dann auch genau das, was sie bezahlt, die allergeringste Leistung, die nur möglich ist.

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