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15.06.2017

20:20 Uhr

Brandkatastrophe in London

„Die Wahrheit muss rauskommen“

Wie viele Todesopfer man den oberen Stockwerken des Grenfell Towers noch finden wird, ist ungewiss. 17 Tote sind bereits sicher, manche werden womöglich nie identifiziert werden. Die Schuldfrage wird immer drängender.

Nach Hochhausbrand in London

Noch immer 65 Vermisste – Hoffnung schwindet

Nach Hochhausbrand in London: Noch immer 65 Vermisste – Hoffnung schwindet

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LondonNach der Brandkatastrophe mit mindestens 17 Todesopfern in einem Londoner Hochhaus mehren sich Anschuldigungen über mangelnden Brandschutz. Wie die Londoner Polizei am Donnerstag sagte, wird mit weiter steigenden Opferzahlen gerechnet. Wie viele Menschen noch vermisst werden, ist nicht bekannt. Die Feuerwehr kann die oberen Stockwerke des Wohnturms aus Sicherheitsgründen noch nicht gründlich durchsuchen. Premierministerin Theresa May hat derweil eine unabhängige Untersuchung des Feuerdramas angekündigt.

Mehr als 24 Stunden nach dem Ausbruch des verheerenden Feuers kam am Donnerstag weiter Rauch aus dem Haus. Die Flammen seien jedoch inzwischen weitgehend gelöscht, sagte Feuerwehr-Chefin Dany Cotton. Brandschutzminister Nick Hurd sprach bei einem Treffen in Westminster von einer „nationalen Tragödie“.

Das Gebäude im Stadtteil Kensington gilt nicht als einsturzgefährdet. Die Ränder des 24-stöckigen Turms seien in den oberen Stockwerken aber unsicher, sagte Cotton. „Ich schicke keine Feuerwehrleute da rein.“ Stattdessen sollten Hunde weiter nach Vermissten suchen. Anhand von Fingerabdrücken solle geklärt werden, wer alles im Gebäude war. Das alles könne Wochen dauern. Cotton sagte, die Rettungskräfte gingen nicht davon aus, noch jemanden lebend zu finden.

Sechs der gefundenen Todesopfer seien vorläufig identifiziert, ihre Leichen seien außerhalb des Gebäudes gefunden worden. Die anderen elf sind zwar im Gebäude lokalisiert, ihre Leichen konnten aber noch nicht bewegt werden, wie die Polizei mitteilte. Es sei möglich, dass manche Opfer nie identifiziert werden können, sagte Stuart Cundy von der Londoner Metropolitan Police. Der Prozess werde Wochen, wenn nicht Monate dauern. Mit Blick auf die endgültigen Opferzahlen sagte Cundy: „Ich hoffe, dass es nicht dreistellig wird.

Bei dem gewaltigen Brand wurden am Mittwoch 65 Menschen von der Feuerwehr aus den Flammen gerettet, anderen gelang selbst die Flucht. Nach Angaben der Rettungskräfte vom Mittwoch wurden mindestens 78 Patienten in Kliniken behandelt. Am Donnerstag galt der Zustand bei 17 Patienten als kritisch. In dem Sozialbau mit 120 Wohnungen lebten britischen Medienberichten zufolge zwischen 400 und 600 Menschen.

Die Feuerwehr konnte nach Angaben Cottons alle 24 Stockwerke kurz durchsuchen. Für eine gründlichere Suche müssten sie allerdings erst gesichert werden. Niemand wisse, wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Feuers in dem Gebäude aufgehalten hätten.

Neun Feuerwehrleute wurden bei der Suche nach Vermissten leicht verletzt. Sie sei aber mehr besorgt „über die psychische Gesundheit“ ihrer Feuerwehr, sagte Chefin Cotton.

Premierministerin May besuchte am Donnerstag den Brandort. Auf Fotos war sie zusammen mit Feuerwehrleuten zu sehen. Auch Oppositionsführer Jeremy Corbyn kam zum ausgebrannten Gebäude. „Die Wahrheit muss rauskommen“, sagte er. Das Feuer hätte sich nicht so von Wohnung zu Wohnung ausbreiten dürfen. Es gebe viele offene Fragen auch zu Sprinkleranlagen und der möglicherweise leicht brennbaren Fassadenverkleidung. Viele Hochhausbewohner im Land stellten sich jetzt die Frage, ob sie überhaupt sicher seien, sagte er.

Auch Königin Elizabeth II. drückte ihre Anteilnahme aus. Ihre Gedanken und Gebete seien bei den Familien, die Angehörige verloren hätten, sowie bei den vielen Menschen, die schwer verletzt im Krankenhaus lägen, teilte der Buckingham-Palast mit. Es sei ermutigend, zu sehen, wie viele Freiwillige nun zur Hilfe kämen. Hunderte Londoner spendeten Decken, Kleider oder Babynahrung für die Bewohner. Mehr als eine Million Pfund an Spendengeldern kamen zusammen.

Kommentare (1)

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Herr Günter Meyer

15.06.2017, 16:41 Uhr

Bevor Herr Herrman unsinnige Aussagen macht, sollte er sich erst einmal über den Stand der Brandschutzvorschriften bei seinen Fachleuten (so er die noch hat) erkundigen.
In Deutschland gilt bei Hochhäusern über 22m Höhe die Vorschrift, dass nur nichtbrennbare Stoffe (d. h. kein Polystyrol) eingesetzt werden dürfen. Eine Querverbindung zu "Dämmung" herzustellen ist also Unsinn, weil es auch Dämmstoffe gibt die nichtbrennbar sind.(z.B. "Steinwolle"). Aber warscheinlich lässt Herr Herrman sich als Lobbyist mal wieder vor den Karren der bayrischen Ziegelindustrie spannen wie weiland Herr Dollinger.
Die Kritik der Berliner Feuerwehr ist zum Teil berechtigt. Seit einigen Jahren gibt es aber auch für Gebäude geringerer Höhe als 22m Verschärfungen der Vorschriften. ("Brandriegel").

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